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Test: Too Human
Nach 10 Jahren ist die Neuinterpretation der nordischen Sagenwelt endlich fertig. Aber ist es auch ein göttliches Spiel geworden?
Manchmal, da dauert's eben ein wenig länger. Silicon Knights (die Entwickler des GameCube-Hits Eternal Darkness) schrauben nun schon etwa 10 Jahre an ihrem Xbox360-Spiel Too Human herum. Und nein, das ist kein Fehler. Ursprünglich wurde das Spiel für die altehrwürdige PS1 entwickelt. Dann verlagerte sich das Ganze zum GameCube, um danach wegen Unstimmigkeiten zwischen Big-N und Silicon Knights schlussendlich bei der Kreuzbox zu landen. Nach so einer langen Entwicklungszeit sind die Erwartungen natürlich entsprechend groß. Es wird sich zeigen, ob die Neuinterpretation nordischer Göttermythen gemixt mit Endzeit-Sci-Fi diese auch erfüllen kann.Mehr Mensch oder mehr Maschine?Es sind harte Zeiten für die letzten kläglichen Reste der Menschheit angebrochen. Seit einem verheerenden Krieg mit den Ymir, einer blutrünstigen Roboterrasse, leben die Menschen zusammengepfercht und mehr schlecht als recht in der einzigen noch sicheren Stadt Asgard. Die High-Tech-Enklave kann sich allerdings nur halten weil die Asen, kybernetisch verbesserte Menschen die wie Götter verehrt werden, die Stadt und ihre Einwohner vor den Maschinenwesen beschützen. Durch den Einsatz von Nuklear- und Antimateriewaffen ist der Planet zudem in einem nuklearen Winter versunken, was Ausflüge jenseits der Stadt zusätzlich erschwert.Der Spieler schlüpft in die Rolle von Baldur, einem Asen der aufgrund einer schweren Verletzung lange Zeit „ausgefallen“ war und seelisch noch immer unter dem Verlust seiner Frau leidet, die bei einem Angriff der Ymir umkam. Immer noch Mensch genug um sich dem Frustsaufen hinzugeben betritt Baldur eine Bar, in die allerdings nur Augenblicke später das Maschinenmonster Grendel hineinplatzt um sich ein paar Bargäste einzuverleiben. Baldur kann dem Monster nach einem kräftezehrenden Kampf zwar den Arm abtrennen, muss es aber vorerst entkommen lassen. Dass die Maschinen Menschen töten ist nichts Ungewöhnliches, dass sie sie fressen aber schon. Dieser neuen Entwicklung muss auf den Grund gegangen werden. Daher bekommt Baldur alsbald eine Expedition bewilligt um Grendel aufzuspüren. Was anfangs eine simple Monsterjagd zu sein scheint, entpuppt sich jedoch im weiteren Verlauf als Vorgeplänkel zum Ragnarök, der Götterdämmerung, in der Baldur eine tragende Rolle einnehmen wird. RobiabloToo Human gehört zur Sparte der Action-Rollenspiele a la Diablo. Und als erste Handlung in jedem RPG steht natürlich die Charaktererschaffung an. Es gibt insgesamt fünf Klassen zur Auswahl: Der Berserker ist gut im Nahkampf, der Commando ist Experte für Fernkampfwaffen, der Defender steckt besonders viel ein und der Champion ist der typische Allrounder. Besonders erwähnenswert ist der Bio Engineer. Er ist nämlich die einzige Klasse, die sich selbst und Verbündete heilen kann.Das Spiel legt sich übrigens auf Baldur als Spielfigur fest. Man kann sich also leider keine Baldurella erschaffen. Hat man dann die grundlegende Charaktergenerierung hinter sich gebracht, geht es auch schnurstracks ins Geschehen. Und hier spielt sich Too Human im Grunde wie die meisten anderen Actionrollenspiele auch. Man steuert seine Spielfigur mit dem linken Analogstick durch sehr lineare (und nicht zufällig generierte) Level und bekämpft Robotermonster, die scriptgesteuert in den Raum gespawnt werden, sobald man über eine bestimmte Stelle gelaufen ist. Anders als bei den meisten anderen Actionrollis muss man jedoch zum Angreifen nicht einen Knopf, sondern mit dem rechten Analogstick in die Richtung des Gegners drücken. Das erste was ich mich dann gefragt habe war: „Ah ha, und womit justiere ich die Kamera?“. Mit nichts, wie ich leider feststellen musste. Die Kamera ist automatisch und entwickelt sich daher mal wieder oft zum größten Feind des Spielers. Besonders wenn ein dicker Obermotz im Bild ist,versteht es die Kamera blendend sich genau so zu positionieren, dass die Spielfigur vom Endgegner verdeckt wird und man so nicht sieht, was Baldur eigentlich gerade anstellt. Man kann zwar die Kamera auch selbst mittels Tastenkombination steuern, aber auch nur wenn man in keinem Kampf ist und nur in einem sehr begrenzten Radius. Zusätzlich zur Nahkampfwaffe verfügt Baldur noch über zwei Pistolen bzw. ein Gewehr, die mit den Schultertasten abgefeuert werden können und sich gut eignen, um anstürmende Gegner schon mal „vorzuklopfen“. Die Gewehre kann man zwar nur einzeln verwenden, sie haben dafür aber einen Granatwerfer eingebaut der gleich mehrere kleine Gegner über den (wahrscheinlich zugefrorenen) Jordan schicken kann. Leider funktioniert das Ballern nur über eine Art halbautomatisches Autoaiming, d.h. Baldur schießt immer auf den nächstgelegenen Gegner in Blickrichtung, was jedoch dazu führt, dass man oftmals aus Versehen den falschen anvisiert. Als echter Gott von Welt hat Baldur natürlich noch ein paar andere Tricks im Ärmel: So kann er z.B. mittels rechtem Bumper eine Spezialattacke auslösen, die alle in der Nähe stehenden Gegner aus den Latschen haut (wenn auch meistens nicht gleich umbringt). Sehr nützlich wenn Baldur mal wieder von mehreren Gegnern eingekreist wurde. Diese als "Ruiner" bezeichnete Spezialattake ist allerdings nur begrenzt verfügbar und muss durch das Auffüllen eines Kombobalkens erstmal erarbeitet werden. Außerdem kann er als höherstufiger Charakter unter anderem einen Spinnenroboter erhalten, der sich, je nachdem wie man seine Fertigkeitspunkte verteilt hat, als Mine oder auch automatischer Geschützturm einsetzen lässt. Apropos Fertigkeitenpunkte: Nach einer gewissen Anzahl verkloppter Monster folgt der obligatorische Stufenanstieg, bei dem eine bestimmte Menge an Punkten in einem dreigliedrigen Fertigkeitenbaum verteilt werden kann. So lassen sich z.B. die Nahkampffähigkeiten steigern oder auch der besagte Spinnenroboter freischalten. Stellt man fest dass man sich „verskillt“ hat, kann der Fertigkeitenbaum gegen einen geringen Geldbetrag auch wieder zurückgesetzt werden und die Punkte lassen sich neu verteilen. |
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65%
Too Human

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