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Test: Fist of the North Star: Ken's Rage
Wie schlägt sich dieser Massen-Brawler?Schon der letzte Ableger Sengoku Basara hat eindrucksvoll bewiesen, dass in dem japan-typischen Genre der „Einer gegen Alle“-Klopper wohl nichts innovatives mehr rauszuholen ist. Oder doch? Fist oft the North Star meint schon und versucht auf Biegen und Brechen einen gewissen Charme in die Abwechslungsarmut zu bringen. Und hat’s geklappt? You are already deadUm eins direkt zu klären: Fist of the North Star: Ken’s Revenge hat weder was mit Wikingern noch mit Streetfighter zu tun. Bei dem Titel handelt es sich um eine freie Umsetzung der hauptsächlich in Japan bekannten Manga-Reihe, die dort vor allem für ihre übertriebene Brutalität gefeiert wird. Und natürlich kommen die Blutfontänen auch in der Portierung nicht zu kurz. Als Schauplatz dient eine postapokalyptische Welt, die vornehmlich die Abenteuer von Protagonist Kenshiro erzählt, der im besten Mono-Klischee die Schwachen verteidigt und mit der Vergangenheit seiner verlorenen Liebe aufräumt. Natürlich gibt’s auch ein paar Bösewichte, aber die kommen und gehen ebenso wie die meist langatmigen Zwischensequenzen, die versuchen in dieser Welt irgendwie eine fesselnde Geschichte zu erzählen, es aber mangels Spannungsaufbau nicht schaffen.Unser Held Kenshiro hat also keine glänzende Vorlage, um sich zu seinem Erzfeind Roah durchzuprügeln, macht dabei aber einen ordentlichen Job. Man muss sich Kenshiro als eine Art mystischen und überproportionierten Bruce Lee Verschnitt vorstellen, der seinen Kampfstil Akkupressur ein wenig übertreibt und seine Widersacher auch schon mal explodieren lässt. Explodieren? Man merkt, die Entwickler, denen wir übrigens auch solche Kracher wie Dynasty Warriors zu verdanken haben, nahmen sich in diesem Spiel trotz oder gerade dank übermäßiger Brutalität nicht zu ernst, was dem Titel durchaus einen gewissen Charme verleiht. Dennoch wird Kenshiros Geschichte viel zu sehr in die Länge gezogen, auf unserem Weg stellen sich aber tausende Schurken und Minibosse in den Weg. Immerhin wurden die einzelnen Zonen nicht wie sonst ellenlang gestrickt, sondern ordentlich gekürzt und verhelfen so auch mal zur Verschnaufpause, dafür sind es aber umso mehr. Wer trotzdem bis zum Ende durchhält, kann sich danach im Traum-Modus austoben, in dem es möglich ist, mit anderen Charakteren alternative Szenarien zu spielen. Hier sogar auch via Splitscreen im Koop, was der Klopperei zu etwas mehr Abwechslung verhilft. Tausend FäusteWas hier ordentlich umgesetzt wurde, ist das Gefühl mit einem echten Martial Arts Tier zu spielen. Kenshiro prügelt sich per Schulterperspektive brachial und angemessen in Szene gesetzt durch die Gegnermassen. Die verschiedenen Kombomöglichkeiten, die uns direkt zu Beginn zur Verfügung stehen, sind aber nur die Spitze des Eisbergs. Durch voranschreiten in der Geschichte und sammeln von Erfahrungspunkten können wir unserem Recken im Shop zwischen den Levels immer neue Schläge, Tritte und besonders spektakuläre Spezialangriffe spendieren. Die Idee ist gelungen, die Umsetzung kränkelt nur leider an der aus dem Genre gewohnt miesen Gegner-KI. Nicht nur, dass sich uns fast immer die gleichen Pseudo-Punker-Massen in den Weg stellen, diese agieren auch noch so dumm, dass meist die einfachsten Kombinationen ausreichen, um ihnen den Garaus zu machen. So wenden wir die neu erlernten Techniken meist nur für den ersten Aha-Effekt an und greifen danach ernüchtert auf die bewehrten, einfacheren Techniken zurück. Ein Lichtblick sind hier nur gelegentliche Quick-Time Momente, die Bosskämpfe besonders in Szene setzen.Fashion VictimMan muss schon sagen, Fist of the North Star geht mit dem Trend der Zeit, fast alles wurde in unauffälligen Pastellfarben und Brauntönen gehalten. Im ernst, viel Farbe gibt es bei diesem Prügler nicht zu sehen, die Spielwelt wirkt eher trist und wenig abwechslungsreich. Ständig kämpfen wir in Häuserruinen die auch nicht vor Details strotzen. Dazu kommen die teils starren Animationen unseres Helden und seiner Gegner. Dennoch wurde das Spielgefühl dank brachialer Aktionen besser umgesetzt, als im Genrestandard.Einen Preis verdient der Titel aber dennoch, und zwar den für die schlechteste Sprachausgabe dieses Jahres. Die vertonten englischen Dialoge und Ausrufe sind stellenweise so schlecht, dass sie schon Kultstatus erreichen und bereits im Internet parodiert werden. Denn wenn Kenshiro zum hundertsten Mal seinen Einzeiler „You are already dead“ ausposaunt, wirkt das nur schwer ernst zu nehmen. Die musikalische Untermalung fällt dagegen kaum auf. Die Texte wurden im Übrigen eingedeutscht. |
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