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Test: Toy Story 3
Auch Filmumsetzungen können Spaß machen - diesem Exemplar sollte man ruhig eine Chance geben.
Verstaubt steht der Playmobil-Reiterhof in der Ecke, gelangweilt schaut das Püppchen hinter Spinnweben hervor, die LEGO-Steine hatte seit Jahren niemand mehr in der Hand – in Vergessenheit geratene Spielsachen haben etwas Trauriges an sich. Auch Cowboy Woody und Space Ranger Buzz samt Gefährten leiden darunter, dass ihr Besitzer Andy erwachsen geworden ist. Nur dass die Plastikgesellen bekanntlich ein Eigenleben führen und sich nicht alles gefallen lassen, als sie es mit zerstörungswütigen Kindergartenkids und einem bösartigen Teddy zu tun bekommen... Bewährtes GameplayBasierend auf Elementen des neuen Kinofilms wurden für Toy Story 3 diverse zentrale Orte auf einem Spielbrett platziert, von dem aus man sie nach dem ersten Durchgang einzeln anwählen darf. Diese acht Storylevels bieten grundsolides Jump&Run-Gameplay mit beweglichen Plattformen und anderen genretypischen Ingredenzien, angereichert durch rasante Jetpack-Flugsequenzen zwischen Hindernissen und Action-Einlagen wie den Einsatz von Wurfgeschossen oder gar einer Kanone gegen rabiate Roboter und mutierte Muffins.Gesteuert wird dabei meist entweder Woody oder Buzz. Noch raffinierter gestalten sich die Aufgaben, sobald mit Cowgirl Jessie die dritte spielbare Figur zum Zug kommt und man per Tastendruck zwischen den Helden hin-und herspringt, um ihre jeweiligen Spezialfähigkeiten zu nutzen. So gilt es etwa, Freunde vor den Schrecken einer Schrottpresse zu bewahren – während Kraftprotz Buzz Kisten als Sprunghilfe herumschleppt, schwingt Woody via Lasso über Abgründe oder zieht an Schaltern, die der zarten Jessie den Zugang zu weiteren Apparaturen ermöglichen, auf denen nur sie mit einem besonders geschickten Hüpfer landen kann. Übermäßig komplex wird die Arbeitsteilung zwar nie, spaßig ist das Ganze trotzdem. Dank Koop-Modus im Splitscreen kann außerdem ein zweiter Spieler mitmischen. Hilfe für alle LebenslagenDie Steuerung ist einen Tick unpräziser als bei den Toptiteln dieses Bereichs und zickt in Sachen Kamera ab und an ein wenig rum, funktioniert jedoch mit ein bisschen Übung zuverlässig. Zudem haben die Macher ihrem Werk ein einsteigerfreundliches Hilfesystem verpasst: Neben unbegrenzten Versuchen und einer Menge Rücksetzpunkten kann man so auf Wunsch Tipps zum weiteren Vorgehen bekommen oder sich von einem schattenhaften Alter Ego die nächsten Schritte vorführen lassen. Bei einer Abfolge von herabstürzenden Plattformen wurde nach zu vielen Fehlschlägen sogar eine zusätzliche feste Fläche eingefügt.Eine Schattenseite des Komforts: Durch diese Hilfen schrumpft die Spieldauer noch zusätzlich, so dass die Story von Toy Story 3 innerhalb weniger Stunden abgeschlossen ist. Was hier aber, anders als bei den meisten Filmumsetzungen, kein Drama ist – die Rettung heißt: Woody´s Roundup!So der Name einer sympathischen Westernstadt, die sich am Rand des Spielbretts versteckt und überraschenderweise auf Dauer mehr Unterhaltung bietet als das eigentliche Abenteuer. Wahlweise als Woody, Buzz oder Jessie (die Figur kann bei jedem Besuch geändert werden) schlüpft man dort in die Rolle des Sheriffs, der von Bürgermeister Specki und allerlei Bewohnern Aufträge annimmt oder einfach nur auf der Suche nach Unmengen von Sammelgegenständen durch die Wüste marschiert.Das Städtchen ist ein wirklich gelungener Spielplatz, auf dem es so schnell nicht langweilig wird. Weitere benachbarte Orte lassen sich freischalten, um dann beispielsweise für Hund Slinky auf der Farm Kühe einzufangen oder ein unheimliches Geisterhaus zu erkunden, die putzigen Einwohner und ihre Häuser werden mithilfe gefundener Designs lustig umgestaltet, Pferdchen Bully erlaubt die Teilnahme an rasanten Ritten gegen die Zeit, Army Men-Fallschirmspringer müssen punktgenau auf Zielen landen... Das sind nur einige der simplen, doch unterhaltsamen Aktivitäten und nicht zuletzt das erwähnte Sammeln (das auch im Storymode eine Rolle spielt) wirkt sehr motivierend. An jeder Ecke spürt man Karten, neue Figuren und eben vor allem ulkige Frisuren, Hüte, Wandfarben und Co., unter anderem im Stil früherer Pixar-Streifen, auf. Ein prima Wilder Westen. Red Dead Redemption für die jüngere Generation *g* Apropos Kinder: Was mir mal wieder nicht ganz einleuchtet, ist die Altersfreigabe ab 12 Jahren – ich persönlich würde den Controller hier jedenfalls ohne Bedenken auch einem Zweitklässler in die Hand drücken. Schön buntDie Pixar-Filme sind bekannt für ihre fantastische Optik, da kann die Spielgrafik mit klobigeren Formen, einfachen Texturen und gelegentlichem Tearing plus Slowdowns natürlich nicht ganz mithalten. Trotzdem garantieren farbenfrohe Umgebungen, gelungene Animationen und abwechslungsreiche, fantasievolle Levels eine passende Atmosphäre, die durch coole Hintergrundmelodien und häufige Kommentare von tollen deutschen Sprechern unterstützt wird. Die Original-Stimmen sind wohl nicht durchweg vertreten – sie hören sich aber auf jeden Fall sehr ähnlich an. |
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