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Test: Nier
Nier ist über weite Strecken ähnlich hässlich wie sein Held - warum es trotzdem einen Blick wert ist, erfahrt ihr im Test.
Alleinerziehender Vater in einer rauen, post-apokalyptischen Welt – kein leichter Job. Erst recht, wenn die geliebte Tochter wie auch manch anderer Zeitgenosse an der heimtückischen Runenpest leidet und monströse Kreaturen zunehmend die Gegend unsicher machen. Die Suche nach den heilenden „Versiegelten Versen“ und die Bekämpfung der Schattenwesen sind dementsprechend wichtige Aufgabengebiete des vom Spieler zu benennenden Helden (bezeichnen wir ihn der Einfachheit halber mal als Nier), der als Mädchen für alles seines Heimatdorfes aber auch weit weniger spektakuläre Missionen zu erledigen hat. Postbote, Einkaufshilfe, Aufspürer vermisster Haustiere/Kinder, Jäger wehrhafter Schafe - was man nicht alles tut, um seine Brötchen zu verdienen... Monster, Kürbisse und ForellenDreh- und Angelpunkt des Heldenalltags ist die heimische Siedlung, wo Töchterchen Yonah angeschlagen das Bett hütet und zwischendurch von ihrem Papa besucht werden möchte. Und auch eine ganze Reihe von Auftraggebern wartet in den Wiesen und Gassen auf einen vorbeikommenden Dummen, der ihnen gegen Bezahlung bei lästigen Arbeiten unter die Arme greift, um sich dann etwa in Apotheken und Waffengeschäften mit Ausrüstung eindecken zu können. Was allerdings keine allzu große Rolle spielt – dank zahlreicher Fundstücke am Wegesrand und automatisch während der Story erhaltener Mordwerkzeuge (Einhänderschwerter, Zweihänder oder z.B. ein scharfkantiger Ring) sind ausgedehnte Shoppingtouren normalerweise kaum nötig. Das Aufleveln der Waffen mit gefundenen oder erkämpften Rohstoffen kann da schon lohnender werden.Nicht unbedingt genretypisch ist die Betätigung als Hobbygärtner oder Angler – auf seiner Scholle pflanzt und düngt der Held wertvolles Gemüse, während ihm Abstecher zu diversen Gewässern weitere Entspannung vom ewigen Kämpfen versprechen. Die Gefechte werden actionreich in Echtzeit und in den normalen Umgebungen ausgetragen. Die Kamera zeigt Nier gewöhnlich aus einer dreh- und kippbaren Third-Person-Perspektive, die man für ordentlichen Durchblick häufig nachkorrigieren muss, zumal es keine Funktion zum festen Anvisieren eines Ziels gibt. Das Kampfsystem ist mit Hieben, Blockversuchen, Ausweichrollen und Sprungangriffen solide Actionrollenspiel-Kost, der Clou des Ganzen wäre aber der Magie-Einsatz mithilfe des, nach kurzer Spielzeit, ständigen Begleiters Grimoire Weiss. Mal was AnderesWeiss, ein schwebendes, redendes und sehr von sich eingenommenes Buch, erlaubt dem Helden nach und nach immer mehr verschiedene Zauber, etwa eine Schutzmauer, aus dem Boden kommende Stacheln oder einen magischen Speer. Insbesondere durch die an regelrechte Schüsse erinnernden Feuerbälle, die man mit dem rechten Stick unabhängig von der Blickrichtung der Spielfigur auf Feinde prasseln lässt, hat das Geschehen stellenweise schon etwas von einem Shooter. Vor allem, wenn die Darstellung in manchen Gebieten in eine an Action-Jump&Runs erinnernde Seitenansicht wechselt, oder wenn sich der Held steil von oben betrachtet auf einer Lore fortbewegt und wie in einem klassischen Shoot´em Up wahre Gegnergeschwader aus dem Weg ballert. Das Spielgefühl ist für ein RPG auf jeden Fall ungewöhnlich und liefert einen gelungenen Kontrast zu den eher herkömmlichen Nahkampf-Einsätzen.Auch beim Design der beeindruckenden, teils bildschirmfüllenden Zwischenbosse haben sich die Entwickler spürbar Mühe gegeben und die Biester verlangen dem Spieler über mehrere Phasen hinweg das Ausnutzen von Schwachstellen, geschickte Ausweichmanöver sowie genaues Zielen ab. |
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