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Test: Project Sylpheed
Anime und Arcade - das Mekka der Weltraum-Shooter oder eine fernöstliche Nervensäge?Manchmal wecken Spiele alte Erinnerungen: Als gestandener Zocker mit einer glücklichen Kindheit habe ich noch „Captain Future“ im Kopf – das war zwar nur eine Fernsehserie, hat aber bleibende Eindrücke hinterlassen. Die jüngeren Semester kennen sicher andere Anime-Filme oder -Serien. Außerdem habe ich seit Kurzem wieder Wing Commander vor Augen: Das Spiel, das 1990 für eine kleine Revolution auf den PC-Kisten sorgte und großen Anteil daran hatte, dass Dos-Rechner für Spieler interessant wurden. Schuld an diesem Nostalgie-Schub ist Project Sylpheed, ein Weltraum-Shooter in Arcade-Manier mit Anime-Charakteren. Ob dieses für die Xbox 360 exklusive Spiel so gut ist wie meine Erinnerungen?Japanische Untertitel für englische DialogeIm Grunde genommen ist es schade, dass so ein Titel wie Project Sylpheed eine voraussehbare, vollkommen unterdurchschnittliche Handlung spendiert bekommt: Da gibt es die drei Charaktere Margras, Ellen und Katana – Letztgenannter wird vom Spieler gesteuert und kämpft in 600 Jahren um den Erhalt der Erde. Ihm zur Seite steht Ellen, Margras hat als ehemaliger guter Freund die Seiten gewechselt und trifft nun mit seiner schwarzen Staffel, ach nein, es heißt „Black Squadron“ im Krieg auf seine alten Freunde. Am Ende geht es natürlich darum, die Erde als freien Planeten zu verteidigen – ein Szenario, das so alt ist wie die Menschheit selbst.Project Sylpheed der Nachfolger der Shooter Silpheed (Sega CD) und Silpheed: The Lost Planet (PlayStation 2), und für die Xbox-Version haben sich die Entwickler viel vorgenommen, um das Spiel mächtig aufzubohren – aber einiges ist davon des Guten zu viel. Was aber wirklich anstrengend ist: Die Menüs sind zwar in deutscher Sprache, die Sprachausgabe aber komplett englisch – im Intro-Film gibt es für die englischen Texte sogar noch japanische Untertitel, was für den deutschen Spieler sicher wenig hilfreich ist. Und wer in der Hektik des Kampfgeschehens immer noch lesen muss, was der Staffelführer gerade gesagt hat, der stirbt schneller seinen virtuellen Tod. Kampagne, Hangar und viele LinienDie Kampagne bei Project Sylpheed hat durchaus ihren Reiz, was aber sicher nicht an der Geschichte liegt, auch nicht an den schier endlosen Anweisungen, die in der Vorbesprechung der Mission auf den Spieler einprasseln, sondern in den Missionen selbst. Das Fliegen des Jägers macht Spaß, aber bevor sich zu viel Freude breit macht: Seine Steuerung ist hoffnungslos überladen. Jede Taste des Controllers ist belegt, teilweise doppelt. Da empfiehlt es sich, die Übungsmissionen auch tatsächlich auszuführen, denn einen schnellen, leichten Einstieg bietet das Spiel auf keinen Fall. Aber: Habt ihr euch erst einmal mit den Funktionen vertraut gemacht, dann, ja, dann kommt wirklich Freude auf – wobei es wirklich lange, sehr lange dauert, um alle Kniffe und Tricks zu erlernen. Zwar gibt es die Möglichkeit, sich zwischen Profi- und Normalsteuerung zu entscheiden, aber in der einfacheren Normalsteuerung sind dann eben auch bestimmte, wichtige Manöver gar nicht möglich.Jede erfolgreiche Mission bringt euch Punkte ein, mit denen ihr dann Waffen entwickeln könnt. So bekommt das Spiel auch noch den Hauch einer taktischen Komponente, weil es mitunter wichtig ist, wie ihr euer Raumschiff bestückt. Effektiv sind dabei in der Regel die zielsuchenden Raketen, da mit der etwas hakeligen und ungenauen Steuerung die herkömmlichen Waffen wie Bordkanonen nur bedingt einsatzfähig sind. |
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Project Sylpheed

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