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Überraschungen sind selten positiv, nur manchmal, also selten, aber dafür dann eben überraschend im doppelten Sinne. So wie bei RTL Winter Sports 2010, einem Titel aus einer Reihe des Mittelmaßes. Nicht, dass jetzt jemand einen absoluten Winterhit erwartet, aber allein die Tatsache, dass es so etwas wie Spielspaß und neue Komponenten gibt, sind lobenswert und zeigen einen Aufwärtstrend. Alles beim Alten geblieben?Im vergangenen Jahr konnte ich es mir noch leicht machen, den Text vom Vorjahresprodukt einfach übernehmen und ein paar Zeilen ändern, die Jahreszahl anpassen und fertig.Auch diesmal wirkt auf den ersten Blick alles noch widerwärtig vertraut, schließlich gibt es immer noch die bekannten Disziplinen wie Bob, Biathlon, Ski Alpin, Skifliegen oder Eiskunstlauf. Da steht im Vergleich zum Vorjahr nicht viel Veränderung an: Shortrack und Snowboard Cross sind neue Disziplinen, aber die machen den berüchtigten Kohl noch nicht fett. Was die Auswahl der Disziplinen anbelangt, kann man das Ganze mit einem Satz aus „Pitch Black“ umschreiben: „Sieht okay aus.“ Zumal das Hauptmenü wie auch in den vergangenen Jahren sehr bieder wirkt. Das liegt vor allem daran, dass sich auch in der Modus-Auswahl nicht viel getan hat – immerhin gibt es jetzt einen Online-Modus über das PSN, der für eine Erweiterung sorgt sowie einen Splitscreen-Modus. Die Modi „Schneller Cup“, „Herausforderung“ und „Karriere“ bieten aber wieder die gewohnte Kost der vergangenen Jahre. Es ist also alles beim Alten geblieben? Mitnichten, es gibt doch tatsächlich eine deutliche Veränderung. Endlich mal eine Entscheidung!Das, was das Spiel in den vergangenen Jahren immer wieder auf das Glatteis geführt hat, ist die halbgare Umsetzung gewesen. Winter Sports war bislang weder eine realistische Umsetzung der Athletik noch eine Arcade lastige Party-Spaß-Kanone. Damit ist jetzt Schluss, es gibt einen klaren Ausschlag zu Gunsten des Spaß-Faktors, der in diesem Fall im Arcade-Sektor liegt. Nicht, dass sich die Spielmechanik grundlegend geändert hätte, nein, es gibt allerdings jetzt eine neue Funktion, die für Belebung sorgt – und das im wahrsten Sinne: Adrenalin. Wer in seinen Disziplinen fehlerfrei arbeitet, sichert sich Adrenalin, das dann über die Kreuz-Taste für einen deutlichen Energie-Schub sorgt. Wer vom tristen Einerlei der Sport-Serie genervt war, der bekommt hier eine echte Überraschung präsentiert, denn Dank Adrenalin macht das Spiel jetzt tatsächlich Spaß.Zwar gibt es noch immer einige Schwierigkeiten zu umschiffen, denn der Eiskunstlauf ist nach wie vor etwas lästig, da sollten sich bessere Disziplinen finden lassen. Und vielleicht habe nur ich ein Potenzial in der Curling-Disziplin erkannt und bin als Einziger enttäuscht, dass sie nicht mehr dabei ist. Vor dem neuen Hintergrund der Arcadelastigkeit kann man den Wegfall allerdings auch leichter verschmerzen, das steht außer Frage. Die netten Kleinigkeiten...Um das Arcade-Bild komplett zu machen, haben die Entwickler auch noch weitere Kleinigkeiten ins Spiel eingebaut, die für Spaß sorgen. In der Karriere bekommen wir Erfahrungspunkte, die wir gewinnbringend in die Fähigkeiten der Sport investieren dürfen. So gibt es auch Spezialfähigkeiten, die in jeder Disziplin unterschiedlich gelagert sind – bei allen gleich ist die Wildcard, die dafür sorgt, dass eine verpatze Disziplin noch einmal wiederholt werden darf. Ein spezielles Gewehr sorgt beim Biathlon für mehr Ruhe beim Schießen, verbesserte Kufen lassen den Bob auf der Strecke schneller laufen, wer im goldenen Kleid den Eiskunstlauf absolviert, bekommt bessere Noten – das Auge isst ja mit. Vier verschiedene Spezialfähigkeiten gibt es pro Disziplin, die damit noch etwas mehr Vielfalt erhalten.Außerdem gibt es die Fairplay-Streifen: Wer Gegner rempelt und so schneller oder eben auch als Erster ins Ziel kommt, sackt zwar den Sieg ein, verliert aber Fairplay-Streifen und damit baut sich auch das Adrenalin langsamer auf - wer dreimal in einer Disziplin unfair agiert, bekommt gar eine Zeitstrafe. Wer hingegen ein fairer Sportsmann ist, der bekommt zusätzliche Fairplay-Streifen und damit auch schneller Adrenalin. Hätte, wenn und aber – bitte leise!Klingt alles nach einem netten, durchaus passablen Spiel? Ja, spielerisch hat sich einiges getan seit dem vergangenen Jahr, aber es gibt eben auch ein Festival der verpassten Chancen: Der Sound ist eine Katastrophe, die Musik darf getrost in den Mülleimer getreten werden und die Kommentare sind immer noch grenzwertig. Sicher, in diesem Jahr ist das Bild stimmiger, aber wenn wir schon beim Bild sind: Grafisch sollte noch einiges mehr drin sein, da ist für das kommende Jahr noch viel Luft nach oben. | ||||||||||||||||||
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