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Test: Half-Life 2
Der Physiker ist wieder auf unfreiwilliger Mission.
Als Half-Life 2 vor über einem Jahr für den PC erschien, ging ein großes Staunen durch die Videospielszene. Grafisch war das Spiel absolut beeindruckend und sah besser aus als so ziemlich alles andere, was man bis dato an Videospielen erlebt hatte. Um Half-Life 2, das nebenbei der Nachfolger eines der erfolgreichsten Computerspiele aller Zeiten ist, allerdings in seiner vollen Pracht erleben zu können, braucht man einen extrem starken Computer, den leider nur die wenigsten besitzen. Umso erfreulicher ist es deshalb für viele, dass das Spiel jetzt endlich auch für eine Konsole erhältlich ist. Allerdings kamen schon kurz nach der Ankündigung, dass Entwickler Valve sein Meisterstück für die Xbox umsetzen will, Zweifel auf, ob die Grafik von der doch schon etwas betagten Konsole überhaupt in ihrer vollen Pracht dargestellt werden kann. Jetzt steht das Spiel endlich in den Regalen heimischer Händler und kann somit beweisen, wie gut es auf der Xbox aussieht.Ein abrupter AnfangZu Beginn von Half-Life 2 werden Hauptdarsteller Gordon Freeman und der Spieler, der seinen Part übernimmt, regelrecht ins kalte Wasser geworfen. Das Geschehen beginnt mit einem wirren Traum Freemans, in dem ihm der geheimnisumwobene G-Man, den man bereits aus dem Vorgänger des Spiels kennt, erscheint. Darauf folgend wacht er auf und findet sich in einem abgewrackten Zug wieder, der ihn zusammen mit zwei anderen Menschen in eine Stadt namens City 17 bringt. In dieser wird er alles andere als gastlich empfangen, da er überall auf unfreundliche Wachmänner stößt, die ihn anschreien oder, wenn man ihnen nur zu nahe kommt, auch schon einmal handgreiflich werden. Zwischen ihnen tummeln sich außerdem ein paar verwirrte Zivilisten, die, sobald man sie anspricht, einen verängstigten und unsicheren Eindruck machen. Wirklich wichtige Informationen lassen sich aus ihnen aber nicht herausbekommen.Begibt man sich auf einen kleinen Streifzug durch die Stadt, um herauszufinden, was hier los ist, stellt man schnell fest, dass so einiges nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint. Die Straßen sind wie leergefegt und die Stadt wirkt wie ausgestorben, lediglich auf Wachmänner trifft man allerorts. Außerdem wurden überall Gitterzäune aufgestellt, so dass man sich nur in einem wirklich kleinen Teil frei bewegen und die Stadt scheinbar nicht verlassen kann. Was in der Stadt los ist, wer die Wachmänner sind, warum sie so gereizt reagieren und vor allem warum Gordon hier ist, bleibt zunächst im Dunkeln. Um nicht zu viel von der Hintergrundgeschichte vorwegzunehmen, sei nur so viel gesagt: Gordon findet schon nach kurzer Zeit heraus, dass die Soldaten scheinbar von einem anderen Planeten stammen, sich „Combine“ nennen und den Menschen feindlich gegenüberstehen. Sie haben die Erde innerhalb kürzester Zeit eingenommen und in allen größeren Städten hohe Türme, so genannte „Citadels“, errichtet, von denen aus sie ihre Invasion lenken. Tolle Physik-EngineSpätestens an diesem Punkt dürfte allen klar sein, was Gordon Freemans Ziel in diesem Spiel ist: Die Combine müssen bekämpft werden. Dies geschieht in altbewährter Egoshooter-Tradition. Wer den Vorgänger gespielt hat, wird sich bei Half-Life 2 sofort zurechtfinden. Die Steuerung geht einfach von der Hand und ist schnell erlernt. Besonders praktisch ist, dass die Entwickler der Konsolenversion eine Auto Aim-Funktion spendiert haben, so dass man seine Gegner auch ohne die beim PC vorhandene Maus immer schnell ins Visier nehmen kann.Auch die eindrucksvolle Physik-Engine hat es auf die Xbox geschafft. So können alle Gegenstände, die in der Gegend verstreut herumliegen, aufgehoben, weggetreten, mitgenommen oder geworfen werden. Schon zu Beginn des Spiels wird man darauf aufmerksam gemacht, denn ein grimmiger Combine-Soldat schmeißt eine Getränkedose auf den Fußboden und zwingt den Spieler, diese aufzuheben und sie ordnungsgemäß in einen Mülleimer zu werfen. Dass sich mit der realistisch gestalteten Schwerkraft im Spiel noch viele andere nette Dinge anstellen lassen, zeigt sich, wenn man etwa Kisten unter Fenster rückt, um durch diese entkommen zu können, oder Gasflaschen auf Gegner zurollen lässt, damit diese in ihrer Nähe explodieren. Die Flugbahnen und die Wucht beim Aufprall von Gegenständen werden dabei von ihrem individuellen Gewicht beeinflusst, so dass ein Stein beispielsweise mehr Schaden anrichten kann als eine leere Flasche, wenn man ihn in ein Fenster wirft. Besonders unterhaltsam wird es, wenn man im späteren Spielverlauf in Besitz der so genannten Anti Gravity Gun kommt. Mit ihr lassen sich auch große und schwere Gegenstände, die Gordon sonst nicht bewegen könnte, in die Luft heben und dann auf Gegner schleudern. |
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