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Test: Painkiller

Lässt Painkiller die in Ehren ergraute Box mit Würde abtreten?
 Painkiller
Painkiller ist, zumindest für PC-Besitzer, eigentlich ein alter Hut. Zwar sollte das Spiel für die Xbox umgesetzt werden, aber aus unbekannten Gründen verschob Entwickler People can Fly den Release immer wieder. Die Spielergemeinde war mittlerweile schon dazu übergegangen, Witze ala Duke Nukem Forever wegen der Verschiebungen zu reißen. Bis heute. Nun ist mit Painkiller: Hell Wars das vielleicht letzte ernstzunehmende Highlight für die Xbox erschienen. Lässt es die in Ehren ergraute Box mit Würde abtreten?

Mit der Shotgun ins Fegefeuer

Die Hauptfigur von Painkiller ist Daniel Gardner, der zusammen mit seiner Frau im schnittigen Sportwagen unterwegs zu einem Restaurantbesuch ist. In einem unachtsamen Moment kommt es jedoch zu einem Unfall mit einem Transporter, der für beide tödlich endet. Während Daniels bessere Hälfte umgehend in den Himmel entfleucht, landet ihr Gatte jedoch vorerst im Fegefeuer: eine Zwischenwelt, die an unsere normale erinnert, aber trotzdem irgendwie surreal erscheint und zudem von allerlei blutrünstigen Dämonen bevölkert wird. Hier werden Menschen zwischengeparkt, die nicht böse genug für die Hölle und nicht rein genug für den Himmel sind.
Nach 30 Jahren tritt jedoch ein Erzengel an Daniel heran, der ihm Einlass in den Himmel anbietet, wenn er dafür vier Generäle von Luzifer ausschaltet. Der plant nämlich, in Kürze einen Krieg gegen den Himmel vom Zaun zu brechen, und die Tötung der Generäle soll diese Pläne zumindest hinauszögern. Daniel nimmt dann auch widerstrebend das Angebot an und macht sich auf den Weg.

Painplay

Painkiller ist in erster Linie ein Egoshooter bzw. Funshooter und lässt sich am ehesten mit der Serious Sam-Serie vergleichen. Während sich der ernste Sam jedoch durch kunterbunte Umgebungen und Humor auszeichnet, ist Painkiller hingegen sehr düster und hart. Beiden gemeinsam ist aber das Spielprinzip: man ballert sich mit übertriebenen Waffen durch ausladende Levels. Man betritt einen Bereich, alle Türen gehen zu und es erscheinen haufenweise Monster, die kreuz und quer in den Raum gebeamt werden und blind auf den Spieler zustürmen und ballern. Auf eine ausgefeilte Gegner-KI hat man Funshootertypisch keinen Wert gelegt. Die pure Masse machts. Hat man alle Gegner beseitigt und die herumliegenden Goodies aufgesammelt, geht es weiter in den nächsten Bereich, wo sich das Spiel dann wiederholt – bis zum Ende des Levels.
Während bei Serious Sam immer über mehrere Levels eine bestimmte Thematik beibehalten wird, sind die (teilweise vom optischen Design her sehr gelungenen) Levels bei Painkiller in ihrem Setting immer absolut grundverschieden und haben keinen offensichtlichen Bezug zueinander. Es kann also durchaus sein, dass man in einem Level in einer pestverseuchten mittelalterlichen Stadt gegen Zombies und Hexen kämpft und im nächsten in einer verlassenen Fabrikanlage gegen Motorradrocker mit Maschinenpistolen. Andererseits macht gerade das auch den Reiz von Painkiller aus, weil man wissen möchte, in welches Szenario einen die Entwickler wohl als nächstes schicken. Einige wenige Levels sind übrigens nur im Nightmare-Schwierigkeitsgrad (dem schwersten) verfügbar. Als Leckerbissen enthält das Xbox-Painkiller im übrigen noch einige der besten Levels aus dem Add-on Battle out of Hell, die allesamt im letzten der fünf Kapitel auftauchen. Unter anderem das Waisenhaus oder der Stalingrad-Abschnitt. Gespeichert wird automatisch an bestimmten Checkpoints.
Außerdem hat sich auch noch eine der Waffen aus dem PC-Add-on in die Xbox-Fassung verirrt. Der Mix aus Flammenwerfer und Maschinenpistole ist eine gute Ergänzung zum bisherigen Waffenarsenal. Jede Waffe hat zwei grundverschiedene Feuermodi. Da gibt es die Shotgun, die alternativ Eisprojektile verschießt, die Gegner kurzzeitig einfrieren. Die Pflockkanone, mit der sich Gegner an die Wand nageln lassen (in der UK-Version konnte man damit noch mehr anstellen, aber in der deutschen Fassung war mal wieder die Schere am Werk) und die auch Granaten verschießt. Außerdem mit dabei: die Minigun mit Raketenwerfer und die Shuriken/Blitzkanone. Als Nahkampfwaffe ist der namensgebende Painkiller mit im Arsenal, ein überdimensionaler Häckselstab. Hier gibt es allerdings auch Grund zur Kritik: man kann nur den Painkiller und zwei weitere Waffen gleichzeitig mit dem Steuerkreuz im laufenden Spiel auswählen. Will man eine andere Waffe benutzen, muss man diese erst umständlich in einem Menü dem Steuerkreuz neu zuweisen. Das Problem ist hier der begrenzte Arbeitsspeicher der Xbox.
Screen 1
Endlich kann ich mal Untote nageln.
Screen 2
Wenigstens weiss ich jetzt, warum die Mieten hier so niedrig sind.
Screen 3
Die Dämonen sind heute wieder mächtig horny.
Screen 4
Verdammt - Schon wieder die Aspirin mit LSD verwechselt!

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Painkiller

Packshot
3D-Shooter
von DreamCatcher Games
USK-Freigabe nicht unter 18 Jahren
PCApril 2004
XboxSeptember 2006

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