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Test: Fallout 3: Point Lookout
Erholsamer Vergüngungstrip im verseuchten Freizeitpark?
In Point Lookout schickt uns Entwickler Bethesda in einen Erholungspark samt angeschlossener Vergnügungsmeile. Ob es sich bei dem Abstecher um einen erholsamen Vergnügungstrip handelt, erfahrt ihr im folgenden Test.Eine Flussfahrt, die ist lustig...Auch der neueste DLC beginnt ähnlich wie die bisherigen. Nachdem ihr Fallout 3 startet - unabhängig davon, ob die Hauptgeschichte um Project Purity bereits abgeschlossen ist oder nicht - bekommt ihr nach kurzer Spielzeit die Einblendung mit dem Hinweis, dass am Potomac River eine Fähre angelegt hat, die Abenteurer mit nach Point Lookout nimmt. Da wir eine kleine Pause vom Mutanten- und Raider-Schnetzeln gut gebrauchen können, kommt so eine Flussfahrt doch gerade richtig.Nachdem wir bei Tobar, dem Fährmann, ein unverschämt teures Ticket gelöst haben, kann es auch schon losgehen. Etwaige Gefährten müssen zurückbleiben und dürfen nicht mitgenommen werden. Kurze Zeit später erreichen wir Point Loookut und befinden uns zunächst in einem kleinen heruntergekommenen Vergnügungspark, in dem wir Schlafmöglichkeiten und einen Waffenshop zum Aufrüsten unseres Arsenals an Argumentationsverstärkern entdecken. RauchzeichenDoch was waren das eigentlich für Rauchwolken, die wir bereits vom Landungssteg ausmachen konnten? Dem wollen wir natürlich auf den Grund gehen, verlassen die Vergnügungsmeile und machen uns auf in das angrenzende Naturgebiet, das nicht wirklich erholsam ist, da die landschaftlich dominierenden Sumpfgebiete überwiegend radioaktiv verseucht sind und allerlei unfreundliche Kreaturen beheimaten. Als wir einen Fluss überqueren wollen, treffen wir auf die ersten dieser seltsamen Gestalten – degenerierte Einheimische. Noch bevor wir freundlich grüßen können, knallen uns diese mit ihren doppelläufigen Schrotflinten eins vor den Latz.Hier fallen bereits zwei Neuerungen des DLC auf: Zum einen gibt es wieder zahlreiche neue Waffen – wie etwa die besagte, äußerst effektive Schrotflinte. Zum anderen haben die Entwickler kräftig am Balancing geschraubt. Zwar treffen wir überwiegend auf schwächlich aussehende Einheimische. Diese können aber so viele Treffer einstecken und zugleich Schaden verursachen – meist mit Axt oder Schrotflinte -, dass die Kämpfe in Point Lookout wieder eine echte Herausforderung sind und der Griff zum Stimpak erheblich häufiger als noch zuletzt notwendig wird. Ein Stimpak bitte!Logisch ist es in jedem Fall nicht, wenn wir im Ödland Supermutanten und Enclave-Soldaten wie lästigen Fliegen das virtuelle Lebenslicht ausgehaucht haben und jetzt von Sumpfbewohnern mit ein paar Schüssen aus der Powerrüstung geballert werden. Ärgerlich ist zudem, dass sich in der optisch monotonen Sumpflandschaft Gegner erst sehr spät ausmachen lassen und diese über große Distanzen bereits äußerst gut zielen können.Vielleicht verdanken die Einheimischen ihre Superkräfte aber auch dem Umstand, dass sie so viel Obst essen – genauer gesagt, die Punga-Frucht, die fast überall wächst und als Heilmittel im Falle von Radioaktivität und Verletzungen dient. NahkampfDiese Frucht hat wiederum eine große Bedeutung für ein paar religiös motivierte Stammesangehörige, die ein herrschaftliche Anwesen angreifen, von dem der anfangs bemerkte Rauch aufsteigt. Hier bittet uns ein alter Ghul bei der Verteidigung seines Hauses um Mithilfe. Die Kämpfe erweisen sich als äußerst knifflig, da sich die fanatischen Feinde zu dritt oder viert auf unser Alter Ego stürzen und unsere Lebensanzeige jedes Mal drastisch reduzieren. Taktik? Fehlanzeige! Spannender geht es schließlich zu, als Angreiferwellen in verschiedenen Sequenzen zum finalen Schlag ansetzen. Da hier sowohl der Ghul als auch seine Wachhunde Feinde auf sich ziehen, spielt sich dieser Abwehrkampf erheblich taktischer. Wohl dem, der genügend Minen dabei hat!AltbekanntesBei der Story greift Bethesda auf Altbekanntes zurück. Der Abwehrkampf in der Villa erinnert vom Szenario her sehr an Der Omega-Mann mit Charlton Heston. Auch ist es in Fallout 3 ein wiederkehrendes Setting, das Mitglieder einer religiös oder politisch motivierten Gemeinschaft kritiklos die höheren Befehle eines Anführers ausführen. Woher diese höheren Befehle kommen, wird auch in Point Lookut äußerst amüsant aufgeklärt. Ob sich das US-amerikanische Entwicklerteam hierbei von der jüngsten Geschichte der USA mitsamt ihrem Ex-Präsidenten G.W. Bush hat inspirieren lassen?Wie dem auch sei: In jedem Fall wird uns wieder eine interessante Story mit der ein oder anderen Überraschung geboten. Auch der Fallout-typische Humor kommt nicht zu kurz und sorgt für Atmosphäre. Etwas negativ fällt hingegen die Spielwelt auf, die überwiegend durch Sumpflandschaften gekennzeichnet ist, in der nur ein paar Hütten stehen. Die Endzeit-Atmosphäre von Fallout 3 lebt aber in erster Linie von der Tatsache, dass wir durch die Reste der menschlichen Zivilisation, zerstörte Häuserschluchten und ausgebrannte Siedlungen, streifen können. |
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