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Test: Rune Factory Oceans

Monster verhauen, zähmen und als Arbeiter einsetzen - das und noch viel mehr erwartet uns in Rune Factory.
 Rune Factory Oceans
Harvest Moon war eins der Spiele, für die ich mein SNES liebte. Da wurden in Gestalt eines Nachwuchsbauern eifrig Kühe gestriegelt, Felder bewässert, Pilze aus dem Wald geschleppt oder mit den Dorfschönheiten angebandelt. Nach zahlreichen Ablegern, vor allem für Nintendo-Jünger, schafft es mit Rune Factory Oceans nun erstmals ein entfernter Nachfahre auf die PS3, der Landwirtschaft und Dorfleben aber unter anderem mit Action-RPG-Gefechten und Seereisen garniert.

Fremd und doch vertraut

Die Freunde Aden und Sonja führen auf der bunten Insel Fenith ein ganz normales Leben, bis sie unter geheimnisvollen Umständen in einer fremden Version ihres Heimatortes landen. Von der hiesigen Dorfjugend werden sie aber wenigstens gleich herzlich aufgenommen. Selbst die Tatsache, dass sich ihre Seelen nun plötzlich den Körper des Jungen teilen, irritiert die neuen Bekannten nur geringfügig – in dieser Welt ist man anscheinend an Übersinnliches gewöhnt.
Eins dieser magischen Elemente ist der Golem. In anderen Geschichten sprießen Bohnenranken aus mysteriösen Samen, hier ist es eben ein gutmütiger Pflanzenkoloss, auf dem man fortan durch den Ozean reist, wo er Schätze birgt, Seeungeheuer verprügelt oder ganze Inseln vom Meeresgrund ans Tageslicht holt.
Diese Eilande sind neben dem Dorf wichtige Schauplätze des Spiels, unter anderem trifft Aden dort auf allerlei Monster, denen er in actionreichen Echtzeit-Kämpfen gegenüber tritt. Dafür stehen ihm diverse Waffengattungen wie Schwerter, Äxte, Schwerter und flinke Doppelklingen zur Verfügung, die für schicke und durchaus unterhaltsame Moves sorgen, auch wenn man letztendlich mit purem Buttonmashing ans Ziel kommt. Wer den Viechern nicht nur eins überbraten will, kann allerdings auch versuchen, sich mit ihnen anzufreunden. Das geschieht mit Hilfe einer speziellen Bürste, beim Streicheln der noch wilden Gesellen muss man sich aber natürlich ein wenig in Acht nehmen.
Gezähmte Monster landen in einer Scheune im Inneren des Golems und können dort für verschiedene Arbeiten ausgewählt werden. Während manche ganz passable Kampfgefährten abgeben, erzeugen andere Milch und Wolle oder lassen sich zur Arbeit auf neu entdecktem Ackerland einsetzen. Die nötige Motivation liefern leckere Kekse und regelmäßige Streicheleinheiten.

Party-Spaß und Küchen-Kreationen

Die Spielwelt unterliegt einem Tag- und Nachtwechsel bzw. verändert sich je nach Wochentag. So gehen die Bewohner unterschiedlichen Tätigkeiten nach oder sind sogar nur ab und zu auf Fenith anzutreffen. Durch Gespräche, Geschenke und die Beschaffung bestimmter Gegenstände gewinnt man die Zuneigung der Personen. Leider kann immer nur ein Auftrag gleichzeitig angenommen werden. Ansonsten hat man aber auch einfach so Spaß mit den neuen Freunden, etwa bei gelegentlich stattfindenden besonderen Festen.
Auf dem Markt warten einige Erweiterungen für die Behausung des Helden, durch die sich weitere Tätigkeitsfelder öffnen. So versucht man sich bald als Koch, Brauer von Heiltränken oder Schmied. Auf diese Weise lassen sich auch schützende, teils recht schräge Ausrüstungsgegenstände oder Hilfsmittel wie etwa Angelruten aus gefundenen oder gekauften Zutaten herstellen.
Eine Kuh macht Muh, viele Kühe machen Mühe – diese alte Bauernweisheit galt schon in den Anfangstagen der Reihe, diesmal muss man stattdessen einfach „Monster“ statt Rindviech einsetzen. Die alltäglichen, simplen Routine-Aufgaben nehmen relativ viel Zeit in Anspruch, der Spieler sollte also auf jeden Fall die nötige Geduld mitbringen. Alles kommt etwas langsam in Fahrt und das Spieltempo ist meistens sowieso recht geruhsam. Wer Action sucht, ist hier außerhalb der Kämpfe also falsch. Dafür entfaltet das Spiel für Fans sympathischer Dorf-Geschichten, handwerklicher Aktivitäten und putziger Monster aber ein nicht zu verachtendes Suchtpotenzial. Erfolgreiche Landwirte können ihre Ergebnisse dann dank Online-Ranglisten auch mit denen anderer Spieler vergleichen.

Putzige Optik, aber etwas veraltet

Mein erster Gedanke beim Betrachten von RF lautete kurz gefasst „sieht aus wie ein Wii-Spiel“ - und genau das ist es ja ursprünglich auch, es bekam in der Zwischenzeit anscheinend lediglich einen dezenten HD-Anstrich verpasst. So ist der farbenfrohe Look des Spiels mit seinen lustig gekleideten Leutchen, knuddeligen Monstern und gemütlichen Häusern zwar durchaus sehr liebenswert, kantige Formen, verwaschene Texturen und der insgesamt herrschende Mangel an Details sind optisch aber nicht wirklich zeitgemäß.
Abstriche muss man auch bei der Vertonung hinnehmen. Die fröhlichen Hintergrundmelodien passen gut zum Geschehen, die an sich gelungene englische Sprachausgabe (dazu gibt es komplett deutsche Texte mit ein paar kleinen Fehlern) ist aber längst nicht in allen Dialogen zu hören. Stattdessen begleiten oft bloß Sounds wie Donnergrollen bei Streitereien oder albernes Kichern die Gespräche.
Ein Erbe der Wii-Version ist die optionale Move-Steuerung (nicht getestet).
Screen 1
Die zahlreichen Dialoge werden von solchen Porträts begleitet
Screen 2
Ab und zu gibt es Anime-Szenen
Screen 3
Im Hintergrund wartet der Golem
Screen 4
Witzige Monster
Screen 5
Auch im Kampf können sie behilflich sein
Screen 6
Irrer Blick
Screen 7
Eier-Sammeln in der Monsterscheune
Screen 8
Angeln kann man auch
Screen 9
Am Strand
Screen 10
Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Spielern

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Packshot
Rollenspiel
von KOCH Media
USK-Freigabe ab 6 Jahren
PS3August 2012
will ich habenhabe ich angespielt
besitze ichbin Profi (durchgespielt)
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17.08.12
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