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Test: Fight Night Champion
Nachtest: Es ist nicht alles besser, aber es ist gut
Wir gehen in die fünfte Runde – für einen Profi-Boxkampf über die volle Distanz kann das gerade mal die Hälfte des Weges sein. Nachdem die Fight Night -Serie mit dem vierten Teil optisch überzeugen konnte, spielerisch aber auch ein paar Mängel aufwies, dürfen virtuelle Prügelknaben nun mit Fight Night Champion wieder in den Ring steigen. Neu sind dabei der geskriptete Champion-Modus und ein paar kleinere Details. Ob das aber alles auch so neu und so brillant ist, dass es sich lohnt, den Vorgänger in der Versenkung verschwinden zu lassen? Da hilft nur eines: Virtuelle Boxhandschuhe anziehen, den Controller schnappen, Kraft und Ausdauer trainieren und prügeln, was das Zeug hergibt. Und der Sieger heisst ... ach, lest selbst. Die kleinen optischen BastelarbeitenFight Night war von Beginn ein Grafikblender – und das mit entsprechendem Erfolg. Das gilt auch für diesen Teil, auch wenn für Fans und Kenner der Serie die großen Aha-Effekte ausbleiben, weil sich die Veränderungen und Verbesserungen nur minimal bemerkbar machen. Nichtsdestotrotz sieht das Spiel wirklich hervorragend aus, die Animationen im Knockout-Bereich sind noch etwas vielfältiger und eindrucksvoller und es macht einen Heidenspaß den Kontrahenten auf die Bretter zu schicken. Allerdings sind die Wiederholungen von gelungenen Kopftreffern nicht mehr so eindrucksvoll wie noch beim Vorgänger, die Replay-Funktion mit einstellbarer Kamera zum Speichern der eigenen Höhepunkte ist hakelig und fummelig. Kleine Wermutstropfen im vom Schweiß der Kämpfer getränkten Ring.Und auch wenn die Optik sehr auf Realismus angelegt ist, der Wiedererkennungswert der einzelnen, bekannten Boxer auch durchaus sehr hoch ist und die Texturen bei Mänteln oder anderen Kleidungsstücken sehr schön umgesetzt wurden, so gibt es doch immer noch hier und da Clippingfehler zu beklagen. Ich schlag dir in die Fresse, KleinerAuch beim fünften Teil der Serie steigen keine Frauen in den Ring, Männer schlagen sich die Fäuste um die Ohren und legen dabei los wie die Feuerwehr. Dank diverser Schieberegler kann man das Gameplay von Schlaghärte bis hin zur Verletzungswahrscheinlichkeit einstellen, doch unterm Strich ist der Titel mehr auf wilde Prügeleien ausgelegt, statt auf Taktieren und präzises Schlagen. Das liegt unter anderem an der hakeligen Steuerung, die teilweise etwas träge reagiert, wenn man zu unvorsichtig mit den Schlägen umgeht. So kann es passieren, dass man bereits den Button zum Blocken gedrückt hält, der Recke aber noch munter vor sich hinschlägt und so geradewegs in einen Konter läuft. Taktieren fällt demnach schwer, ist aber auch nicht unmöglich – man muss sich und seine Schlaggewohnheiten nur ein wenig disziplinieren. Gerade im Kampf gegen menschliche Gegner kann das alles aber schnell auf den simplen Austausch von Fäusten hinauslaufen.Geprügelt wird im Übrigen mit der Full-Stick-Control, die es schon in den Vorgängern gab, aber ein wenig abgespeckt wurde. Kreisende Bewegungen mit dem Ministick sind nicht mehr gefragt, es reichen simple Richtungsschübe, die in Kombination mit den Schultertasten muntere Kombos ergeben. Champion, Karriere und all die vielen KämpferFür Solisten und Offline-Spieler hat der Titel einige Varianten parat, die für Abwechslung sorgen. Im Champion-Modus erleben wir die Geschichte eines farbigen Boxers auf dem Weg zum Ruhm, der sich durch alle Höhen und Tiefen einer Karriere zu kämpfen hat. In bester Rocky-Manier gibt es hier einen fast interaktiven Film, bei dem wir uns durch den Ring schlagen – allerdings ist das Ganze derart festgelegt, dass Versagen keinen Platz hat. Wer einen Kampf nicht unter bestimmten Voraussetzungen gewinnt, muss es noch mal machen, um die Geschichte und demnach auch die passenden Zwischensequenzen zu erleben. Dass das Spiel dabei ohne Vorwarnung direkt mit einem Kampf startet, wird viele Zocker überraschen – Genre- und Serien-Neulingen werde gleich auf die Probe gestellt.Da ist der Karriere-Modus doch deutlich stärker in Sachen Einzigartigkeit, weil wir uns hier mit einem selbst erstellten Boxer langsam den Weg an die Spitze der Boxwelt erarbeiten müssen. Alle Gewichtsklassen sind vertreten. Das Training ist allerdings im Vergleich zum Vorgänger abgespeckt worden, was sich vor allem in der Athletik bemerkbar macht, weil es dort nicht einmal mehr eine Animation gibt, sondern nur noch eine Erfolgsmeldung. Offline dürfen wir auch gegen einen anderen menschlichen Gegner antreten und dabei aus der Fülle der bereits im Spiel integrierten Boxern wählen. Das funktioniert mit den selbst erstellten Kämpfern dann natürlich auch online, wo man neben der Weltmeisterschaft auch einen Boxclub gründen kann, um gegen Vereinsmitglieder anzutreten. Die Sprachausgabe ist – wie auch bei den Vorgängern – wieder komplett auf Englisch. Das kommt der Authentizität im Ring und drumherum absolut zugute. |
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