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Wenn mich jemand fragt, welche Titel mir spontan als erstes einfallen, wenn mir jemand den Begriff WWII-Shooter an den Kopf wirft, dann muss ich fast reflexartig Medal of Honor und Call of Duty antworten. Man kann gar nicht anders, wenn man nicht gerade längere Zeit hinter irgendeinem Mond zugebracht hat. Diese beiden Serien haben es in den letzten Jahren dank zahlreicher Ableger immer wieder verstanden, den Spieler auf allen nur erdenklichen Schlachtfeldern des WWII in gut inszenierte Gefechte gegen Nazi-Abschaum zu schicken. Das brachte meist hohe Wertungen und Verkaufszahlen ein, was aber auch dank der guten alten kapitalistischen Marktregeln dazu führte, dass die Hersteller das Szenario immer weiter bis zum geht nicht mehr gemolken haben. Damit ist jetzt aber Schluss, zumindest was Call of Duty angeht, denn Call of Duty: Modern Warfare macht endlich einen Schritt nach vorn in Richtung Zukunft. Als erster Vertreter der Serie spielt es nämlich nicht mehr im zweiten Weltkrieg. Es gibt also doch noch einen Gott... Alles Gute für die ZukunftDie Call of Duty-Serie hat die Eigenheit, dass man fast immer in die Rolle mehrerer Protagonisten unterschiedlicher Nationalität schlüpft, die an verschiedenen Fronten kämpfen. Das ist auch bei CoD4 wieder der Fall. Allerdings gibt es diesmal eine durchgängige Handlung, die die verschiedenen Einsätze in einen schlüssigen Zusammenhang bringt. Das Szenario ist zwar rein fiktiv, lehnt sich aber durchaus an reale Krisenherde, oder solche die es in Zukunft vielleicht mal werden könnten, an. Zunächst scheint es um einen Konflikt in einem fiktiven, arabischen Ölstaat zu gehen, der wohl nicht ganz ungewollt an den Irak erinnert. Hier hat ein anti-westlicher Despot die Macht an sich gerissen, den Präsidenten ermordet und das Land in einen grausamen Bürgerkrieg gestürzt, was die USA dazu bringt zu intervenieren. Dies stellt sich jedoch im weiteren Spielverlauf als geschickt getarntes Ablenkungsmanöver heraus, welches von russischen Ultra-Nationalisten inszeniert wurde, um die westliche Koalition abzulenken. Während die USA im Nahen Osten alle Hände voll zu tun haben, bereiten die Ultras einen Putsch vor, der Russland wieder zu alter Größe verhelfen soll. Dabei schrecken die Fieslinge selbst vor Nuklearwaffeneinsatz nicht zurück. So weit die Ausgangssituation.Zweieinhalb Mann gegen den TerrorIn Call of Duty 4 schlüpft der Spieler in die Rolle zweier kampferprobter Haudegen: US-Marine Paul Jackson und SAS-Kämpfer „Soap“ Mac Tavish hören auf sein Kommando. Zudem spielt man in einer Art Rückblende kurze Zeit einen weiteren Charakter, Captain Price, der ansonsten als rauhbeiniger Vorgesetzter vom Computer gesteuert wird. Die verschiedenen Charaktere ermöglichen es so bequem, dem Spieler verschiedenste Szenarien vorzusetzen, ohne dass es unglaubwürdig wird. So kämpft man sich z.B. im ersten Einsatz als SAS-Mann über ein Containerschiff und gleich im nächsten Level als US-Marine durch den nahen Osten. Im weiteren Spielverlauf stehen auch Besuche in Russland, Aserbaidschan oder der Ukraine auf dem Reiseplan. Besonders die Geisterstadt Pripyat (Tschernobyl) scheint für Gamer immer mehr zum beliebten Ausflugsziel zu werden: hier absolviert man eine hochspannende Scharfschützenmission.Das Leveldesign selbst ist sehr linear angelegt. Was anderen Spielen aber oft als Nachteil angerechnet werden kann, münzt CoD4 dank der packenden Inszenierung sogar in einen Vorteil um. Der Spieler wird zwar auf einen festen Pfad dirigiert, was aber kaum auffällt, da die Entwickler das Spielgeschehen sehr ereignis- und abwechslungsreich gestaltet haben. Die Missionen des US-Marines sind dabei eher auf brachiale nonstop Balleraction ausgelegt, während die von "Soup" eher auf Taktik und Stealth-Elemente setzen. Langweilig wird es jedenfalls nie. Altbewährt aber trotzdem immer wieder spannendDafür sorgen zahlreiche Scriptsequenzen, die euch die Entwickler quasi im Minutentakt vorsetzen und so für ein konstant hohes Spieltempo sorgen. Leerlauf braucht man nicht zu befürchten. Nichts desto trotz entsprechen die Aufgabenstellungen natürlich mehr oder weniger dem, was man schon kennt: Kontaktpersonen retten, Geschütze sprengen, feststeckende Panzer bergen, Häuserkämpfe u.s.w. Call of Duty 4 erfindet das Rad nicht neu. Aber so rund wie hier hat man es schon lange nicht mehr gesehen. Hin und wieder bemannt man im Spielverlauf auch stationäre Geschütze (u.a. an Bord eines Lockheed AC-130H Spectre) um Bodentruppen zu unterstützen. Das besondere hierbei ist die grafische Aufmachung. Der Spieler sieht die Szenerie wie durch eine Infrarotoptik, die das Geschehen wie ein bewegtes Fotonegativ aussehen lässt. Das ganze wirkt dabei so beklemmend realistisch, dass man fast annimmt eine reale Aufnahme aus einer Kriegsdokumentation zu sehen. Da wurde es sogar mir etwas mulmig, weil ich selbst erst vor kurzem auf Youtube Realaufnahmen solcher Kameras gesehen hatte und daher einfach mal behaupte, dass das im Spiel sehr überzeugend wirkt. | ||||||||||||||||||||||
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