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Test: NBA Jam

Wer das Original nicht kennt, bleibt zu Hause
 NBA Jam
Ich hatte sie alle. Fast alle. Ich hatte die erste Spielkonsole, die es jemals gab, ich hatte Atari, ich hatte ColecoVision, ich hatte Dreamcast, ich hatte die PS One, ach, ich hatte sie wirklich fast alle. Sega Mega Drive und die SNES hatte ich zum Beispiel nicht, das war für mich Kindergarten. Und zu der Zeit kam auch NBA Jam heraus und ich war noch auf dem Trip, das zum einen nur der Realismus zählt und zum anderen Fußball einfach mehr Sinn ergibt, als einen Ball durch die Luft zu werfen. Heute bin ich für alles offen, denn, hey, ich hatte sie alle – schafft es NBA Jam diesmal, mich zu begeistern?

Kennst du das Original?

Ganz ehrlich: Mich nervt dieses Gerede „Ach, da MUSST du den Vorgänger kennen“ oder „Das Original war besser“ – wenn die Gegenwart Schrott ist, dann interessiert mich die Vergangenheit wenig. Gucke ich mir NBA Jam jetzt an, dann kann ich mir vorstellen, dass der Titel damals wirklich ein Brenner war. Damals. Heute – und das ist 17 Jahre später – ist das alles eher enttäuschend. Im Arcade-Stil und mit einer zweifelhaften Mischung aus 3D- und 2-Perspektive begeben wir uns auf das Parkett. Das mag total retro und hip sein, ist aber erst einmal nur seltsam. Wackelnde Köpfe, die durch ein freispielbares Feature auch im „Big Head“-Modus auf den Schultern thronen, versprechen auch gleich von Beginn an: Hier gibt es keinen Realismus, hier ist Arcade angesagt. Und diejenigen, die vor knapp 20 Jahren schon diesem Spiel verfallen sind, werden das auch jetzt tun und leise vor sich hin juchzen. Alle anderen gucken nur irritiert auf den Bildschirm. Ja, man muss eben das Original kennen, liebe Freunde.

Äh, was spielen wir hier?

Gut, es gibt die Retro-Freaks bei denen alles „Old-School“ sein muss – bitte, das bekommt ihr. Denn mal abgesehen von der nostalgischen Grafik gibt es auch noch ein wahres 90er Jahre Gefühl bei der Modus-Auswahl. So wenig Umfang gab es schon lange nicht mehr in einem Spiel zu finden: Auf den ersten Blick sieht das vielleicht halbwegs passabel aus, aber hinter den Kulissen ist das ein uniformes Einerlei. Das Herzstück stellt der „Campaign-Modus“ dar, in dem wir mit einem Team alle anderen Mannschaften schlagen müssen – nach den NBA-Divisionen aufgeteilt. Nach fünf Teams wartet dann ein „Bosskampf“ gegen altbekannte Stars aus der NBA. Das Angenehme: Die aktuellen Teams sind mit den Top-Spielern komplett enthalten, so dass nominell auf jeden Fall etwas Flair vorhanden ist. Der geht aber durch das simple Gameplay schnell wieder verloren, denn die weiteren Modi bieten wenig Neues oder gar Überraschendes. In der „Remix-Tour“ kämpfen wir uns durch die Divisionen in fünf verschiedenen Mini-Spielen, was den Spielspaß auch nicht sonderlich nach oben bringt. In den „Remix-Modes“ dürfen wir die fünf Mini-Spiele einzeln anwählen, in den „Boss-Kämpfen“, klar, geht es um die Boss-Kämpfe und der Jam-Modus ist das Tutorial, in dem die Steuerung erklärt wird.

Button oder Stick, alles simpel gestrickt

Die Bewegung der pixeligen Helden auf dem Parkett läuft über den linken Ministick, Aktionen wir Steals, Blocks, Würfe oder Dunks werden entweder über die Buttons oder mit dem rechten Ministick durchgeführt. In Kombination mit den Schultertasten können dann noch Rempler andere Moves abgerufen werden. Und wie beim Arcade üblich spielt sich das alles schnörkellos und direkt, Fouls gibt es keine, wohl aber die Goaltendig-Regel, so dass beim Blocken ein Hauch Fairness durch die Halle weht. Dass es aber oft Unstimmigkeiten in der Perspektive gibt, dadurch dann Blocks und Steals auf der Strecke bleiben, ist wieder unfair.

So, wo ist jetzt das Monster?

Arcade und Boom Shakalaka, das gehört einfach zusammen. Wilde, knappe Kommentare, die aber den Funken niemals so recht überspringen lassen. Überspringen ist da auch das richtige Stichwort: Ganz im Arcade-Stil sind Dunks und Blocks immer im Superlativ gehalten, da springen unsere Sportler mächtig durch die Luft – ohne dass dabei so etwas wie ein „Yeah-Gefühl“ aufkommt, was noch bei NBA Street HomecourtWeitere Infos der Fall war. Das liegt ganz sicher an den Animationen, die deutlich flüssiger und schicker aussehen könnten. Das mag natürlich auch daran liegen, dass ich das Original nicht kenne und mein Nostalgiemuskel kaputt ist, aber ganz nüchtern betrachtet ist das langweilig. Ein wenig Freude kommt auf, wenn zu zweit gezockt wird. Auch online kann das Spiel für einen Moment lang Spaß machen, aber insgesamt bietet NBA Jam einfach zu wenig, um den Spieler langfristig begeistern oder fesseln zu können.
Screen 1
Eine Mischung aus 2D- und 3D-Grafik wartet auf den Spieler
Screen 2
Alles ganz puristisch und klar im Arcade-Stil gehalten
Screen 3
Was gerade bei den Dunks nicht zu übersehen ist...
Screen 4
Packend oder gar begeisternd ist das Gameplay deswegen aber nicht.

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Packshot
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von EA Sports
USK-Freigabe ohne Altersbeschränkung
PS3November 2010
360November 2010

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