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Test: Turok

Hat der neue Turok das Zeug dazu, wieder zum Häuptling unter den Shootern zu werden?
 Turok
Die Turok-Reihe blickt auf eine lange, aber nicht immer ruhmreiche Geschichte zurück: Der erste Teil für das damals noch jungfräuliche N64 ließ die Kinnladen der Zocker im Akkord runter klappen und verleitete viele dazu, sich die Konsole zu besorgen. Das für die damalige Zeit technisch famose Turok war eine fordernde Mischung aus Shooter-Action und bisweilen nerviger Sucherei nach gut versteckten Schlüsseln. Auch der zweite Teil führte das Rezept mit noch ungewöhnlicheren Waffen und Spielumgebungen fort und war eines der ersten Spiele, die die Memory-Expansion des N64 nutzen konnten, was die Optik durch bessere Texturen und höhere Auflösung aufmöbelte. Beide Teile wurden auch für den PC umgesetzt und waren mit die ersten Titel, die die damals schwer angesagten 3Dfx-Beschleunigerkarten unterstützten.
Der Multiplayerableger Turok: Rage-Wars und der dritte Teil waren N64 exklusiv. Dann kam Turok Evolution, der bisherige Tiefpunkt der Serie. Vor allem die Umsetzung für den PC war eher mies und für damalige Verhältnisse auch technisch ziemlich enttäuschend. Kurz darauf ging Acclaim pleite und Turok verschwand von der Bildfläche, von einigen 2D-Ablegern für die Gameboys mal abgesehen. Jetzt meldet sich die Rothaut zurück. Wollen wir doch mal sehen, ob Turok auf den rechten (Kriegs)Pfad zurückgefunden hat.

Wenn Indianer ihre Wurzeln vergessen

Die Story des Spiels hat keinen Bezug zu den Vorgängern. Ihr seit Joseph Turok, Kiowa-Indianer und neues Mitglied einer Einheit von Marines, die auf einem abgelegenen Provinzplaneten den entflohenen Kriegsverbrecher Roland Kane einfangen sollen. Dieser hat sich dort mit seiner Eliteeinheit namens „Wolfsrudel“ häuslich eingerichtet. Was Kane dort unten eigentlich treibt, interessiert das hart gesottene Whisky-Team indes wenig. Hauptsache der Auftrag geht schnell und reibungslos über die Bühne. Das prekäre an der Situation ist, dass Turok ebenfalls mal zum Wolfsrudel gehörte, weshalb ihm die neuen Kollegen nicht über den Weg trauen und ihn dies bei der Einsatzbesprechung auch wissen lassen. Dabei will Turok dem Anführer des Wolfrudels mindestens ebenso gern ans Leder wie die Marines, hat er doch mit seinem ehemaligen Mentor noch eine alte Rechnung offen.
Aber wenn alles glatt laufen würde, wär's ja langweilig. Also kommt von der Planetenoberfläche eine Rakete angerauscht, die das Raumschiff trifft und zum Absturz bringt. Turok überlebt den Crash und kann sich aus dem schwer beschädigten Wrack retten. Kurz darauf trifft er auf einen weiteren Überlebenden, den raubeinigen Slade. Notgedrungen raufen sich die beiden zusammen und machen sich auf den Weg durch die zerklüftete Urwaldlandschaft. Ziel ist zunächst die andere Hälfte des Schiffes, welche ein paar Kilometer weiter runtergekommen ist, um dort nach Überlebenden zu suchen. Dazwischen warten jedoch unwegsames Gelände, schießwütige Soldaten und jede Menge hungrige Dinos.

Der Dino beißt nicht, der will nur spielen

Vergleicht man den neuen Turok mit den Vorgängern, stellt man fest, dass sich die Gemeinsamkeiten in Grenzen halten: Protagonist Turok, der Tek-Bogen, dichter Urwald und aggressive Dinos. Der ganze Rest wie die Suche nach irgendwelchen Schlüsseln (seit Teil zwei ja eh passe'), knifflige Sprungeinlagen, die ausgefallenen Waffen für die die Serie bekannt war und die ganze Mythologie der Comicreihe wurden wohl mit dem Kriegsbeil begraben. Was bleibt ist ein linearer Actiontitel mit düsterer Atmosphäre, aber ohne jegliche Innovationen.
In typischer Egoshootermanier durchläuft der Spieler abwechselnd dicht bewachsene Urwaldlandschaften oder trist-graue Bunkeranlagen und Laborkomplexe. Das Leveldesign ist in den meisten Fällen linear angelegt. Das sieht dann in der Praxis so aus, dass es einen etwas breiteren Pfad gibt und links und rechts wird der Weg durch Abgründe oder Felswände begrenzt. Gelegentlich gibt es auch mal Abzweigungen, die aber stets in Sackgassen enden an deren Ende man etwas Munition findet. Meist muss man einfach von A nach B gelangen und zwischendurch alles über den Haufen ballern, was zwei bis vier Beine hat. Ausser wenn mal der T-Rex aufkreuzt. Dann sollte man besser sein Heil in der Flucht suchen.
Nur selten muss der Spieler simple Missionsziele wie „Finde das Funkgerät!“ erfüllen, was aber auch nur wieder auf von-A-nach-B-laufen hinausläuft. Prinzipiell begegnet Turok dabei zwei Arten von Gegnern. Zum einen halbwegs schlau agierenden Soldaten die mit Fernkampfwaffen angreifen und zum anderen wieselflinke, unberechenbare Dinos in allen Größen bis hin zum schon erwähnten T-Rex.

Frustfaktor

Bei den Dinos zeigt sich dann auch ein Manko des Spiels, welches bei grobmotorischen Joypadnutzern schnell zu Frust führen kann: Es gibt keinerlei Zielhilfe. Man muss wirklich punktgenau anvisieren. Bei den menschlichen Gegnern ist das nicht so das Problem, denn die bleiben öfters auch mal auf einem Punkt stehen und sind somit einigermaßen gut zu treffen. Die Dinos jedoch sind sauschnell und kaum ins Fadenkreuz zu kriegen. Das Angriffsmuster der Viecher (aus dem toten Winkel angerannt kommen, umrempeln und wieder flüchten) macht die Sache auch nicht weniger nervig. Nur gut, dass man bald die Schrotflinte findet, die mit ihrem großen Streuradius und der hohen Durchschlagskraft auf kurze Distanz gut geeignet ist, um sich die fiesen Echsen vom Leib zu halten.
Screen 1
Wenn der T-Rex kommt, hilft nur noch die Flucht.
Screen 2
Neben den Dinos sind die MG-Soldaten die zweite Gegnerfraktion des Spiels.
Screen 3
Abseits ausgelatschter Dschungelpfade wollen auch futuristische Gebäudekomplexe infiltriert werden.
Screen 4
Diese Planzenfresser sind harmlos. Zumindest solange man sie nicht angreift.

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Turok

Packshot
3D-Shooter
von Disney Interactive, Propaganda Games
USK-Freigabe nicht unter 18 Jahren
PCApril 2008
PS3Februar 2008
360Februar 2008

Alle Infos zum Spiel   Preisübersicht

will ich habenhabe ich angespielt
besitze ichbin Profi (durchgespielt)

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