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Test: Star Ocean 4: The Last Hope

Wirklich ein Stern am Rollenspielhimmel?
 Star Ocean 4: The Last Hope
Das Genre der Japano-Rollenspiele kriselt in letzter Zeit ein wenig, so richtige Kracher kamen jedenfalls schon lange nicht mehr heraus. Es scheint als würden die Entwickler auf der Stelle treten, was einfallsreiche Geschichten und eingängige Spielsysteme betrifft, kaum einer traut sich noch etwas wirklich Neues zu bringen. So liegt fast alle Hoffnung auf dem demnächst erscheinenden Final Fantasy XIIIWeitere Infos, in der Zwischenzeit waren die Jungs von Tri-Ace aber auch nicht ganz untätig und schicken nun den neusten Star Ocean-Ableger in den Kampf. Kann der auch schon frischen Wind ins festgefahrene Genre bringen?

Little less conversation, little more action

Die Geschichte katapultiert uns in die Zukunft im 23. Jahrhundert. 200 Jahre zuvor brach der dritte Weltkrieg aus und nahezu die ganze Menschheit wurde vernichtet. Der kleine Teil, der übrig blieb, beschloss, dass es von nun an besser wäre, zusammen zu arbeiten, um möglichst bald einen neuen Heimatplaneten zu finden, da die Erde kaum noch bewohnbar schien. Man startete ein Weltraumprogramm, das 200 Jahre später seiner Vollendung entgegen schreitet, und man hat es sogar geschafft, den Warp-Antrieb zu entwickeln.
Wir spielen Edge Maverick, einen jungen Kommandanten, der mit seiner Crew den Auftrag bekommt, zusammen mit vielen anderen Schiffen die Galaxie zu bereisen und eventuell eine zweite Heimat zu finden. Auf dem Weg dorthin geht aber natürlich einiges schief und wir notlanden auf einem außerirdischen Planeten voller Gefahren und vielleicht auch neuen Verbündeten.
Eine Merkwürdigkeit fällt jedoch gleich zu Beginn auf: Das recht ansehnliche Intro, welches sich vor dem Startbildschirm abspielt, wiederholt sich nach Spielstart erneut und wird nochmals erklärt. Haben die Entwickler etwa Gefallen daran, alles haargenau zu illustrieren? Der Verdacht bestätigt sich spätestens, wenn wir bei der ersten Dialogsequenz ankommen, die über eine halbe Stunde dauert. Zwischendurch schaltete sich zweimal mein Gamepad aus. Jedoch ist es nicht so, dass diese Zwischensequenzen dermaßen spannend erzählt werden, dass die abgesessene Zeit wie im Flug vergeht - das Gegenteil ist der Fall. So spielte ich schnell mit dem Gedanken, die langatmigen Szenen trivial-philosophischer Dialoge zu überspringen, was zum Glück möglich ist, auch auf die Gefahr hin, als Geschichtsbanause zu gelten.

Teletubbies in der Party

Doch nicht nur die übertriebene Dialoglastigkeit nervt, es sind vor allem die viel zu klischeehaften Charaktere, welche durch zahlreiche Überzeichnungen keine richtige Authentizität aufkommen lassen. Bei Hauptcharakter Edge fängt es schon an, der blondierte Milchbubi schwafelt stellenweise von unrelevantesten Dingen oder aber dem Sinn des Lebens, was ihm keiner abkauft. Doch spätestens, wenn das kleine Gör Lymn ins Geschehen tritt, und immer wieder seine nervigen Kommentare zum Besten gibt, ist es um den kindlichen Bonus geschehen. Ähnlich geht es mit fast allen Charakteren, sie reden viel, haben aber kaum etwas zu sagen, wodurch die Geschichte und Atmosphäre ordentlich Potential verschenkt.
Unter dem gleichen Problem leidet auch die restliche Spielwelt, welche Konsequenz vermissen lässt. Teilweise führen gesamte Gebietsabschnitte in Sackgassen, an anderer Stelle raubt uns ein völlig verwinkelter und übertrieben großer Dungeon den letzten Nerv, zumal nicht immer klar ist, was eigentlich unser Ziel ist. Einmal finden wir z.B. in einem Raum einen Stab ohne jeglichen Ver- oder Hinweis, was wir mit ihm anstellen sollen. Selbst durch mühsames mehrstündiges Ausprobieren finden wir keine Lösung, erst ein Blick in eine Komplettlösung offenbart schließlich, dass dieser in einem Raum deponiert werden muss, dessen Eingang unsichtbar ist – schlampiges Design. Durch die vielen unnötigen Rätselmomente bleibt es nicht aus, dass die Gesamtspieldauer locker 40 Stunden überschreitet, machen wir uns zusätzlich an die zahlreichen abwechslungsarmen Nebenaufträge nach Schema „Finde und bringe mir X“ kann sich die Zeit nochmal deutlich erhöhen.
Jedes gute Rollenspiel hat einen markanten Schurken, dieser fehlt bei The Last Hope jedoch bzw. wird erst sehr spät offenbart. Bis dahin bekämpfen wir eine Art Schattenorganisation, welche den Borg aus Star Trek ähnelt.
Screen 1
Charaktere wie Lymn sind echte Nervenbündel
Screen 2
Blindsides wirken nicht nur spektakulär sondern sind auch sehr effektiv
Screen 3
Schöne Gebiete wechseln sich leider mit tristen ab
Screen 4
Die Charaktere wirken größtenteils viel zu kindlich, bestes Beispiel: Edge

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Star Ocean 4: The Last Hope

Packshot
Rollenspiel
von Square Enix
USK-Freigabe ab 12 Jahren
PS3Februar 2010
360Juni 2009

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