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Test: London 2012

Die beste Olympiade seit langem
 London 2012
Ich muss gestehen, dass mir der Angstschweiß ausbricht, wenn ich höre, dass eine Olympiade ansteht. Nicht, dass ich mich vor den meist mit Dopingmitteln verseuchten Sportlern fürchte, nein, es ist das Gefühl von Panik, dass ein neues Spiel mit der Lizenz zum Wegwerfen bei mir landet. Was steht an? London 2012, die Olympiade im Land der Linksfahrer und Königinnenverehrer, das Mutterland des Fußballs und Heimat von Wimbledon, es gibt also einen Ruf zu verlieren. Vielleicht liegt es daran, dass der diesjährige Ableger eines Sportspiels mit vielen Disziplinen keine Katastrophe und vor allen Dingen keine Rüttel- und Button-Smashing-Orgie geworden ist.

Mein Gott, sind das viele!

Was sofort auffällt, ist das, was fehlt: Eine Karriere gibt es im aktuellen Olympia-Ableger nicht, was auch gleich der größte Kritikpunkt ist. Dafür gibt es einen Online-Modus, in dem zwei bis vier Athleten in den fast 50 Disziplinen gegeneinander antreten können. Allerdings ist diese Zahl nicht ganz korrekt, weil durch die Unterscheidung von Männer- und Frauen-Wettkämpfen die tatsächliche Zahl auf unter 30 sinkt.
Im Offline-Modus gibt es die Olympia-Kampagne, die in drei Schwierigkeitsgraden angetreten werden darf, sowie einen Party-Modus, bei dem es inklusive Kinect/Move mit zwei bis vier Spielern durchaus amüsant zur Sache geht - jubeln, und feixen inklusive, wenn man den besten Kumpel oder die Freundin mal eben klar in die Schranken gewiesen hat. Allerdings lässt die Bewegungserkennung doch arg zu wünschen übrig, weshalb es ganz gut ist, dass diese Steuerung nicht für die anderen Modi angedacht wurde. Auch einzelne Disziplinen dürfen angewählt werden und wer will, stellt sich einen eigenen Wettkampf zusammen – allerdings können nur maximal acht verschiedene Wettkämpfe bestritten werden. Schade, denn beim Olympia-Modus in der Kampagne sind es bis zu 24 Disziplinen.
Zumindest bei der Auswahl der Disziplinen kommt so schnell keine Langeweile auf, an Vielfalt wird hier wirklich alles geboten: Die Palette reicht vom Tischtennis über Rudern und Beachvolleyball oder Radfahren bis hin zu den Klassikern der Leichtathletik wie den Sprint- und Sprungveranstaltungen sowie zahlreichen Schwimmwettbewerben. Damit nicht genug: Turmspringen, Pistolenschießen, Kajakfahren oder Turnen sind ebenfalls vertreten, so viel Auswahl gab es schon lange nicht mehr – wenn diese Vielfalt momentan nicht sogar konkurrenzlos ist.

Am Ende gewinnt die Schweiz oder England

Die beste Art, sich mit den Disziplinen auseinanderzusetzen, ist zweifelsohne die Kampagne. Zunächst gibt es sie nur in „leicht“ und in „normal“, wer im normalen Schwierigkeitsgrad am Ende mit seinem Land im Medaillenspiegel ganz oben steht, der bekommt auch die KI in Topform präsentiert. Allerdings ist es etwas ärgerlich, dass hier das Zufallsprinzip regiert: Ich habe nichts gegen die Schweizer, aber dass dieses Land den Sieger über 200 Meter stellt, ist eher unwahrscheinlich. Jamaikas Starter wurde im Übrigen Letzter, was im selben Maß fragwürdig ist. Solche Phänomene treten in allen Disziplinen auf, oft sind die Chinesen und die Engländer ganz vorn auf dem Treppchen gewesen, während die USA scheinbar nur mit einer B-Truppe angereist ist. Aber ich will nicht kleinlich sein: Es muss nicht immer alles so realistisch sein wie im wirklichen Leben.
Welche Disziplinen in der Kampagne auftauchen, ist nicht immer ganz klar: Aus acht verschiedenen Wettkämpfen wählen wir zwei für den Tag aus, dann geht es los. Erst die Qualifikation, und wenn wir unter den ersten Vier landen, dann dürfen wir am Nachmittag noch mal im Finale ran. Beim Tischtennis und beim Volleyball sind wir allerdings bereits im Halbfinale, sodass ein Sieg – gespielt wird in drei Gewinnsätzen bis zum sechsten Punkt beim Tischtennis und bis zum fünften Punkt beim Volleyball – ausreicht, um sich Gold oder Silber zu sichern. Am folgenden Tag gibt es dann zwei neue Disziplinen zu den verbliebenen sechs, wir wählen wieder zwei aus. Auf dem leichten Schwierigkeitsgrad dauert die Kampagne sieben Tage, normal benötigt man zehn Tage und auf dem höchsten Niveau sind wir 14 Tage in London.
Screen 1
London 2012: Jetzt auch mit Trampolin-Springen - aber auch nicht so einfach.
Screen 2
Schwierig ist auch das Turmspringen, weil das Eintauchen knifflig ist.
Screen 3
Wie bei vielen anderen Wettbewerben kommt es auch beim Hochsprung auf das Timing an.
Screen 4
Tontauben-Schießen - Präzision gepaart mit Schnelligkeit.
Screen 5
Diskuswerfen, wieder eine Frage des Timings und des Winkels.

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