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Test: Der Pate
Später, schöner, mehr: Der Pate 360 bekommt eine Extrawurst!
Nachdem wir euch die im März erschienene PS2-, Xbox- und PC-Fassung von Der Pate bereits vorgestellt haben, kommt nun auch die Xbox 360-Version an die Reihe. Das Gangsterepos erscheint fast zeitgleich mit Scarface, einer weiteren Filmumsetzung im GTA-Stil. Scarface gilt gemeinhin als der bedeutendste Gangsterfilm der 80er Jahre und stellt somit eine potentielle Alternative für filminteressierte Gangsterfreaks dar.Zur Erinnerung: Die Godfather-Trilogie (1971 –1991)Der Pate hingegen gilt als bedeutendstes Gangsterfilmepos schlechthin. Der Roman von Mario Puzo war noch nicht abgeschlossen, da hatten bereits die Dreharbeiten zum ersten Teil begonnen. Als das Buch fertig war, landete es 67 Wochen auf der Bestseller-Liste der New York Times. Der Film erreichte Kultstatus vor allem dank seiner Starbesetzung rund um Al Pacino, James Caan, Andy Garcia, Robert Duvall, Diane Keaton und nicht zuletzt Marlon Brando in der Rolle des Gottvaters Don Vito Corleone. Für ihn wie für Regisseur Francis Ford Coppola war die Godfather-Trilogie der größte Erfolg seiner Karriere. Der Film kann nicht nur als Studie über organisierte Gewalt, sondern gleichermaßen auch als außergewöhnliche Familiengeschichte aufgefasst werden. Trotz allem stand das Projekt anfangs aufgrund zuvor gefloppter Mafiafilme und finanzieller Notlage seitens Paramount auf wackligen Füßen. Die Story des Spiels basiert auf den Ereignissen des ersten Films, der 1972 in Deutschland erstaufgeführt wurde, und wird aus dem Blickwinkel eines namenlosen Nachwuchsgangsters erzählt. Der Kerl heißt zwar Aldo, theoretisch könnt ihr ihn aber auch Hutzleputz nennen und eine Visage eurer Wahl verpassen!An der East Coast nichts Neues ...Das Spielprinzip von Der Pate entspricht dem klassischen GTA-Gameplay. Ihr startet als Mafia-Neuling im Auftrag des Don und arbeitet euch in der Gangsterhierarchie allmählich hoch. Die offene Welt bietet sich geradezu an, um „auf immer und ewig leihbare“ Fahrzeuge in Beschlag zu nehmen und ballernd per pedes oder fahrend per Oldtimer typische Gangstermissionen zu erledigen. So nebenbei vergnügt ihr euch in illegalen Spielhöllen, startet Rachefeldzüge der Sorte Kill Bill, verübt Banküberfälle, kauft bei Schwarzhändlern illegale Ballermänner ein, bestecht oder erschießt Polizisten und so weiter und so fort ... Das ist GTA-Recycling, wie wir es kennen. Eine Besonderheit des Spiels ist der wöchentliche Zahltag. Dann erhaltet ihr Schutzgeld für erpresste Geschäfte, müsst aber auch einen Teil der Knete an den Don abdrücken. Der Clou bei solchen Erpressungsdelikten besteht darin, möglichst viel, aber nicht zuviel Kohle aus den Ladenbesitzern herauszuquetschen, was entweder durch gutes Zureden, Backpfeifen oder Zertrümmerung der Einrichtung erzielt werden kann. Leider bedienten sich die Entwickler auch für die 360-Version der (eigentlich verbotenen) Technik des Innenraumklonens, so dass viele Lagerhäuser sich gleichen wie ein Ei dem anderen.Auch ohne Breakdance großartig: Brooklyn, New YorkWie Driver: Parallel Lines, True Crime New York City und Def Jam Fight for NY spielt auch Der Pate in New York, allerdings zu einer Zeit, als der Breakdance noch nicht erfunden und das World Trade Center noch nicht einmal erbaut war: in den 40er Jahren. Das Spiel lebt sozusagen von seiner zeitgenössischen Inszenierung. Wenn man da mit seinem Oldtimer gemütlich über die damals bereits existierende Manhattan Bridge tuckert und dabei die New Yorker Sky Line vor sich aufragen sieht, kommt ein echt mal nostalgisches Feeling auf. Fehlt nur noch King Kong, wie er die Fassaden des Empire State Building empor kraxelt und laut „Gerockt!“ brüllt – obwohl: Das wäre dann doch zuviel des Guten ... Radioempfang hätte ich in meinem Wagen allerdings schon gerne gehabt, auch wenn es die Dinger damals noch nicht gab.Ein Direktvergleich: NextGen gegen OldGenWir wollen die Gelegenheit nutzen, mal etwas tiefer ins Detail zu gehen. Auf den ersten Blick scheint es, dass die 360-Version nicht viel anders ist als die anderen Versionen des Spiels. Auf den zweiten Blick offenbaren sich allerdings eine ganze Reihe kleiner, aber feiner Neuerungen, die in ihrer Gesamtheit durchaus ein gewisses Gewicht auf die Waage bringen. Um die Unterschiede zu klären, kramte ich mein PS2-Rezensionsexemplar von Der Pate aus dem Regal und unterzog es einem direkten Vergleich mit der 360-Version. Die Erkenntnisse daraus sind wie folgt:Oh, wie schön: Die Karte ist ja viel übersichtlicher!Erste Auffälligkeit ist die Map im Spielmenü: Während die PS2-Karte nur zwei Vergrößerungstufen aufweist, ist das 360-Pendant komplett zoombar und erzielt obendrein auch noch eine bessere Maximalvergrößerung – mit der Folge, dass Symbole nicht mehr so dicht gequetscht und überlagert erscheinen. Zudem hat die 360-Karte auch in punkto Design die besseren Karten: Statt Einheitsbraun auf Schimmelgrün überwiegen nun farblich ansprechende Töne, die die PS2-Karte im wahrsten Sinne des Wortes blass aussehen lassen. Zudem wurden Straßen verschieden gefärbt – Hauptstraßen schwarz, Nebenstraßen braun, oliv und so fort – und Wasserflächen ergänzt. In der PS2-Map waren diese in der detaillierten Ansicht gar nicht eingezeichnet! Mit teils einer gewissen Desorientierung als Folge. Neu ist jetzt auch eine Ladeninfo, die Angaben zur „Familienzugehörigkeit“, erzieltem Profit und Fassadenstatus eines Geschäfts enthält, sowie ein allgemein besseres Icon-Design. Ebenfalls neu ist die eigentlich standardmäßige Möglichkeit, per Y einen Wegpunkt zu setzen. Das erleichtert die Zielfindung immens. Weitere neu hinzugekommene Features sind ein paar neue Läden und Icons, darunter auch eines, das euch die Positionen rekrutierbarer Teams anzeigt. |
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