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Test: Tiger Woods PGA Tour 11

Nicht nur ein Update, sondern deutlich verbessert
 
Als ich mich kürzlich versehentlich im Internet herumtrieb und in einem Forum für Golf-Spieler landete, fand ich dort den Eintrag: „Mich interessiert der Sport nicht mehr, Tiger Woods hat ihn kaputt gemacht.“ Aha. Weil ein Sportler an Frauen interessiert ist, leidet nun also die Wertschätzung seiner unnachahmlichen Leistung. Mir ging das Gerede um die Beziehungsprobleme von Herrn Woods schon immer auf den Keks, Electronic Arts muss es ebenso ergehen, denn ungeachtet der öffentlichen Meinung erscheint auch in diesem Jahr ein Ableger der Tiger Woods PGA Tour, natürlich mit der Zahl „11“ versehen. Und entgegen der öffentlichen Meinung über den Meister des Abschlags, der Annäherung und des Puttens ist die verbesserte Version in diesem Jahr kein reines Update, sondern ein gelungenes Produkt, das nicht nur Fans des Sports zum Kauf reizen wird.

Zum ersten Mal nicht ganz allein…

…ist Tiger Woods auf dem Cover zu sehen. Vielleicht ein kleiner Tribut, den EA der öffentlichen Meinung zahlt, vielleicht aber auch nur ein Zeichen, dass das Facelifting des Spiels schon bei der Verpackung beginnt. Und die Sache mit dem codierten Online-Zugriff hat auch bei Tiger Woods Einzug gehalten: Wer weltweit an den Abschlag gehen will, gibt einen Code ein, der dem Spiel beiliegt – ein Gebrauchtkäufer muss den Code neu erwerben. Testweise kann auch eine Woche kostenlos herumprobiert werden, die Gamernet-Herausforderungen funktionieren allerdings auch ohne Zugangscode, wenn ihr anderen Golfern nacheifern wollte. Eigene Bestleistungen lassen sich nur mit dem Code raufladen. Die Online-Wettkämpfe laufen dabei flüssig ab, machen Spaß – wenn man einen wettbewerbsfähigen Charakter an den Start bringt. An Modi mangelt es online jedenfalls nicht, offline steht da letztlich weniger Abwechslung zu Buche, dem Spielspaß tut das aber keinen Abbruch.
Auf den ersten Blick hat sich nicht viel geändert, aber wie soll das auch passieren? Golf ist das Spiel, bei dem das Runde in das Runde muss, weniger Schläge sind hier mehr, überall steht etwas im Weg, oft Bäume oder Bunker, meistens sind es aber die eigenen Fertigkeiten, die uns einen Strich durch die Rechnung machen, um das Grün rechtzeitig zu erreichen. Und diese Fertigkeiten gilt es im Solo-Modus durch erfolgreiches Spielen aufzuwerten. In diesem Jahr läuft das über XP, Experience Points, die nach jeder Runde auf die Fähigkeiten verteilt und diese damit verbessert werden können. Anders als noch im vergangenen Jahr, als das sportliche Abschneiden direkte Auswirkungen auf die Fertigkeiten hatte, dürfen wir in diesem Jahr wieder selbst entscheiden, wo wir besser werden wollen. Das hat den Vorteil, dass bei einer verkorksten Runde nicht gleich Kraft und Genauigkeit nachlassen, sondern lediglich weniger Punkte zum Aufwerten zur Verfügung stehen. Andererseits geht so auch ein Hauch Realismus flöten, der allerdings an anderer Stelle hinzugefügt wird. Aber dazu später mehr.
Die XP werden aber nicht nur für die Fähigkeiten unseres Golfers verwendet, sondern auch für den Erwerb von Kleidung und Ausrüstung. Das bedeutet, dass ich das viele Geld, das ich durch die Gewinne von Turnieren verdient habe, einfach wegwerfen kann – es nützt mir nichts. Warum ich mit Erfahrungspunkten dann Schläger kaufen kann, wird mir immer ein Rätsel bleiben und an dieser Stelle haben die Jungs von EA in meinen Augen auch einfach Mist gebaut. Dass Kleidung und Ausrüstung ebenfalls die Fähigkeiten aufwertet, ist ein weiterer Arcade-Moment im Spiel, der jedoch nicht neu ist und mich bislang nie gestört hat. Es bleibt aber schwachsinnig, in einen Laden zu gehen und zu sagen: Guck mal, ich habe eben eine tolle Runde gespielt, jetzt will ich dafür eine neue Hose haben. Zumal ja auch genug Geld vorhanden sein sollte, wenn man zumindest den einen oder anderen Sieg eingefahren hat.

Wir zimmern uns einen Charakter

Bevor wir aber in die Solo-Karriere starten, müssen wir noch einen Spieler oder eine Spielerin erstellen. Es bleibt dabei befremdlich und unrealistisch, dass wir mit der Dame auch im Feld der Herren antreten. Der Editor hingegen lässt keine Wünsche offen, sowohl das Einbinden eines Gameface-Fotos ist möglich als auch das Erstellen eines komplett neuen Sportlers.
Screen 1
Es muss ja nicht immer Tiger Woods sein...
Screen 2
...aber der Ryder Cup ist natürlich wieder dabei...
Screen 3
Die Kurse sehen wieder gut aus...
Screen 4
...und es gibt ebenfalls wieder den Club-Tuner für die Fein-Justierung...

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Packshot
Sportspiel
von EA Sports
USK-Freigabe ohne Altersbeschränkung
PS3Juli 2010
360Juli 2010

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13.06.10
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