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Test: Resident Evil 6

Hier hat sich eine ruhmreiche Serie selbst mit dem CoD-Virus zombifiziert
 Resident Evil 6
Mit Resident Evil 6 erschien nun der lang erwartete neueste Teil des Survival-Horror-Urgesteins. Nach der bei Fans zwiespältig aufgenommenen Afrika-Episode stellt sich vor allem die Frage, ob Resi wieder zu seinen alten Werten zurückgefunden hat, oder ob das Spiel die befürchtete Casualisierung in Richtung der bekannten Militärshooter eingeschlagen hat.

Drei mal zwei macht sechs

Resi 6 bietet gleich drei unterschiedliche Storykampagnen an, die sich im Laufe des Spiels mehrmals überschneiden und am Ende in einem furiosen Finale gipfeln.
Da wäre zum einen die Kampagne mit Leon S. Kennedy und dem neuen Charakter Helen Harper. Diese Kampagne spielt anfangs in der amerikanischen Kleinstadt Tall Oaks. Hier bricht erneut die Zombieplage aus, und Leon versucht aus der in Trümmern liegenden Kleinstadt zu entkommen und gemeinsam mit Helen deren verschollene Schwester wieder aufzutreiben. Dieses Drittel des Spiels lässt mit seinen nostalgisch dahinschlurfenden Zombies, dem nächtlichen Kleinstadtsetting und der dezenten Gruselstimmung noch am ehesten Erinnerungen an die guten alten Zeiten aufkommen, vor allem weil es hier auch ein paar originelle spielerische Einfalle gibt. So muss man z.B. auf einem Friedhof einem Zombieköter hinterherjagen, der den Schlüssel für das nächste Tor gefressen hat. Das wäre nicht weiter wild, wenn nicht den Gräbern ständig neue Untote entsteigen würden, die die Verfolgung zur Nervenprobe machen.
Die zweite Kampagne durchlebt man als Chris Redfield, der für die BSAA reaktiviert wird, oder wahlweise sein Partner Pierce. Zunächst geht es nach China, wo in einer Großstadtmetropole das Chaos ausgebrochen ist: Die J'avo sind los und haben in einem Hochhaus mehrere Geiseln genommen, die wir raushauen sollen. J'avo sind mit dem C-Virus infizierte Menschen, die allerdings ihre Intelligenz behalten, nebenbei sehr stark sind und bei Verletzungen spontan ziemlich eklige Mutationsphasen durchlaufen. Trifft man beispielsweise den Arm, verwandelt sich dieser in eine riesige Klaue. Manche verwandeln sich auch in fliegende Mottenwesen oder widerliche Mensch-Spinnenhybriden. Hat man dieses Kapitel überstanden, geht es weiter nach Osteuropa, wo die Quelle des Biowaffenanschlags vermutet wird. Dieser Teil des Spiels erinnert tatsächlich deutlich mehr an die typischen Militärshooter a la Call of Duty als an Survival Horror. Ständig wird geballert und es folgt eine Explosion auf die nächste und ein Scriptereignis auf das andere. Man kann es nicht verleugnen: Vom klassischen Resi-Spielprinzip ist hier so gut wie nichts übrig geblieben.
Die dritte Kampagne schließlich spielt man mit Jake Muller (neuer Charakter) und Sherry Birkin (das ist die kleine Tochter des Wissenschaftlers aus dem zweiten Teil, welcher den G-Virus entwickelt hat). Sherry arbeitet mittlerweile auch für die US-Regierung und soll Jake aus dem Land schmuggeln. Dieser hat nämlich als einziger Antikörper gegen das C-Virus in sich und ist damit die möglicherweise letzte Hoffnung der Menschheit. Die Jake-Kampagne zeichnet sich durch zahlreiche hektische Fluchtsequenzen (meist vor einem absurd großen Mutanten) und Martial-Arts Kloppereien aus, denn Jake ist ein echter Karatekünstler und Munition hier meist Mangelware.
Daneben gibt es noch zwei weitere Minikampagnen: eine eher schleichorientierte in der man die Geheimagentin Ada Wong spielt, und den altbekannten „Söldner“-Modus, in dem man in einem abgesperrten Areal gegen immer schwerer werdende Gegnerwellen ankommen muss. Während letzteres durchaus wieder Laune macht und nebenbei noch nützliche Fähigkeitspunkte beschert, ist die Ada-Kampagne nicht so gelungen, ganz einfach deswegen, weil man mit Ada häufig schleichen muss, das Spiel aber im Grunde gar keine Stealthmechanik dafür anbietet. Dennoch sind beide Minikampagnen nette Boni, die das Spiel ein wenig aufwerten.

Manchmal ist ein richtiger Schritt zurück besser, als zwei falsche nach vorn

Was sich bereits beim fünften Teil abzuzeichnen begann, wird beim sechsten zur Gewissheit: Resident Evil mutiert immer mehr zum reinen Action-Zombigeballer. Nun, klar ist, dass es so etwas wie das klassische Resi, mit Spukvilla und den herrlich abstrusen Rätseln, so schnell nicht mehr geben wird, denn das eher behäbige Gameplay und starre Kameraperspektiven sind nicht mehr zeitgemäß (denkt zumindest Capcom). Ja, ok. Aber muss man dann gleich so ziemlich alles, was die Serie groß gemacht hat, über Bord werfen?
Das Spiel ist sehr actionlastig und sehr linear. Zwar sind die Areale im Rahmen ihrer jeweiligen Settings recht abwechslungsreich, aber eben auch immer sehr beengt. Man ballert und prügelt sich durch den Levelschlauch von einer Zombihorde zur nächsten und wird dabei nur von nervigen Quicktimevents und wenigen Rätseln unterbrochen, die den Namen kaum verdienen. An manchen Stellen folgen so viele Quicktime-Events aufeinander, dass ich dachte, ich würde einen alten Dragons-Lair-Automaten spielen. Immerhin hat man diesmal meist genug Zeit um die entsprechende Taste zu drücken.
Screen 1
Nemesis reloaded - Kein Resi ohne einen extradicken Mutanten.
Screen 2
Die Motorradsequenz ist ein spielerisch simpler Reaktionstest (aber immerhin eine nette Abwechslung)
Screen 3
Die einzelnen Storystränge überschneiden sich und die Charaktere treffen aufeinander.
Screen 4
Auch die geheimnisvolle Ada Wong hat einen recht umfangreichen Gastauftritt.

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Resident Evil 6

Packshot
Survival-Horror
von Capcom
USK-Freigabe nicht unter 18 Jahren
PCMärz 2013
PS3Oktober 2012
360Oktober 2012
will ich habenhabe ich angespielt
besitze ichbin Profi (durchgespielt)
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TGS 2012 (2:54)

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