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![]() Jump&Run von Warner Bros. Interactive Entertainment
Die Geschichte vom frechen Jungen Max, der in fremdartigen Gefilden zum König der wilden Kerle wird, begleitet mittlerweile seit mehr als vier Jahrzehnten Generationen von Kindern, besonders (aber längst nicht nur) im englischsprachigen Raum. Dass man aus den wenigen Sätzen des zeitlosen Bilderbuchklassikers einen abendfüllenden Spielfilm machen kann, wirkt auf den ersten Blick verblüffend, Regisseur Spike Jonze scheint es aber ganz gut gelungen zu sein. Das dazugehörige Spiel beginnt mit Max´ Ankunft auf der Insel der wilden Kerle, folgt danach aber weniger der Filmhandlung, sondern erzählt in seinen Levels eigene kleine Abenteuer. Er segelte davon, Tag und Nacht und wochenlang und fast ein ganzes JahrMit seinem Zepter haut der Junge im Wolfskostüm lästige Krabbelviecher auf die Fühler oder Büsche aus dem Weg, Efeuranken laden zum Klettern ein und an graden Ästen schwingt Max wie ein kleiner Prince of Persia. Herumliegende Federn vom wilden Kerl Douglas bzw. flauschige Riesenpusteblumen lassen sich zu behelfsmäßigen (nur für begrenzte Strecken haltbaren) Flügeln umfunktionieren, mit denen der Held über Abgründe flattert oder zu Boden schwebt. Auch ein paar einfache Umgebungsrätsel werden als Hindernisse eingesetzt, ihre Lösung bietet das Spiel allerdings stets auf dem Präsentierteller an. Häufig muss man Steinblöcke als Sprunghilfen verschieben oder Wasserfrüchte von Bäumen pflücken und auf Sprösslingen platzieren, die daraufhin zu langen Kletterstämmen heranwachsen.Oft trotten einzelne monströse Untertanen mit Max durch die Levels und schubsen z.B. Bäume als Brücken um. Direkt steuern kann man die pelzigen Riesen aber normalerweise nicht. Lediglich beim rasanten Ritt auf Kerl Carol gilt es, diesen durch Sprünge und geschicktes Rutschen über bzw. unter Baumbarrikaden hindurch zu dirigieren. Weitere Sonderbereiche erwarten Max bei einer Floßfahrt, um mysteriösen Verschmutzungen auf die Spur zu kommen. Der kleine Kahn muss unter anderem immer mal durch Rütteln des rechten Sticks aus Stromschnellen gerettet oder von klebrigem Schleim befreit werden, um manövrierfähig zu bleiben. Diese Einlagen sorgen für etwas mehr Action im soliden Jump&Run-Aufbau, herausragendes Leveldesign hat die Umsetzung aber - wie kaum anders zu erwarten – nicht vorzuweisen. Unerfahrene Hüpfer freuen sich über stets faire Rücksetzpunkte und den generell einsteigerfreundlichen Schwierigkeitsgrad. Drei Stufen stehen zur Auswahl, sonderlich fordernd wird es aber nie. Die Altersfreigabe ab 12 Jahren erscheint mir übrigens mal wieder ein wenig hoch angesetzt (so gruselig oder brutal wird’s ja nicht), die eigentliche Zielgruppe dürfte ohnehin eine Ecke jünger sein. Da bekamen sie Angst und nannten ihn den wildesten Kerl von allenNicht nur Profis flitzen also recht schnell und entspannt durch die Inselbereiche, vor allem passionierte Sammler können sich aber noch ein bisschen länger beschäftigen, denn überall liegen diverse einsackbare Gegenstände verstreut, mal offen sichtbar, mal z.B. in zerstörbaren Objekten verborgen.Besiegte Gegner verhelfen Max so mit der Zeit zu mehr Lebensenergieherzen und das zentrale Dorf (von dem aus man jeweils in den nächsten Abschnitt startet) verändert sich durch fleißiges Sammeln. Samen lassen beispielsweise Pflanzen (für weitere Klettermöglichkeiten und Obst, das aggressive Insekten ablenkt) wachsen, Dreckklumpen für Schlammschlachten tauchen auf und Felsbrocken vor Schätzen werden brüchig. Insbesondere für Achievement- und Trophy-Jäger lohnt sich das eifrige Abgrasen der Umgebungen. Bei der Gelegenheit kann man unter anderem die hübsche Vegetation bewundern, die mit ungewöhnlich schraffiertem Laub Erinnerungen an den besonderen Stil der Buchvorlage weckt. Übertrieben wird die Ähnlichkeit aber nicht – der Look ist ansonsten eher realistisch (soweit solche Knuddelmonster realistisch sein können) und die Figuren bewegen sich nett animiert über den Bildschirm. Verglichen mit anderen Spielen zu „Kinderfilmen“ erscheint Wo die wilden Kerle wohnen verhältnismäßig farbarm, was aber wiederum am Original liegen dürfte. Detailliertere Landschaften wären außerdem nicht schlecht gewesen, zudem kommt es immer wieder zu kurzen Nachladerucklern. Die Soundkulisse wird von Naturgeräuschen und etwas zu oft wiederholten (aber mit guter deutscher Sprachausgabe vorgetragenen) Kommentaren der wilden Kerle bestimmt. | ||||||||||||||||||||||||||||||||
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