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Test: Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2
Nach langer Wartezeit tummeln sich die Kreaturen aus Mittelerde jetzt auch auf der Xbox 360.
Mit Echtzeitstrategietiteln (RTS) konnten Besitzer der „alten“ Konsolengenerationen ihre Spielekisten nur äußerst selten füttern. Neidisch blicken Fans dieses Genres auf den PC oder ab sofort auch auf die Xbox 360. Grund: EA ruft mit Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde 2 (SuM 2) alle RTS-Fans an die 360-Controller und bringt die Schlachten um Mittelerde damit auch ins heimische Wohnzimmer.Kampagnen liteDort wo Tolkiens Bücher um den Ringkrieg vieles nur am Rande erwähnen, setzen die Entwickler von EA mit einer eigenen, frei erfundenen Story an. So drehen sich die Kampagnen der Guten und Bösen um einen parallel stattfindenden Schlachtzug Saurons im Norden Mittelerdes gegen eine Allianz aus Zwergen und Elben. Dabei kämpft man an Orten wie Bruchtal, im Auenland oder gar um Dol Guldur.Nach den beiden spielbaren Tutorials stürzt man sich mit den Zwergen, Elben und den „Menschen des Westens“ (MdW) mit Helden wie Elrond, Arwen oder dem Zwergenkönig Dain in die Gute Kampagne. Bereits nach acht Missionen ist allerdings Schluss und Dol Guldur gefallen. Auch in der Kampagne der Bösen braucht es nur acht Missionen, um mit Orks, Isengart und Mordor u.a. mit den Helden Saurons Mund oder dem Orkkönig (Gorkil) Bruchtal zu stürmen. Zwar sind die Missionen alle irgendwie miteinander verknüpft, aber einen richtigen roten Faden, eine richtig spannende, motivierende Story, einen Charakter mit dem man von Mission zu Mission mitfiebert, findet man in beiden Kampagnen nicht. Mit schicken Videos wird man zwar in die Missionen eingeführt und Hintergründe und Querverweise zu Teil 1 (nur für PC) oder zu den Filmen werden dargestellt, dennoch will kaum ein echtes Herr der Ringe-Feeling aufkommen. Zu allem Übel ist das Missionsdesign viel zu geradlinig ausgefallen und echte Überraschungen gibt es nur ganz selten. Geübte Spieler haben die 16 Missionen daher bereits nach kurzer Zeit durch, zumal auch noch der Schwierigkeitsgrad im Gegensatz zum Gefecht-Modus zu wünschen übrig lässt. Ein Zwerg und ein ElbJedes der sechs spielbaren Völker wartet mit unterschiedlichen Besonderheiten auf. Die Zwerge sind gute und zähe Kämpfer, langsam aber hart im Nehmen. Ihre Minen (Rohstoffgewinnung) sind mit Tunneln verbunden, durch die Truppen gefahrlos von einem Ort zum anderen kommen können. Die Elben sind sehr heldenlastig und können Flutwellen oder Stürme heraufbeschwören. Die MdW setzen auf die besten Truppen aus Rohan (u.a. Rohirim-Reiterei) und Gondor (u.a. Ithilien-Waldläufer). Unter dem Dach der Orks haben sich abtrünnige Banditen und allerlei Bestien wie etwa Drachen oder Riesen zusammengeschlossen. Sie haben zwar nicht die stärkste Armee, können aber mit einer Taktik der schnellen offensiven Nadelstiche für unheimliche Verluste bei den Gegnern sorgen. Dabei können einige Einheiten der Orks sogar im Nu über Befestigungsmauern klettern. Mordor setzt auf Masse statt Klasse und Isengart kann beispielsweise mit starken Wargreitern aufwarten.Jedes Volk verfügt über besondere Spezialfähigkeiten, die man für entsprechende Fähigkeitspunkte freischalten kann. So hat man neben Balrog, Wurm, Drache oder der Armee der Toten auch die Figur Tom Bambadil eingebaut. Aber auch Erdbeben und Sperrfeuer stehen auf dem Programm. Das Einheitenrepertoire ist breit gefächert. So laufen Gebirgsriesen, Fledermäuse und Spinnenreiter auf. Letztere können wahlweise mit Bogen oder Schwert kämpfen. Doch auch Axtwerfer, Gondor-Ritter, Düsterwaldbogenschützen oder Katapulte sind effektive Einheiten. Jeder Topf hat dabei seinen passenden Deckel - will sagen: das Spiel ist im Großen und Ganzen sehr gut ausbalanciert. Eine ganz wichtige Waffe ist erstmalig das Feuer. So können Bogenschützen mit Feuerpfeil-Upgrade Wälder in Brand setzen und so wirkungsvoll Feinde vernichten. Die stärksten aber auch teuersten Einheiten sind allerdings die verschiedenen Helden im Spiel. Aragon, Lurtz, Der Hexenkönig und Co. leveln ähnlich den Einheiten auf und erlangen so immer bessere Spezialattacken. Auch auf hoher See tobt – wenn auch nur selten – der Kampf. So kämpfen etwa Elben-Kriegsschiffe gegen Schwarze Korsarenschiffe um die Seeherrschaft in Mittelerde. Transportschiffe bringen Truppen von einer Küste zur anderen. In der Praxis kommen die Seegefechte leider viel zu hektisch rüber, Schiffe sinken viel zu schnell und es will kein echtes Marine-Feeling aufkommen. Die Mauer muss wegAuf den Karten darf überall frei gebaut werden, nur die erste Hauptfestung ist fest vorgegeben. Diese läßt sich, je nach Partei, in Variationen mit feuerspeienden Drachen, Trebuchets, Wachtürmen, kochendem Öl, Adlern oder steinewerfenden Riesen aufwerten und upgraden. Hier werden auch die Helden erschaffen.Dank eines einfachen Mauerbausystems lässt sich sogar eine ganze Burg mit Mauern und Toren errichten. Auch jedes einzelne Mauernsegment lässt sich mit Türmen, Schleudern usw. aufbessern. In der Praxis sind die Mauern eher nicht zu gebrauchen. Viel zu teuer in der Anschaffung und viel zu schwach gegen angreifende Gegner. Das Geld ist viel besser in Truppen investiert, die die Basis effektiver und flexibler verteidigen. Mordor und die Orks müssen sowieso auf Mauern verzichten. Dafür haben diese zusätzlich Holzfäller im Repertoire, die für ein sattes Plus an Rohstoffen sorgen. Die von Baumeistern zu erschaffende Infrastruktur mit Kasernen, Schmieden, Katapult-Werkstätten usw. ist sehr anfällig und kann bereits von einem Trupp relativ schwacher Einheiten dem Erdboden gleich gemacht werden. Dagegen helfen zumindest einige der vielen Gebäude-Upgrades, die man allerdings selber auswählen muss. Die Produktionsgebäude wie Bauernhöfe oder Minen bringen nur geringe Erträge, wenn sie zu nahe aneinander gebaut werden (außer Holzfäller). Schon deswegen muss man sich stetig ausbreiten, um genug vom einzigen Rohstoff Geld zu bekommen. Weiterhin erhöht der Bau von Minen und Bauernhöfen die Kommandeurspunkte, was wiederum eine größere Armee ermöglicht. Zusätzlich gibt es auf den Karten auch einige neutrale Gebäude, die man besetzen kann. Hält man diese, bekommt man zusätzliche Boni. So verringern sich die Kosten für spezielle Einheiten oder die Wartezeit auf Spezialfähigkeiten (wie Balrog etc.) werden verkürzt. |
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