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Test: WWE 12
Können die Wrestler noch austeilen?
Alle Jahre wieder kommt nicht nur ein neues FIFA , sondern mittlerweile auch stets ein überarbeitetes Wrestling-Spiel von THQ. Und auch wenn die Sportsentertainment-Serie im TV in den letzten Jahren mehr oder weniger auf der Stelle trat, versuchten sich zumindest die Entwickler der Konsolenadaption immer wieder etwas Neues einfallen zu lassen. Natürlich sind auch dieses Jahr die Versprechungen groß, aber gibt es hier tatsächlich noch mehr frischen Wind im Genre als nur einen verkürzten Namen?Hol den Vorschlaghammer!Wer die Wrestling-Serie über die Jahre kennt, weiß auch, dass bis auf ein angepasstes Kämpfer-Roster und hier und da einem veränderten Modus, nur selten etwas wirklich Neues ins Haus steht. Immerhin spürt man diesmal aber dennoch die Innovationslust seitens der Entwickler. Der altgediente Modus Road to Wrestlemania, in dem wir in den letzten Jahren stets mit einem ausgesuchten Recken eine individuelle Geschichte erleben, hat in der Form ausgedient. Man entschied sich angesichts des stark gescripteten TV-Vorbilds bewusst dafür, auch das Herzstück von WWE 12 wieder deutlich linearer zu halten. Statt uns die Auswahl über unser Schicksal selbst zu überlassen, spielen wir nun nacheinander die Geschichte von drei vorgesetzten Wrestlern nach, jeweils aus Sicht des Bösewichts, des Außenseiters und des Publikumslieblings. Ebenso vorbestimmt ist auch der Spielverlauf: Die Events, die Begegnungen, die Aktionen hinter den Kulissen und selbst manchmal die Kampfausgänge werden vom Spiel vorgegeben. Vorteil der Änderungen ist, dass die Geschichten nun kompakter und intensiver erzählt werden, da sie alle vorgescriptet sind. Nachteil ist jedoch, dass wir den Hauptmodus nicht mehr mit einem selbst gebastelten Charakter spielen dürfen. Außerdem wird uns kaum noch Freiraum bei der Gestaltung der Handlungen gegeben. Diesen Freiraum haben wir aber zumindest im Universe-Modus, in dem wir uns quasi unsere eigene Wrestlingliga erschaffen können, samt Matches, Events und Wrestlerfeden.Für ein Prügelspiel beachtlich ist auch diesmal wieder die Anzahl namhafter Wrestler, die zur Auswahl stehen. Die Bekanntesten wie John Cena, The Rock oder CM-Punk sind ebenso dabei, wie über 60 ihrer Kollegen. Zudem können wir uns auch wieder im umfangreichen Editor austoben und eigene Charaktere, Moves und neuerdings auch Arenen erschaffen. Der Editor-Lust werden kaum Grenzen gesetzt. Ebenso finden sich auch wieder nahezu alle erdenklichen Matchmöglichkeiten im Spiel wieder, egal ob TLC- Tornado- oder spezielle Harcorematches Im WürgegriffKniffliger wird's aber bei der Steuerung. Die Entwickler entschieden sich dazu, die über die Jahre bewährte Analogsteuerung aufzugeben und wieder ein arcadigeres Spielgefühl zu realisieren. Sprich, es wird nun fast jeder Button auf dem Pad mit einer Fähigkeit angesprochen. Das bedeutet für Serienveteranen eine massive Umstellung. Der eigentliche Haken daran ist jedoch, dass es zu der neuen Steuerung keinen vernünftigen Tutorialmodus gibt und wir die Steuerung quasi im Kampf erst erlernen. Einige Fruststunden, in denen uns selbst Gegner auf einfachem Schwierigkeitsgrad auseinandernehmen, sind dadurch vorprogrammiert.Zudem wurden die Konter erheblich erschwert. Das Timing für diese muss nun perfekt sein. Besonders ärgerlich ist dabei aber, dass die gelegentliche Anzeige der richtigen Kontertaste erst nach dem eigentliche Zeitfenster erscheint und wir nur mit Vorahnung und Erfahrung erfolgreich kontern können. Immerhin lassen sich nun aber einfacher verschiedene Körperregionen ansteuern, was direkte Auswirkungen bei der Beweglichkeit der Kämpfer mit sich bringt. Dennoch geriet die neue Steuerung insgesamt zu unausgereift und erst mit viel Übung werden erste Matcherfolge sichtbar. Alles nur Show?Auf der technischen Seite merkt man der Serie die in die Jahre gekommene Engine deutlich an. Im Prinzip wurden hier und da nur ein paar Texturen ausgetauscht, ansonsten sieht auch WWE 12 so wie seine Vorgänger aus. Eine frische Engine ist mehr als überfällig. Immerhin wurden die Einläufer der Wrestler nach wie vor ordentlich inszeniert, beim dritten oder vierten Mal überspringt man sie dennoch. Erfreulich ist jedoch, dass es wieder sehr viele (wenn auch nur englische) Originalstimmen ins Spiel geschafft haben, lediglich die Kommentatoren bleiben deutlich hinter ihren TV-Präsenzen. Sämtliche Texte wurden aber lokalisiert.Und auch beim Multiplayermodus scheiden sich die Geister. Theoretisch kann man mit bis zu drei Freunden online in den verschiedensten Matches in den Ring steigen und auch Ranking-Punkte verdienen. In der Praxis stören aber stellenweise extreme Lags und zahlreiche Spielabbrüche. Auch hier lernten die Entwickler nicht aus den vergangenen Jahren, die WWE-Serie war noch nie für ihren makellosen Netzwerkcode berühmt. So bleiben eigentlich nur lokale Matches übrig und hier bietet der Titel wie gewohnt seine größten Spielspaßmomente, sofern sich jeder mit der Steuerung zurechtfinden kann. |
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