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Test: Dead or Alive 5
Hat der fünfte Teil mehr zu bieten als hüpfende Brüste?
Die Dead or Alive-Reihe stand seit jeher auf einem wackeligen Bein. Genrefans belächelten das zu simple Kampfsystem und alle anderen reduzierten den Prügler eher auf die unnatürlichen Brustflummis bei den weiblichen Kämpfern. Hat Teil 5 mehr zu bieten?Wo ist der Pepp?Ähnlich wie Tekken konnte sich Dead or Alive bei seinem Debut vor allem aufgrund seiner leichtbekleideten und brustwackelnden Schönheiten einen Namen machen. Das dahinter eigentlich noch ein ganz passabler Prügler steckte, nahm man dann auch gerne mit. Die Serie entwickelte sich aber zum Glück weiter in Richtung Technik und Gameplay und konnte mit Teil 3 auf der Xbox einen Überraschungserfolg erzielen, wurde jedoch bei vielen Kritikern als „zu einfach“ abgestempelt. In der Tat war das Kontern zu einfach, wodurch Matches unter Veteranen schnell zu Gegen-gegen-gegen-Konter-Arien ausarteten und nicht mehr wirklich Spaß machten. Teil 4 nahm sich des Problems an und bot neben den serientypischen Bikinihüpfern auch ein wirklich tiefgehendes Kampfsystem. Diverse Spinoffs der Serie wie die Ninja Gaiden Reihe oder Beach Volleyball konnten das Universum zudem in den Spielerherzen verankern. Und dann? Lange war es ruhig geworden, fast so ruhig wie um den einstigen Genreprimus Virtua Fighter. Doch nun endlich ist der lang erwartete 5. Teil da und - überrascht leider nicht wirklich mit frischen Ideen. Vielmehr ist DOA5 zwar eine konsequente Weiterentwicklung der Serie, nur irgendwie fehlt etwas. Modi werden immerhin genug geboten, sogar ein für Prügler überraschend aufwendig inszenierter Storymodus. Im Training oder Versus kann man sich zudem wie gehabt gegen einen Sandsack oder menschlichen Mitspieler austoben. Dafür gibt’s jedoch „nur“ 24 Kämpfer zur Auswahl – die Konkurrenz bietet doppelt so viele – und auch nur zwei wirklich neue. Mit dabei sind aber natürlich alte Serienstars wie der Ninja Ryu Hayabusa oder die hübsche Ariane. Genrekennern wird zudem auffallen, dass sich unter die Charaktere auch ein paar Virtua Fighter-Veteranen geschummelt haben, so dürfen wir z.B. auch mit Akira in den Ring ziehen. Die Übersetzung zwischen den Spielen gelang dabei sogar überraschend solide.Solide aber nicht herausragendDas Kampfsystem hat sich zwar weiterentwickelt, ist jedoch erstaunlicherweise eher langsamer geworden. Konterangriffe wurden überarbeitet und erfordern jetzt wesentlich präziseres Timing und das Aneinanderreihen von Kombos ist schwerer. Schade auch: Dead or Alive war zwar schon immer ein Zweier-Team-Spiel, bietet hier aber nichts Neues im Vergleich zu Tekken Tag Tournament 2 . Nur Abklatschen und ein Teamwurf sind weiterhin möglich, keine richtigen Partnerangriffe oder Wechsel während des Angriffs. Neu ist dafür eine Art Finisher namens Critical Burst, der es erlaubt, besonders spektakuläre Moves aufzuladen, sofern eurer Gegner euch nicht daran hindert.Insgesamt ist der 5. Teil aber wesentlich weniger einsteigerfreundlich geworden als noch seine Vorgänger. Einmal erlernt kommt jedoch auch diesmal die Ernüchterung, dass es sich nicht um ein wirklich komplexes Beat’em Up handelt, da hat Tekken die Nase weit vorn. Über den Online-Multiplayer kann man ebenfalls meckern. Der Netzwerkcode des aktuellen Teils wirkt stellenweise wie aus der Steinzeit, so viele unnötige Ruckler während der Kämpfe sieht man in der aktuellen Generation eher selten. Wenn es dann doch mal funktioniert, bietet DOA hier eigentlich viel. Neben Standardmatches lassen sich auch Ranglistenspiele absolvieren und das sogar in Turnieren mit bis zu 16 Spielern. Bei der Kritik darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass DOA 5 eigentlich ein solider Prügler ist, bei dem besonders Gelegenheitsspieler, die sich ein bisschen reinfummeln, ihren Spaß haben werden – zumindest wenn sie auf der Couch spielen. Das Problem ist jedoch die Konkurrenz, die die Serie längst überholt hat. Wer mehr Umfang und ausgewogeneres Gameplay sucht, ist mit dem aktuellen Tekken oder Soul Calibur einfach besser bedient. Denn DOA bietet da im Vergleich erstaunlich wenig Umfang: Keine freispielbaren Goodies, kein Editor, kein Spaß-Modus. Musikalischer WitzAuch grafisch kann DOA 5 keine Maßstäbe mehr setzen, im Gegenteil. Die Charaktere und Effekte wurden zwar butterweich animiert, dafür hinken die Arenen in Sachen Detailfülle gewaltig hinterher. Immerhin sind diese zwar teilweise zerstörbar, jedoch von der Optik nicht mehr zeitgemäß. Verschlimmert wird die Atmosphäre noch durch teils völlig unpassende musikalische Begleitung. Wo wir in einem Tekken schnelle Elektro-Riffs um die Ohren kriegen, läuft hier teilweise Kindergeburtstag oder Jazz. Auch die Ladezeiten sind nicht mehr akzeptabel. Es dauert bereits im Charakterauswahl-Menü gefühlt ewig, bis eine Figur korrekt angezeigt wird, von der langen Wartezeit vor dem Kampf ganz zu Schweigen. |
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Dead or Alive 5

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