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Test: No More Heroes: Heroes’ Paradise
Sex, Blut und Open World - aber wo ist der Spielspaß?
Fast drei Jahre brauchte es, No More Heroes von der Wii auf die PS3 zu portieren. Auf der braven Wii sorgte das Erwachsenen-Spiel noch für Aufsehen - kann es auf der PS3 überzeugen?Tarantino meets GTADie Story ist dermaßen abgedreht, das sie von Quentin Tarantino stammen könnte. Der Killer Travis Touchdown trifft die hübsche Sylvia Christel und will sie ins Bett kriegen. Sie schlägt ihm stattdessen vor, sich als Nr.11 des Clubs der Killer mit seinem Beam-Katana durch die komplette Top 10 der besten Assassinen zu schnetzeln. Travis willigt ein und schon stehen wir am Haus von Killer Nr.10.Die zehn Missionen führen zu unterschiedlichen Gebäuden, wo wir uns – streng linear - durch Heerscharen von Gegnern schnetzeln. Dabei ist immer nur ein kleiner Bereich des Gebäudes zugänglich, erst wenn alle Gegner erledigt sind, öffnet sich der nächste. Herumstehende Kisten, die u.a. die Gesundheit oder die Batterie des Katana aufladen, unterstreichen noch das altbackene Game-Design. Am Ende wartet dann der Killer, der einen deutlich längeren und schwierigeren Kampf fordert, als das Kroppzeug auf dem Weg dorthin. Und was hat das mit GTA zu tun? Den Entwicklern ist wohl aufgefallen, dass die Killer-Missionen allein ziemlich langweilig wären, und haben noch einen Open-World-Teil drumherum gebastelt. Um zur nächsten Killer-Mission zugelassen zu werden, muss man sich mit Gelegenheitsjobs Geld verdienen. Da wird dann auch oft gemeuchelt, es gibt aber außerdem so seltsame Missionen wie Kokosnüsse sammeln, Omas Rasen mähen, oder Skorpione sammeln. Ob man das nun komisch oder schlicht bescheuert findet, bleibt jedem selbst überlassen, machen muss man es, um das Geld zusammenzubekommen. Davon ab kann man sich in Shops neue Outfits oder auch bessere Waffen zulegen oder im Training neue Moves erlernen. Sinnvolle Move-UmsetzungDie ganze Zeit mit Move das Schwert schwingen - fällt einem da nicht der Arm ab? Zum Glück haben die Entwickler das anders gelöst. Geschlagen wird nämlich mit der Move-Taste, die Haltung des Motion Controllers bestimmt, ob Travis von oben oder unten zuschlägt.Andererseits geht dadurch natürlich das echte Schwertkampf-Feeling flöten. Das hat zum Beispiel Sports Champions deutlich besser vermittelt.Mehr Bewegung wird erst bei den Death Blows (in Pfeilrichtung schlagen) oder bei bestimmten Moves (z.B. Kreisen, wenn Schwerter aufeinandertreffen) gebraucht. Bewegt wird sich mit dem Navigationscontroller. Alternativ kann man auch nur mit einem Dualshock spielen. Technisch billig, inhaltlich armseligWas uns Konami hier im Jahr 2011 als Grafik auftischt, ist eine Frechheit. Selbst auf einer PS2 wäre das nichts Besonderes, für Playstation 3-Verhältnisse ist die Grafik eine Beleidigung. Einzig die Charaktere sind noch halbwegs gelungen, die Umgebungen aber einfach nur eckig, eintönig und trist. Die Stadt Santa Destroy, durch die wir zwischen den Missionen mit dem Motorrad cruisen, hat ebenso keinerlei Hingucker zu bieten und ist beinahe unbelebt.Das Gameplay ist auf die Dauer auch armselig. Man metzelt sich auf die immer gleiche Weise durch Massen von Gegnern, deren Ableben von immer gleichen Sprüchen begleitet wird. Apropos immer gleich: Das rund 10 Sekunden lange Musikstück, das während der Killermissionen in einer Endlosschleife läuft, passt gut dazu. Abwechslung gibt es allenfalls durch die Spezialfähigkeiten, die man ab und an durch Kombos freischaltet. Einzige Höhepunkte sind die Bossfights, die allerdings arg lang geraten sind und somit für Frust sorgen können, wenn man kurz vor dem Ableben des Gegners selber den Löffel abgibt. Doch die Inszenierung der Arenen, in denen man sich mit den Bossen misst, ist gelungen. Außerdem kommt man hier mit schlichtem Draufknüppeln nicht weit. Einen Hauch von Humor gibt es in den Zwischensequenzen, wenn Sylvia den notgeilen Travis mal wieder abwatscht – allerdings nur mit deutschen Untertiteln, die Sprachausgabe ist komplett englisch. |
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