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Test: Portal 2
Für Freunde von Löchern und viel Spaß
Damals, also als meine Großmutter noch bei Aperture war, da habe ich sie immer darum beneidet, dass sie in so einer riesigen Firma gearbeitet hat. Wenn ich gewusst hätte, was da hinter den elektronischen Türen so abgeht, dann wäre ich wohl anderer Meinung gewesen. Ernsthaft: Portal 2 ist die gelungene Fortsetzung des Überraschungshits, jetzt mit on- und offline Coop-Modi. Gerüchten zufolge soll das PSN ja auch im Besitz von Aperture sein, was einiges erklären würde. Löcher, Solisten und Star WarsWer den ersten Teil von Portal gespielt hat, weiß zum einen schon, worum es geht und ist auch sofort mit der Steuerung vertraut. Nachdem die namenlose, stumme Protagonistin im ersten Teil eigentlich alles richtig gemacht hatte, ist sie nun doch wieder in der gigantischen Anlage gefangen und muss Intelligenztests bestehen, indem sie Räume durchquert. Das funktioniert alles mit einer Portal-Kanone, die zwei Löcher in die Wand schießt, die miteinander verbunden sind. Am Spielprinzip hat sich im Vergleich zum ersten Teil also nichts geändert, es bleibt simpel und genial. Dafür gibt es jetzt feine Erweiterungen wie Sprung-Gel und Schnelligkeits-Gel sowie weiße Farbe, die es ermöglicht, überall Portale zu erstellen. Kraftfelder und Katapulte sind ebenfalls am Start. Der Schwierigkeitsgrad ist im Solo-Part leicht angestiegen, aber wer sich mit der Denkweise einmal vertraut gemacht hat, kommt hier relativ gut zurecht. Da es aber immer nur eine Lösungsmöglichkeit gibt, geht der Wiederspielwert – wie schon beim Vorgänger – gegen Null. Und nachdem ich mich beim ersten Teil geärgert hatte, dass die Solo-Kampagne zu kurz war, muss ich jetzt sagen: Das hatte schon seine Berechtigung. Ich kann nicht glauben, dass ich das schreibe: Der Story-Modus ist etwas zu lang geraten. Denn im letzten Viertel verliert die Geschichte an Zugkraft. Noch ein Raum, noch ein paar sarkastische Kommentare aus dem Lautsprecher und noch ein Raum und ich dachte irgendwann nur: Bitte, lass uns jetzt endlich mal zum Ende kommen. Aber bitte nicht falsch verstehen: Portal 2 macht wirklich Spaß und es ist immer wieder ein Fest, einen Raum zu meistern. Nur wird das simple Spielprinzip eben irgendwann auch zu dünn für eine langfristige Geschichte. Was das Spiel definitiv stärker macht als seinen Vorgänger ist der Coop-Modus. Hurra, möchten wir da schreien, haben aber gar nicht die Mittel dazu, denn wir sind immer einer von zwei Robotern. R2D2 und C3PO lassen grüßen, zumal die beiden Protagonisten, P-Body und Atlas, auch klasse animiert sind. Mit einem umfangreichen Gestensystem können dem Mitspieler Hinweise gegeben werden, damit man zu zweit die insgesamt 20 Räume durchqueren kann. Hier läuft Portal 2 dann nochmal zu großer Form auf, was offline im Splitscreen wunderbar funktioniert aber auch online vollends begeistert. Was einfach genial ist......ist der Humor im Spiel. Das ist teilweise so erfrischend böse und komisch, dass man es durchaus mehrfach hören kann. Dass dabei sowohl die deutsche Synchronisation als auch die englische Originalstimme ausgewählt werden darf, ist eine nette Dreingabe. Auch die Rätsel können sich sehen lassen, werden mit zunehmender Spieldauer komplexer, wobei hier gerade das Spiel mit den Flüssigkeiten wirklich Laune macht. Das sieht schließlich auch noch gut aus, wobei in den kargen Räumen und auch in den Zwischenleveln nun wahrlich kein grafisches Feuerwerk abgebrannt wird. Atmosphärisch muss sich Portal 2 vor nichts und niemandem verstecken, was auch am ganz ordentlichen Soundtrack liegt. Und schließlich ist da ja auch noch der Spielspaß, der wirklich hammerhart einschlägt.Was nicht so richtig funktioniert......ist das Hilfe-System: Es ist schlicht nicht vorhanden. Nun kann man das einerseits als Motivationspille begreifen, weil schlussendlich in dieser Situation ein Hilfe-System genaugenommen vollkommen unrealistisch ist. Wer sich aber mal an einer Stelle befindet und partout nicht weiter kommt, über eine halbe Stunde dieselben Mauern betrachtet und die Lösung nicht findet, der hätte sich zumindest so eine Option gewünscht. Klar, gewiefte Tüftler sehen das als Herausforderung, aber es kann eben auch nerven, weil man in den später sehr großen Arealen auch gut die Übersicht verlieren kann.Schließlich bleibt da noch die Sache mit dem Wiederspielwert: Angeblich soll es für PC-User irgendwann einen Editor geben, da erledigt sich das schnell. Konsoleros müssen deshalb auch bedenken, dass ein einmal gelöstes Rätsel nicht ein zweites Mal Kopfzerbrechen bedeutet. |
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