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Test: Vampire Rain
Sam Fisher trifft Blade? Klingt spannend, aber ist es das auch?
Vampire und Stealth-Action: Das klingt zumindest mal nach etwas Neuem, Unverbrauchtem. Leider krankt die gute Idee an der lieblosen und unmotivierten Umsetzung.Das kenn ich doch?Sam Fishers Splinter Cell -Reihe verkauft sich wie warme Semmeln, das Horror-Genre ist auf der Xbox 360 noch stark in der Minderheit. Beste Voraussetzungen, um sich schnell ein paar Euro hinzu zu verdienen. So etwas Ähnliches muss wohl durch die Köpfe der Entwickler gespukt sein, als sie das Konzept zu Vampire Rain entwickelt haben. Wie sonst ist es zu erklären, dass der Held des Spiels aussieht, als habe er sich nachts heimlich im Kleiderschrank seines großen Konkurrenten bedient? Nur dass er eben keine Terroristen, sondern die so genannten „Nightwalker“ jagt. Diese aggressiven Vampire fallen in Städte ein und verwandeln die Einwohner nach und nach in Blutsauger. Wenn nicht bald jemand einschreitet, wird es in naher Zukunft mehr Vampire als Menschen geben. Das lässt sich der milchgesichtige John Lloyd nicht gefallen, und so macht er sich mit seiner hochgeheimen Geheimtruppe auf den Weg, die Anführer der Vampire nacheinander auszuschalten. Ihr habt nun das Vergnügen, Johns Geschicke im Kampf gegen die Blut saugende Brut zu unterstützen.Bloß nicht entdecken lassen!Leider erinnert Vampire Rain eher an einen Puzzler als an einen echten Actiontitel. "Trial and Error" sind die Stichwörter, die das Spiel beherrschen. Ihr schleicht durch verregnete Städte und müsst den einzig richtigen Weg zum Ziel finden. Biegt ihr einmal falsch ab, werdet ihr sofort von einem Nightwalker entdeckt und binnen weniger Augenblicke ins Jenseits geschickt. Die Gegner sind nämlich dermaßen flink und stark, dass offene Gefechte immer zu eurem Nachteil ausgehen. Die anfängliche Bewaffnung von Pistole und Gewehr ist ein schlechter Scherz: Genauso gut könnte man versuchen, einen tollwütigen Dobermann mit Streicheln zu beruhigen. Viel zu spät im Spiel findet man noch Waffen, die auf UV-Licht basieren. Hiermit hat man wenigstens eine faire Chance, Duelle länger als einen Knopfdruck zu überleben.Während man also die Oberbosse sucht, ihre Kommunikationsanlagen sabotiert oder Informationen sammelt (woher kenne ich das nur?), greift man auf Agentenspielzeuge zurück, die einem das Überleben leichter machen. Die Ähnlichkeit zu Sam Fisher ist dabei allgegenwärtig: Nicht nur, dass der Anzug annähernd gleich aussieht, auch der Kopfschmuck inklusive Nachtsichtgerät könnte der Third Echelon entsprungen sein. Als würde das nicht reichen, erwecken die meisten Animationen den Eindruck, als hätten die Entwickler die Bewegungen per „copy and paste“ aus dem Programmcode des ersten Splinter Cell importiert. Egal, ob man sich an einem Rohr entlanghangelt oder um die Ecke späht, während man sich mit dem Rücken an eine Wand presst: Alles kommt einem verdächtig vertraut vor. Leider hat man sich außer einigen Animationen nichts Gutes vom großen Vorbild abgeschaut. Die frustrierenden Kämpfe gegen übermächtige Gegner, das stumpfe „Trial and Error“-Prinzip, die unfair gesetzten Checkpoints: Die Entwickler haben alles getan, damit auch der letzte Funken Spielspaß im Keim erstickt wird. Die trashige Story mit den unterhaltsamen Zwischensequenzen baut immer wieder eine wohlige B-Movie-Atmosphäre auf, die dann jedoch vom verkorksten Gamedesign gnadenlos wieder zerstört wird. Für etwas Abwechslung sorgt der Online-Multiplayerpart, der die gängigen Modi in Varianten wie „Capture the Flame“ zu bieten hat. Hier machen auch die schwachbrüstigen ballistischen Waffen aus dem Singleplayer-Bereich plötzlich Sinn. Erfreulicherweise sind Lags Mangelware, so dass die Onlinegefechte deutlich über dem Niveau der Einzelspielererfahrung stehen. Leider sorgt aber auch hier vor allem das lieblose Design der Maps dafür, dass Langzeitmotivation nicht so recht aufkommen will. Immer dieser Regen…Die triste Umgebung in den Städten wirft die Frage auf, wen die Vampire hier eigentlich aussaugen wollen: Viel zu leblos wirkt das graue Geschehen. Einziges Highlight ist der namensgebende Regen, der auch noch nett animiert an den Kampfanzügen abperlt. Der Rest, seien es nun die Lichteffekte, die niedrig aufgelösten Texturen oder die hakeligen Animationen, ist hingegen auf mittelmäßigem PlayStation 2-Niveau. Der Sound wirkt zu schwachbrüstig, selbst das Rauschen des Regens scheint einem stets gleichen Muster zu folgen, das sich alle paar Sekunden wiederholt. |
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