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Test: RTL Winter Sports 2009

Warum grinst Anni Friesinger?
 RTL Winter Sports 2009
Manchmal machen es sich die Entwickler einfach, überarbeiten ihr Spiel ein wenig und bringen es dann als neuen Aufguss heraus, weil sich ein neuer Titel immer besser verkauft als ein kostenloser Patch. In diesem Jahr habe ich mir gedacht, dass ich es mir als Redakteur auch mal ganz einfach machen kann, gehe dabei fast so dreist vor wie die Entwickler und verweise auf meinen Text vom vergangenen Jahr, als ich Winter Sports 2008Weitere Infos ausführlich abhandelte. Weil sich am Spiel fast gar nichts geändert hat, gibt es daher auch nur eine Rezension, die sich wie ein Patch anfühlt, aber im Grunde genommen das Gegenteil ist: das Aufzeigen von Fehlern. Die große Frage, die sich letztlich stellt, ist: Warum grinst Eisschnelllauf-Ikone Anni Friesinger so penetrant und debil hinten auf dem Cover?

Die große Neuigkeit: Jetzt auch NextGen

Wenn es einen wirklich einschneidenden Unterschied zwischen Winter Sports 2008 und dem Nachfolger Winter Sports 2009 gibt, dann vor allen Dingen den, dass der Titel in diesem Jahr auch für die Xbox 360 erschienen ist. Nun kann der Entwickler auch behaupten: „Wenn ich für eine andere Konsole das Spiel herausbringe, dann muss ich ja nicht alles neu machen.“ Klar, die Xboxer kennen das Spiel aus dem vergangenen Jahr nicht. Was aber nicht bedeutet, dass man sich a) auf den nicht vorhanden Lorbeeren ausruhen dürfte und b) ist Ideenarmut bislang selten mit Erfolg belohnt worden. Genau genommen kommt das nur in der Politik vor, aber die hat hier nichts verloren.
Wer etwas über Modi, Schwierigkeitsgrade und Spielvarianten wissen will, der kauft sich bitte die GameCaptain-Ausgabe aus dem vergangenen Jahr – kostenloser Zugang und volle Informationen unter Winter Sports 2008Weitere Infos. Übrigens war Anni Friesinger schon im vergangenen Jahr Pate für das Spiel, vielleicht grinst sie ob der Wiedersehensfreude? Oder freut sie sich, dass sie das Internet nicht braucht, weil es keinen Xbox-Live-Modus gibt? Mehrspieler treffen sich also offline und real. Kein Grund zu grinsen, Frau Friesinger.

Oh, es gibt eine neue Disziplin

Im Grunde genommen ist es ja ziemlich frech: Da kommt ein Spiel auf den Markt, dass es in derselben Form schon 12 Monate vorher gab. So wie Frau Friesinger auf der Rückseite des Covers den weißen Controller in der Hand hält, kann mir nicht vorstellen, dass sie weiß, was man damit tut. Zumal der Eisschnelllauf wie im vergangenen Jahr unglaublich schwer ist, die gesamte Steuerung krankt an einer Schwammigkeit, wie sie auf vereisten Pisten oder Bahnen nicht vorkommen sollte. Aber vielleicht grinst die gute Anni auch deshalb, weil es eine neue Disziplin gibt: Snowboarden. Oha, sagt der geneigte Wintersport-Freak, wachst schon mal das Brett und freut sich auf wilde Flips. Nee, vergesst das mal schnell: Drehen, drehen und noch mal drehen. Zwei Möglichkeiten für Grabs und das war es dann auch. Hoch springen, drehen bis der Arzt kommt und dann wieder richtig landen. Nein, deswegen kann die Anni nicht so seltsam grinsen, es muss einen anderen Grund geben. Aber das finden wir sicher noch heraus.

Es muss ja nicht alles besser werden...

Da sich bis auf das langweilige Snowboarden nicht viel geändert hat, richten wir unser aller Augenmerk mal auf die Ausrutscher des vergangenen Jahres. So gibt es immer noch die Spaßbremsen Eisschnelllauf und Eiskunstlauf, die von Beginn an – ganz gleich bei welchem Schwierigkeitsgrad – monströs schwer sind. Zu allem Überfluss spielt sich die Karriere auf der Xbox schlechter als das PC-Pendant aus dem vergangenen Jahr. Denn ob ich nun Erfahrungspunkte sammle und meinen Charakter aufwerte, eine Auswirkung ist beim Spiel nicht zu spüren. In diesem Punkt also auch noch ein Rückschritt im Vergleich zum Vorjahr und vielleicht ist das Grinsen von Anni Friesinger eher hämischer Natur, weil sie weiß, mit welchen Tücken der Spieler bei diesem Titel zu kämpfen haben wird.

Kalauer alaaf – und solide Grafik

Unter dem Aspekt „Partyspiel“ können die beiden Kommentatoren noch durchrutschen. Die humorigen Sprüche sorgen beim ersten Hören noch für ein wenig Kurzweil, sind aber auch ganz sicher nicht der Grund für das Grinsen der Friesinger. Auf die Dauer nerven die beiden am Mikrofon nämlich gewaltig. Immerhin wurde die Grafik etwas aufgebohrt, ohne dabei für einen „Aha“- oder „Wow“-Effekt zu sorgen. Solide mit netten kleinen Feinheiten kommt die Optik rüber, aber mehr auch nicht. Und auf die Dauer ist es auch sehr ermüdend, bei jedem Wettkampf dasselbe Intro zu sehen.
So recht kommt letztlich auch keine Partystimmung auf, weil das Ganze a) letztlich nicht ausgewogen und nicht einfach genug ist, um nur Spaß zu machen und weil es b) auch an einer schwammigen Steuerung krankt, die schon im vergangenen Jahr ein Thema war. Und warum Anni Friesinger nun grinst, weiß ich wirklich nicht genau. Ich vermute, sie bekommt dafür Geld.

Screen 1
Freundlich grinsend präsentiert Anni Friesinger auf der Rückseite des Covers das Spiel...
Screen 2
...mit nur einer Neuerung im Vergleich zum Vorjahr: Dem Snowboarden
Screen 3
Alles andere gleich der 2008-PC-Version nahezu auf den Pixel genau...
Screen 4
...und spielt sich definitiv nicht wie eine frische Winterbrise...

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RTL Winter Sports 2009

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09.12.08
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