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Test: Demon's Souls
Frustfest oder Rollenspielperle? Wir testeten den Überseeschlager
Lange genug hat es gedauert, bis die Umsetzung des international hoch gelobten Rollenspiel-Hack & Slays nach Europa kam, nun ist sie endlich da und wurde von uns auf Herz und Nieren geprüft. Sind wir ähnlicher Meinung wie unsere amerikanischen Kollegen?Bitte hau mich nicht!Wer sich auf diesen Titel einlässt, sollte sich bereits im Vorfeld darüber klar sein, was ihn erwartet. Denn Demon’s Souls ist quasi das Ninja Gaiden der Rollenspiele, ergo gnadenlos schwer. Und dabei waren die Entwickler nicht mal so nett, wenigstens noch eine Anspruchskurve einzubauen und den Spieler langsam an diesen Profi-Titel heran zu führen. Im Gegenteil, es geht direkt von Anfang an zur Sache – wer sich nicht hochkonzentriert durch die Welt von Demon’s Souls tastet, verliert schnell seine Energie und den Spielspaß. Dabei lässt schon der Anfang der Story rund um die düstere von Dämonen befallene Welt Boletaria vermuten, dass dieses Abenteuer kein Zuckerschlecken wird, denn gleich zu Beginn zwingt uns das Spiel dazu, bei einem unschaffbaren Bossgegner das Zeitliche zu segnen. Doch mit unserem Tod fängt das Spiel erst an, denn als Geist gilt es im Nexus nun in die sterbliche Welt zurückzukommen. Das schaffen wir, indem wir Seelen sammeln und Bosse von verschiedenen Arealen umlegen. Klingt simpel, stellt sich aber als echte Geduldsprobe heraus. Denn jede Seele die wir von erschlagenen Gegnern erhalten, verlieren wir umgehend sobald wir endgültig sterben. Anschließend können wir die gesammelten Seelen, welche sowohl als Gold als auch als Erfahrungspunkte dienen, an der Ablebens-Stelle zwar wieder einsammeln, schaffen wir es jedoch nicht bis dorthin zurück, sind sie für immer verloren und alles war umsonst. Doch selbst das ist nicht der größte Frustfaktor im Spiel. Unsere Geistergestalt hat kaum Lebenspunkte und auf dem Weg zur Sterblichkeit zurück stellen sich uns einige harte Brocken in den Weg, bei denen nicht immer sofort klar ist, wie diese zu besiegen sind. Trial and Error steht also auf dem Plan, das gilt auch für zahlreiche unfaire Hinterhalte, bei denen wir schneller verrecken, als wir unser Schild ziehen können. Bitte melde dich!Hier kommt jedoch eine Besonderheit des Titels zum tragen, denn Demon’s Souls ist ständig mit dem Internet verbunden. Das hat den Effekt, dass uns andere Spieler auf dem Boden der Welt Nachrichten und wir ihnen hinterlassen können um z.B. vor kommenden Gefahren zu warnen oder geheime Orte zu deuten. Ebenso können wir anhand von Blutlachen diverse Ablebe-Sequenzen anderer Recken vor uns beobachten. Das sind so noch nie dagewesene und gelungene Features, mit denen man sich zumindest nicht ganz alleine gelassen fühlt, selbst wenn kein anderer Mitspieler aktiv am Geschehen teilnimmt.Das Schwierigste am Spiel ist übrigens geschafft, sobald wir wieder unsere sterbliche Form erlangen. Denn ab dann können wir endlich Level aufsteigen und werden so immer stärker. Zu Beginn des Abenteuers entscheiden wir uns für eine Spielklasse und deren Aussehen. Zur Auswahl stehen einige wie Ritter, Templer oder Barbar, doch bereits hier fängt das Experimentieren an. Denn einige sind zu Beginn wesentlich einfacher zu spielen als andere. So lässt es sich mit einem Soldaten Anfangs viel leichter aushalten, als z.B. mit einem Vagabund. Dafür legen vermeintlich schwache Klassen im späteren Verlauf zu. Der umfangreiche Aussehens-Editor ist zwar nett gemeint, bietet aber eigentlich kaum Nutzen, da sich der Kopf unseres Helden eigentlich durchgängig unter einem Helm versteckt. Das Spielsystem gestaltet sich als eine Art Mischung aus Zelda und Diablo. Aus Zelda hat Demon’s Souls sein intuitives Kampfsystem, das gelungene Spielgefühl und die ausgeprägten Dungeons und Schauplätze, aus Diablo kennen wir den typischen Zufluchtsort zwischen den knackigen Arealen, zu dem wir stets zurückkommen und neue Aufträge abholen, die zeitweilig riesige Gegnerschar und die Sammelsucht. Denn aus Gegner kloppen und Ausrüstung sammeln besteht unsere größte Spielzeit – der ohnehin recht belanglosen Story zu folgen ist (ähnlich wie in Diablo) nur Nebensache. Bitte hilf mir!Doch zum Glück müssen wir uns nicht alleine durch Boletaria metzeln, denn andere Mitspieler können uns nicht nur Nachrichten hinterlassen sondern im späteren Verlauf sogar mit ins Spiel einsteigen. Insgesamt zu viert lässt sich dieses Abenteuer dann schon wesentlich entspannter bestreiten, zumal sich der Schwierigkeitsgrad durch zusätzliche Spieler nicht erhöht. Auf unserem Weg stellen sich uns immer dickere Bosse in den Weg, diese und auch die normalen Gegner wirken stimmig und abwechslungsreich.Gleiches gilt auch für die grafische Präsentation. Animationen sowie die Umgebung wirken atmosphärisch und detailliert, allerdings muss man das insgesamt düstere Setting mögen. Der gute Eindruck setzt sich auch beim Sound fort, Geräusche klingen passend, und die instrumentale Musik ist – wenn sie mal einsetzt - sehr stimmig. |
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