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Endlich ist es mal andersherum: Nachdem im April Virtua Fighter 5 für die PS3 erschien, mussten die Xbox-360-Besitzer ein halbes Jahr warten, bis die virtuellen Prügeleien für die weiße – und mittlerweile auch schwarze – Konsole umgesetzt wurden. Hauptkritikpunkt der PS3-Fassung war der fehlende Online-Modus und um eben diesen sollte die Xbox-Version erweitert werden. Sega hat Wort gehalten und ein wenig an den Entwickler-Knöpfen gedreht: Was sich geändert hat, was besser und was schlechter geworden ist, das verraten wir euch jetzt im Verprügel-Testbericht. Mit der Faust ins GesichtDas Prinzip des virtuellen Verhauens ist nicht so schwer zu verstehen: Jeder Kämpfer hat einen Gesundheitsbalken, der durch Treffer des Gegners reduziert wird. Wessen Balken zuerst verschwindet, der verliert den Kampf oder zunächst nur eine Runde, denn es ist auch möglich, über bis zu neun Runden zu prügeln, um einen Sieger zu ermitteln.Die Spielmodi sind leider recht begrenzt und bieten wenig Neues: Der Arcade-Modus, in dem der Kämpfer nacheinander gegen sieben Gegner antritt und schließlich auch noch eine Art „Überkrieger“ vernichten muss, dürfte Fans des Genres schon aus dem Vorgänger oder aus der Dead or Alive -Serie bekannt sein. Im VS-Modus kämpft ihr gegen einen Spieler am zweiten Controller, der Dojo-Modus dient zum Erlernen und Üben der einzelnen Schläge und Combos, und schließlich gibt es noch den Quest-Modus, der durch zahlreiche, freischaltbare Objekte für Langzeit-Motivation sorgen soll. Für die Xbox-Besitzer gibt es nun zusätzlich auch noch die Möglichkeit, über Xbox-Live gegeneinander anzutreten – entweder im Ranglisten-Kampf oder im Schau-Kampf. Punkt. Ja, liebe Xbox-Freunde, das war es auch schon mit dem Online-Modus. Sicher, es gibt Ranglisten, sicher machen diese Prügeleien auch Spaß, reizt dieser Schmalspur-Modus das Spiel aus? Nein. Ich hatte gehofft, dass der Quest-Modus auch online gespielt werden könnte, dass sich die Entwickler wirklich Gedanken gemacht haben, doch stattdessen gibt es einfach nur die Möglichkeit, sich zu duellieren. Gut, ich will nicht zu sehr meckern, schließlich hatte Sega einen Online-Modus versprochen – voila, hier ist er. Zack, Zack, Wumm – so einfach ist dasGanz gleich, welchen Modus ihr wählt, zunächst solltet ihr ein wenig üben: Das Dojo ist dafür nicht nur vorgesehen, sondern auch der perfekte Modus, um sich mit der simplen Steuerung vertraut zu machen. Zum einen könnt ihr euch Bewegungen vorgeben lassen, die ihr dann nachstellt, zum anderen könnt ihr auch frei probieren, um selbst herauszufinden, wie sich die Spielfigur bewegt, welche Bewegungen schnell sind und sich für Konterattacken eignen, welche Attacken kompliziert, aber effektiv sind. Dass dabei dann auch der Gegner detailliert in seinem Abwehrverhalten eingestellt werden kann, macht das Üben zum Spaß und wird somit keine trockene Pflichtaufgabe.Die Tastenbelegung ist für alle Kämpfer im Grundsatz gleich: Die B-Taste ist für die Tritte, die A- und die Y-Taste sind für die Schlagvarianten, die X-Taste dient zur Abwehr, die beiden Schultertasten sind ebenfalls für Tritt- oder Schlagvarianten zuständig und mit dem Steuerkreuz bewegt ihr den Kampfsportler – und das ist schon alles. Das ganze System ist so übersichtlich und leicht zu erlernen, dass jeder, wirklich jeder in kurzer Zeit (kurzfristige) Erfolge feiern wird und sich an den teilweise atemberaubenden Animationen berauschen kann. Außerdem sind, ganz einsteigerfreundlich, die beiden Buttons über den Schultertasten mit Zwei-Tasten-Kombinationen belegt, so dass auch ein Wurf recht lässig von den Fingern geht, ohne dabei die Gelenke zu verknoten. Allerdings – und das hat sich im Vergleich zur PS3-Version verschlechtert – ist der Schwierigkeitsgrad noch einmal gestiegen. War der Einstieg auf der PS3 noch recht zugänglich, so dürften Freizeit-Kampfsportler schnell Probleme bekommen. Wer aber Prügelspiele liebt, der wird Stunden damit zubringen, die Combos für jeden einzelnen der 17 Kämpfer zu trainieren, um den Gegner aufs Kreuz zu legen. Mann oder Frau – eine Frage des CharaktersWas ihr auch tut, welchen Modus ihr auch wählt: Ihr braucht für jeden Charakter ein eigenes Profil, in dem dann alle möglichen Statistiken zu finden sind, die mitprotokolliert wurden. Mal eben eine andere der 17 Spielfiguren zu benutzen, ist dadurch nicht möglich, was es ein wenig kompliziert macht, sich mit allen vorgegebenen Kriegern und Kriegerinnen anzufreunden oder sie einfach nur zu spielen. Die Frauen sind dabei deutlich in der Unterzahl, denn nur fünf der Figuren sind weiblich. Dafür spielen sich aber alle Charaktere unterschiedlich, haben deutliche Vor- und Nachteile im Kampfsystem. Mir hat es viel Spaß gemacht, die kleinen und großen Unterschiede herauszufinden, für jeden Kämpfer eine neue Taktik zu erarbeiten, um die Prügeleien am Ende auch zu gewinnen. Dank des Kampfsystems artete das auch nicht in wildes Tasten-Gedrücke aus. | ||||||||||||||||||||||||||||||
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