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Dabei hätte mein Wochenende so schön werden können! Lange ausschlafen, lecker was beim Italiener bestellen, auf dem Sofa breit machen und unbeschwert ein paar Gegner verstümmeln, natürlich nur virtuell. Doch daraus wurde nichts! Um 8 Uhr weckte mich der fahrende Gemüsehändler, für den Italiener musste eine Tiefkühlpizza herhalten und zu allem Überfluss musste ich mich noch mit diesem Paradebeispiel für misslungenen Ideenklau herumärgern. Warum im Leben nicht immer als so kommt wie man denkt, auch bei Spielen: Ein Frust-Report. Die Elster vom DienstUnsere äußerst leicht bekleidete Protagonistin hört auf den nichtssagenden Namen Ayumi und hat ein typisches Frauenproblem: sie steht auf alles was glitzert und glänzt. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass sie prompt in Schwierigkeiten gerät, als sie mal wieder versucht ein hübsches Artefakt zu stehlen. „Nicht mit mir“ denkt sich dessen ungeheuerlicher Wächter und verflucht die zierliche Grabräuberin kurzerhand. Es ist nun lediglich unser Spielziel, diesen Fluch irgendwie wieder los zu werden, eine mögliche Geschichte wird dabei völlig vernachlässigt.Schließlich haben wir ja auch schon genug zu tun uns mit Gunblades bewaffnet durch insgesamt 44 höchst monotone Abschnitte zu schnetzeln. Die gute Lara - äh Rayne - verdammt - Ayumi stößt dabei zu Gebieten und Monstern vor, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat und das war auch gut so, denn sowohl Gegner als auch Bosse und Umgebungen sind sterbenslangweilig und sorgen nach nur zehn Minuten Spielzeit für gähnendes Verlangen die Konsole abzuschalten, garantiert, GameCaptain-geprüft. Dabei wollte sich X-Blades doch mit vielen im Genre messen…Tomb Raider , Devil May Cry , Blood Rayne oder Ninja Gaiden . Bei sämtlichen Spielen bedienten sich die Entwickler, jedoch wenig erfolgreich. Hinzu kommt, dass ihr Hauptcharakter Ayumi noch nicht mal sympathisch sondern eher völlig unauthentisch und deplaziert wirkt. Inhaltlich hätte man X-Blades übrigens in gut sechs Stunden durch, wobei der Wiederspielwert gen Null geht. Kannst du noch mehr als hübsch aussehen?Das Spielprinzip lehnt sich stark an Vorbild Devil May Cry an und versucht dessen Hack & Slay Stil zu imitieren. Mit Hilfe ihrer Gunblades (halb Pistole, halb Schwert) scheint Ayumi ein zumindest ähnliches Arsenal auffahren zu können, scheitert aber in der Ausführung. Zu Beginn des Spiels haben wir keinerlei Kombinationsmöglichkeiten und müssen stupide auf sämtliche Gegner eindreschen. Zwar können wir auch schießen, jedoch ist die Zielfunktion derart umständlich, dass wir schnell die Geduld verlieren. Ähnliche Schuss-Hieb-Kombinationen wie bei Dante suchen wir hier vergeblich, es bleibt nur das Schwert als einzig effektive Waffe. Doch mehr als auf dem Schlagknopf herumhämmern können wir nicht tun. Dabei haben wir nicht mal die Möglichkeit gegnerische Angriffe zu blocken, ein Ableben ist rein vom Glück abhängig. Zusätzlich nervt ein schwammiges Kollisionssystem. Manchmal werden Feinde gar nicht getroffen, manchmal merken wir es nicht, weil es weder passende Geräusche noch Animationen gibt. Ähnlich verhält es sich auch bei den langweilig gestalteten Bossen. Wir ziehen ihnen zwar Energie ab, davon beeindruckt zeigen sie sich jedoch nicht und fallen schließlich einfach um.Ayumi ist nur anfangs relativ wehrlos, jeder besiegte Feind bringt Punkte, die wir in neue Fähigkeiten stecken können. Manche davon sind brauchbar und greifen mehrere Gegner gleichzeitig an, andere sind eher nutzlos. Hier müssen wir ausprobieren und uns durch die hässlichen Menüs quälen. Neue Waffen sucht man übrigens vergeblich, lediglich diverse Zaubersprüche versuchen hier Abwechslung zu bieten, schaffen es aber kaum. Müssen wir noch über die nicht vorhandene KI der sich kaum unterscheidenden Monstermassen reden? Ein Lichtblick?Das einzige am Spiel, was nicht für die Tonne ist, ist wohl die grafische Präsentation. Ayumis Welt wirkt sogar erfreulich detailreich, wenngleich der Stil stark an das aktuelle Prince of Persia erinnert, ohne aber dessen Klasse zu erreichen. Die Protagonistin selbst ist in mehr oder weniger ordentlichem Cell-Shading gehalten. Man fragt sich nur, warum ein leicht bekleidetes junges Mädchen offensichtlich als Hingucker fungieren soll, wenn sie in polygonarmer Comicgrafik gehalten wird. Dennoch bietet uns das Spiel teilweise hübsche Zwischensequenzen und ordentliche Effekte.Immerhin, die Entwickler ließen das Spiel für den deutschen Markt komplett lokalisieren, dafür ist die Sprachausgabe aber auch erwartungsgemäß unterdurchschnittlich. Gleiches gilt für die Hintergrundmusik, bestehend aus nervigen Techno- und Rockeinlagen, und die blassen Soundeffekte. | ||||||||||||||||||||||
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