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Test: Bullet Witch

Düstere Aussichten fürs Jahr 2013: Nur durch die Kräfte der Hexe Alicia lässt sich eine dämonische Invasionsarmee wieder vertreiben.
 Bullet Witch
Über Sorgen wegen Benzinpreis, Arbeitslosigkeit oder Steuererhöhungen würde die Menschheit im Jahr 2013 der Bullet Witch-Zeitrechnung gerade mal herzhaft lachen. Mittlerweile hat unsere Art (oder besser, was davon übrig ist) nämlich ganz andere Probleme. Nach leckeren Sachen wie Killerviren und großflächigen Erdbeben ist zu allem Übel auch noch eine untote Armee über die Welt hereingebrochen. Die letzte Hoffnung der Menschen ruht nun auf den schmalen Schultern einer geheimnisvollen jungen Hexe namens Alicia, deren eigenes Schicksal (wie man im Verlauf der eher dünnen Handlung erfahren wird) enger als erwartet mit dem der Dämonenbrut in Verbindung steht…

Zartes Mädchen, dicke Wumme

Alicias Kampf gegen die teuflische Übermacht umfasst sechs Levels vollgestopft mit schnörkelloser Third-Person-Action, an Schauplätzen, von denen einer düsterer ist als der andere. Egal ob in den Ruinen großstädtischer Straßenzüge, in freier Natur oder auf einem Flughafengelände – überall wimmelt es nur so von Monstrositäten. Die Mutanten werden fachmännisch (fachfräuisch?) mit Blei vollgepumpt oder durch Shotgun-Einsatz einen hässlichen Kopf kürzer gemacht – Bullet Witch ist schließlich nicht ganz umsonst ab 18.
Die anfänglich verfügbare Maschinengewehr-Variante von Alicias extravaganter Waffe wird später durch ein paar alternative Aufsätze wie eben die Flinte oder eine Gatlinggun ergänzt. Sparsamkeit bei der Waffengewalt ist hier fehl am Platz, zumal man sich über Munitionsmangel keinerlei Gedanken machen muss, denn die Kugeln werden nicht mühsam gesammelt, sondern einfach per Knopfdruck (unter leichtem Verbrauch von Alicias Zauberenergie) aufgeladen. Wer den rechten Analogstick drückt, aktiviert übrigens eine dezent herangezoomte Perspektive für besseres Zielen, die dafür aber etwas störend den Blick auf manche Widersacher in der Nähe einschränkt. Und selbst dann wirkt das Ganze oftmals noch reichlich unpräzise.
Auf richtige Sprungeinlagen wurde ebenso wie auf Rätsel komplett verzichtet. Alicia beherrscht lediglich einen Ausweichsalto für Hechtsprünge zur Seite.

It´s magic!

Eine Hexe ohne Magie wäre natürlich völlig witzlos und so sind Alicias Zauberkünste der eigentliche Clou. Wenn sich der passende Energiebalken genug aufgeladen hat (was automatisch passiert), lässt die schwarz gekleidete Schönheit allerhand schicke Tricks vom Stapel. Manche Kniffe wie die kleine Schutzmauer sind noch eher unspektakulär, Zusatzeffekte wie Feuer und Elektrizität für die Schießprügel oder die plötzlich aus dem Boden spießenden Rosenspeere machen schon einiges mehr her. Sehr hübsch auch die Rabenpanik: Der Zauberspruch ruft einen ganzen Schwarm gefiederter Gefährten herbei, die sich auf Feinde stürzen und diese verwirren. Das könnten selbst Hitchcocks Vögel nicht besser…
Als Highlight kommen allerdings die so genannten Großzauber ins Spiel, die unter hohem Energieverbrauch eine wahre Spur der Verwüstung hinterlassen. Was in der Weltuntergangsumgebung nicht sowieso schon in Schutt und Asche liegt, tut das auf jeden Fall nach der Begegnung mit Alicia. Da regnet es etwa einen ausgewachsenen Meterorschauer vom Himmel, glühende Riesenklumpen jeweils mit der Zerstörungskraft einer Bombe, die den Asphalt zerreißen, Häuser zum Einsturz bringen und generell die nähere Umgebung in eine graue Betonwüste voller Schrotthügel und gezackter Kanten verwandeln.
Zwar nutzt sich der Aha-Effekt mit der Zeit etwas ab, aber die Magie ist nichtsdestotrotz das herausragende Feature des Spiels, das ansonsten wohl kaum mehr als ein bestenfalls durchschnittlicher Shooter wäre.
Nicht ganz unproblematisch ist allerdings das Auslösen der Zaubereien, denn es braucht je nach Magie-Art teils mehrere Buttonbetätigungen, um erst einmal das passende Ringmenü zu erreichen, während die Biester ungerührt weiter auf Alicia ballern.
Screen 1
Schön und gefährlich
Screen 2
Auge in Auge mit dem Grauen
Screen 3
Walnussköpfe erzeugen solche Barrieren
Screen 4
Etwas umständlich – Das mehrseitige Zaubermenü

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Bullet Witch

Packshot
Action
von Atari
USK-Freigabe nicht unter 18 Jahren
360März 2007

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