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Test: Beowulf
Schon wieder eine vermurkste Filmumsetzung
Ach ja, die alten Mythen und Sagen. Ich war immer ganz fasziniert vom Nibelungenlied, aber jetzt ist mit dem Film Beowulf (Filmkritik) ganz anderes Material auf die Leinwand geworfen worden. Es ist fast schon logisch, dass ein Film, der voller Animationen steckt, auch seinen Weg in die virtuelle Spielwelt findet. Es ist dann auch logisch, dass das Spiel dann denselben Namen wie der Film trägt, damit die Kinobesucher die Abenteuer von Beowulf zu Hause nachspielen können. Ah, da war ja noch ein Pferdefuß: Filmumsetzungen sind bislang nur sehr, sehr selten auch als Spiel überzeugend gewesen. Wie ist das, wenn der Film selbst schon dürftig ist? Der skandinavische BestienbezwingerWer den Film und die Sage nicht kennt, der wird sich auch ohne Einweisung schnell zurecht finden. Der überhebliche Beowulf lässt nichts unversucht, um als Held zu gelten und macht sich auf die Reise nach Dänemark, um das Land von dem Grendel-Monster zu befreien. Doch zwischen dieser Aufgabe müssen noch Meere überquert und zahlreiche Soldaten bekämpft werden – und am Ende erkennt der Recke, wer er wirklich ist: ein Heldenkönig oder ein Bestientöter. Mit diesen Sätzen ist das Spiel auch schon komplett beschrieben, die Hintergrundgeschichte ist ebenso flach wie das Land Dänemark, deren Einwohner ja nicht gerade als Bergvolk bekannt ist. Verwunderlich ist deshalb, dass zwischenzeitlich doch immer mal wieder Berge erklommen werden müssen, aber das ist vermutlich spielerische Freiheit beim Missionsdesign.Neben Beowulf gibt es noch seinen treuen Gefährten Wiglaf und eine kleine Schar von wilden Recken, die ihn mit einer absolut unterirdischen KI bei den Abenteuern unterstützen – wenn es hart auf hart kommt, ist der Möchtegern-Held auf sich allein gestellt, die Endgegner der einzelnen Passagen muss der Nordmann ohnehin selbst besiegen. Es wütet laut der WüterichEs gibt nicht viele Möglichkeiten, um bei Beowulf aktiv zu werden: Ihr spielt das Spiel als Recke oder als Legende, womit auch schon die beiden Schwierigkeitsgrade abgehandelt wären. Wer sich erfolgreich durch das Spiel prügelt, der schaltet Bonusmaterial wie Zeichnungen oder Konzeptgrafiken frei, die dann bewundert werden dürfen. Ein Filmtrailer zum cineastischen Pendant fehlt freilich auch nicht – doch das war es dann auch schon. Gut, also frisch ans Werk, ihr Recken.Der Einstieg ins Spiel wird durch eine minimalistische Einführung erleichtert. Nach einem kurzen Wettlauf, einer Kletterpartie und einem Kampf gegen große Krebse, wartet dann auch schon die erste Bestie auf euch. Eine dreiköpfige Seeschlange muss bezwungen werden. Gut, jetzt wird es Zeit auf die hakelige Steuerung und wenig übersichtliche Kamera einzugehen, die das Geschehen nicht immer gelungen einfängt. Im Gegenteil. Und so ist das Gemetzel mit dem Seeungeheuer auch kein echter Kampf, sondern ein stupides Laufen von Links nach Rechts, ein permanentes Drücken auf die Kampftasten, um dann schließlich in die Endsequenz zu kommen: Hier müssen bestimmte Buttons in einer auf dem Bildschirm vorgegebenen Folge gedrückt werden. Das ist nicht sonderlich schwierig, doch leider verpasst ihr die tollen, mitunter auch sehr blutigen Szenen der Endkämpfe, wenn ihr die ganze Zeit auf die Symbole oben rechts in der Ecke starrt. Dass dann auch noch die Köpfe der Seeschlange jeweils auf dieselbe Art vernichtet werden, lässt auf pure Faulheit der Programmierer schließen. Oder auf spielerische Freiheit im Missionsdesign – ach, das hatte ich ja schon. A propos bestimmte Buttons drücken: Zwischendurch müssen mal Felsen verschoben oder Räder gedreht werden, eure Recken helfen euch dabei und um den Vorgang zu beschleunigen, müsst ihr nach einem bestimmten Rhythmus Buttons drücken. Es geht auch ohne, aber wenn ihr es schafft – was nicht sonderlich schwer ist –, dann kommt ihr schneller ans Ziel. |
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