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Test: White Knight Chronicles
Alle schauen auf Final Fantasy, dabei ist auch White Knight Chronicles einen Blick wert.
| Seit einem traumatisierenden Angriff, bei dem ihre Mutter getötet wurde, spricht Prinzessin Cisna von Balandor kein Wort. Gerade als die Arme mal etwas Glück hat und anlässlich eines prunkvollen Balls ihrem Traummann (oder besser -jungen) begegnet, überfallen Unbekannte das heimische Schloss, ermorden auch noch den König, machen nebenbei die vorsichtigen Friedensverhandlungen mit dem Erzfeind zunichte und verschleppen Cisna. Besagter Jüngling namens Leonard, eigentlich bloß der Gehilfe des örtlichen Weinlieferanten, macht sich tatendurstig auf zur unvermeidlichen Rettungsmission. Gekidnappte Prinzessinnen und Helden wider Willen gehören natürlich zum Abenteurergeschäft wie der Pfeil zum Flitzebogen und auch manch anderes Element der Handlung lässt den Spieler gewisse Dejavu-Momente erleben, aber durch eine interessante Erzählweise und vor allem ein vernünftiges Gameplay kann ja auch eine solche Standardgeschichte durchaus unterhaltsam werden... Erinnert sich noch jemand an den seltsamen Riesenfisch aus Dark Chronicle , dem PS2-Meisterwerk von Level 5? Auch das neuste Spiel der Entwickler bekam abseits der oftmals klischeehaften Story einen Schuss Humor verpasst, der sich zum Beispiel in Begegnungen mit liebestollen Kröten bemerkbar macht. Da geht nicht nur dem entgeisterten Leonard die Kinnlade runter. Die meisten der zahlreichen Zwischensequenzen sind in Spielgrafik gehalten, ab und zu kommen jedoch auch Fans opulenter Renderszenen auf ihre Kosten. Mitstreiter Marke EigenbauZu Beginn steht die Erstellung eines eigenen Spielcharakters auf der Tagesordnung. Wieso das, wir haben doch Leonard? Stimmt. Aber dessen erster Begleiter ist nun mal der vom Spieler gebastelte Avatar, der auch in einem anderen Feature des Spiels Verwendung findet. Dazu später mehr. Auswirkungen auf den Handlungsverlauf haben Geschlecht und Aussehen des frei zu benennenden Alter Egos zwar nicht und der Pappenheimer spielt überhaupt eine unspektakuläre Rolle, kreative Zeitgenossen können sich mit einem ganzen Haufen Gestaltungsmöglichkeiten aber recht fein amüsieren. Ob Körperfülle, Halslänge, Muttermale oder Ohrenform – einem individuellen Look steht nichts im Weg. Auch eine Stimme kann man auswählen, diese bezieht sich allerdings nur auf gelegentliche Kampfschreie, während die Figur ansonsten stumm bleibt.Außerhalb der idyllischen Siedlungen wimmelt es nur so von ekligen Biestern von Killerwespe bis Trampeltroll, die man mit den Waffen der meist dreiköpfigen Party beharkt. Der Anführer (das bedeutet die direkt gesteuerte Figur) kann im Handumdrehen gewechselt werden, den manchmal etwas dämlichen KI-Kameraden lassen sich verschiedene grundsätzliche Verhaltensweisen diktieren bzw. Befehle erteilen. Die Monster sind offen in den Umgebungen zu sehen, tauchen aber leider häufig technisch bedingt unvermittelt auf – die Grafik wird von auffälligen Popups geplagt. Das Kreaturenaufgebot könnte zudem mehr Vielfalt vertragen, ein Viech wird dem Betrachter z.B. über weite Strecken als Wildschwein verkauft, nur um mit geringfügig anderem Anstrich plötzlich ein Schakal zu sein ;-) |
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