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Test: Way of the Samurai 3
Der Weg des Samurai bietet viele Abzweigungen, hat aber auch einige unebene Stellen...
Leichen pflastern die Ebene, außer gierigen Krähen, die sich an den Toten gütlich tun, regt sich nichts mehr. Oder doch? Schwer verletzt taumelt der Samurai übers Schlachtfeld, stürzt zu Boden und wird in letzter Minute von ein paar Bauern gerettet. Der Krieger aus dem feudalen Japan ist ein Mann ohne Vergangenheit – seine Zukunft bestimmen wir...Was jetzt?So die Ausgangslage für die Story, welche sich danach interessanterweise – abhängig von den Taten des Spielers – recht unterschiedlich entwickeln kann. Zuvor wird aber erst mal das Alter Ego erstellt und benannt. Die Charaktererschaffung verläuft jedoch nicht in komplexer RPG-Manier, sondern bietet lediglich ein paar fertige „Köpfe“ sowie diverse Outfits. Im Dorf erwacht, ist der Genesene sich selbst überlassen. Nur ein Mädchen bietet ein paar Infos an, die sich allerdings fast auf Grundsätzliches wie die Funktionen des Aktionsbuttons X beschränken. Vielen Dank auch, da wäre ich selbst drauf gekommen...Immerhin rückt die Dorfschönheit aber ein paar Details zu den Hintergründen raus: Drei Fraktionen besiedeln die Region Amana. Man kann sich nun auf die Seite des herrschenden Clans schlagen, den etwas albern gekleideten (oder besser gesagt halbnackten) Rebellen unter die Arme greifen oder vorrangig die Zivilbevölkerung unterstützen. Das Vertrauen der NPCs gewinnt man durch erfüllte Missionen oder passendes Verhalten in Gesprächen. Eine Besonderheit des Spiels: Man kann praktisch jederzeit, selbst mitten in Dialogen, das Schwert ziehen, und muss dann mit den Folgen leben. Angezettelte Auseinandersetzungen lassen sich teilweise durch eine Entschuldigungsgeste (Niederknien) wieder beenden oder durch Einsatz des stumpfen Schwertknaufs abmildern, oft genug endet das Ganze aber mit dem Tod des Gegners. Das Ermorden von Unschuldigen ist von deren Nachbarn natürlich nicht gern gesehen und ein fieser Brutalo bekommt manchmal nur eine Staubwolke zu sehen, wo eben noch ein Händler stand. Angesehene Protagonisten werden dagegen ehrfürchtig begrüßt. Letztendlich ist diese Mechanik aber nicht konsequent genug umgesetzt. Tote Auftraggeber werden z.B. ohne großes Aufhebens durch neue ersetzt und die Reaktionen der Passanten wirken gelegentlich unpassend. Enttäuschend ist auch schlicht der Umfang der Spielwelt. Die acht kleinen Schauplätze hielt ich zuerst für das Anfangsgebiet – aber mehr kam dann nicht... Wo ist meine Lieblingsunterhose?Eine ganze Reihe von Aufträgen wartet auf ihre Erfüllung, leider wiederholen sich diese aber und sind teilweise arg unspektakulär – wer hat schon Lust, mehrfach die verschlampte Unterwäsche einer Oma zu suchen? Dummerweise bleibt außerdem immer nur eine Quest gleichzeitig aktiv.Unter anderem soll man einen unverschämten Kerl einschüchtern, ohne ihn zu töten oder 100, allesamt minderbemittelte, Feinde hintereinander besiegen. Geht’s noch? Zehn, dafür stärkere und schlauere, hätten es doch auch getan. Zumal das Kampfsystem an sich nicht allzu anspruchsvoll ist. Zwei Buttons reichen für starke und schwache Attacken sowie die dazugehörigen Kombos, ansonsten ist das Parieren mit richtigem Timing nützlich, um in den Instant Kill-Modus zu gelangen, bei dem man Gegner durch einen einzigen Hieb niederstreckt. Der Held selbst sammelt keine Erfahrungspunkte und erhöht dementsprechend auch nicht Charakterwerte und Ähnliches, lediglich seine Mordinstrumente werden durch regen Gebrauch stärker bzw. lassen sich beim örtlichen Schmied upgraden oder sogar aus Einzelteilen erschaffen. Das Waffenarsenal kann sich sehen lassen, aber wahrscheinlich jagen nur Perfektionisten einer kompletten Schwertersammlung hinterher. Küchenhelfer und CharmeurKleine Jobs spülen Yen in die Kasse. Unter anderem kann man eine Glocke für eine sentimentale alte Frau läuten oder mit dem Schwert einen Lachs filettieren. Süßholzraspler dürfen sich eine Begleiterin anlachen und im Idealfall ins ärmliche Heldenhaus einziehen lassen. Bei manchen der Damen ist das allerdings wenig erstrebenswert, weil sie diebische Elstern sind, andere geben dafür diverse Boni.Die Aktionen des Spielers führen zu mehr als 20 verschiedenen Enden, für Wiederspielwert ist somit gesorgt. Das ist auch nötig, denn ein Durchgang dauert wenige Stunden. Die erspielten Waffen samt Fertigkeiten und Geld kann man netterweise in die nächste Runde übertragen. Das alte Japan wirkt durch seine Architektur und die herumwuselnden Dörfler durchaus lebendig, die mickrige Spielwelt, teils seltsame Animationen, Ruckler und vor allem die insgesamt eher auf PS2-Niveau befindliche Umgebungsgrafik machen der realistischen „Samurai-Simulation“ aber einen Strich durch die Rechnung. Die Hintergrundmusik schlägt sich besser und wird von passenden Naturgeräuschen unterstützt, die englische Sprachausgabe der Zwischensequenzen (ansonsten gibt’s fast nur Sprechblasen) hört sich dafür leider unprofessionell an. Japanophile Zocker dürfen alternativ dem Original lauschen. |
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