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Test: Sengoku Basara Samurai Heroes
Macht der Titel seinen Job besser als die festgefahrene Dynasty-Warriors Reihe?Jetzt mal raus mit der Sprache: Wer ist Fan der Dynasty Warriors -Reihe? Na, nicht so schüchtern, in Deutschland scheint es davon jedenfalls einige zu geben, denn die Japaner geben nicht auf, wenn es um zahlreiche Umsetzungen ihres ganz speziellen „Einer gegen alle kloppen“-Genres geht. So ein Fall ist auch Sengoku Basara und scheitert trotz Ambitionen das Genre weiter zu entwickeln an den gleichen Spielspaß-Hürden wie auch schon sein bekannteres Vorbild.Masse vor KlasseWer hätte gedacht, dass die Geschichte des Titels im fernen Japan spielt, um genauer zu sein, in einem fiktiven Szenario zu jener Zeit in der Schlachten noch mit Schwert und Axt entschieden wurden, statt mit Schusswaffen. Hier suchen wir uns einen von insgesamt 15 verschiedenen spielbaren Charakteren aus, um mit ihnen Japan zu erobern. Jeder von ihnen besitzt einen kleinen Plot, die sich untereinander auch mal schneiden und sogar die eine oder andere Wendung bieten. Die Geschichte ist nichts Besonderes und bietet so manches Plot-Klischee, tut allerdings ihre Arbeit um den Spielverlauf einigermaßen zusammenzuhalten. Dazu muss man allerdings auch Freund der japanischen Erzählweise sein. Denn der eigentlich ernste Titel nimmt sich ungewohnt häufig selbst aufs Korn und versucht durch maßlose Überspitzung seine eigentlich stereotypen, austauschbaren Charaktere doch erinnerungswürdig zu machen, was meist in die Hose geht. Trotzdem wird Unterhaltung geboten und die hohe Anzahl der auswählbaren Helden scheint zumindest auf dem Papier Abwechslung zu versprechen.Dumm wie BrotDie Realität ist aber weit weniger spektakulär, denn die einzelnen Charaktere unterscheiden sich zumeist nur im Aussehen und ein paar individuellen Bewegungen, hinsichtlich Fähigkeiten und Angriffsrepertoire erleben wir aber schnell Déjà Vus von Wechsel zu Wechsel. Und hier scheitert auch das Kampfsystem ähnlich wie bei Dynasty-Warriors: Es wird zu schnell langweilig, denn meist reichen die 0815 Standardkombinationen oder simples Buttonmashing aus, um sich die Schar von Gegnern vom Leib zu halten. Die gewöhnlichen Gegner haben nämlich die Intelligenz eines plattgetretenen Kaugummis, umkreisen uns zwar gerne, warten dann aber stets brav darauf niedergestreckt zu werden – und das auf jedem Schwierigkeitsgrad. Einziger KI-Lichtblick sind hier diverse Bosse, die ab und an am Ende eines Levels warten. Hier ist die Herausforderung schon größer, was aber hauptsächlich auch nur an der höheren Lebensenergie und der wuchtigeren Waffe liegt. Auch hier ist Stumpf bis auf wenige Ausnahmen meist Trumpf. Beim Missionsdesign hätte man sich ebenfalls mehr anstrengen müssen, so gilt es fast immer, eine Basis einzunehmen oder einen besonders schweren Brocken zu bezwingen.Dabei bietet das Spiel im Ansatz soviel Entwicklungsmöglichkeiten, die aber in der Spielspaßarmut untergehen: Vor jeder bevorstehenden Schlacht können wir unsere Recken reichhaltig ausrüsten, Waffen aufwerten und sogar Verbündete rekrutieren, auch wenn diese zuweilen noch dümmer als die Gegner sind. Anzumerken ist auch, dass das komplette Spiel auch im Koop bestreitbar ist, jederzeit kann unser Mitspieler zum Gamepad greifen und einsteigen. Das macht die Schnetzelei zwar nicht unbedingt abwechslungsreicher aber zumindest kann man so eher auf Hilfe bauen als bei den KI-Mitspielern. Aus vergangenen TagenOptisch wirkt der Titel recht billig. Man ist von Capcom eigentlich anderes gewöhnt, aber hier spürt der Spieler förmlich die Lieblosigkeit, mit der dieses Spiel produziert wurde: Die Gebiete wirken steril und trist, Effekte altbacken und die Cutscenes hölzern. Lediglich die Animationen der Charaktere sind gelungen, anders dagegen die der Gegner.Die Soundkulisse ist so typisch japanisch, wie das Genre selbst. Allerdings passen die teils fetzigen J-Rock Stücke nicht immer in das eher mittelalterliche Szenario. Durch die miserable englische Sprachausgabe wirken die Charaktere witziger als sie eigentlich sein sollten. Immerhin wurden die Texte eingedeutscht, wenngleich auch dort halbherzige Arbeit geleistet wurde, was symbolisch für das gesamte Spiel steht. |
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