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Test: The Secret of Monkey Island: Special Edition
Ein Remake des Klassikers. Ein Traum wird wahr?
Es gibt wohl kaum einen Nostalgiker, der nicht davon schwärmt, alte Klassiker einfach 1:1 umzusetzen, deren Grafik lediglich der heutigen Zeit anzupassen oder Sprachausgabe hinzuzufügen. Genau diesem Traum vieler Fans hat sich LucasArts jetzt hingegeben und wohl des Klassikers der Klassiker schlechthin angenommen. The Secret of Monkey Island hat man eine sogenannte Special Edition (SE) gegönnt. Die Jungs und Mädels aus Kalifornien gingen dabei äußerst behutsam vor und begingen dabei lediglich zwei Fehler, doch lest selbst …Tief in der KaribikMit diesen Worten beginnt für viele wohl beste Adventure aller Zeiten. Meiner Meinung nach ist die zweite Reise zur Affeninsel noch einen Tick besser, aber darüber lässt sich sicherlich streiten. Auch die SE beginnt mit diesen pixeligen Worten, allerdings auf Englisch. Mit dem Eintreten des legendären Themas wird auf 16:9 gezoomt und Mêlée Island™ erstrahlt in einer schicken HD-Optik. Und da hätten wir auch schon die erste Besonderheit.Die SE beinhaltet neben der aufpolierten Version auch die Enhanced CD-Audio Edition, die erst später nach dem eigentlichen Release 1990 veröffentlicht wurde. Diese Fassung mit grobkörniger VGA-Grafik hat einen besseren Soundtrack und eine neuere Version des SCUMM-Interfaces als die Ursprungsversion. Das tolle an der SE ist, dass man per Select-Taste jederzeit zwischen der 256-Farben und 1080i-Version hin und her schalten kann. Dieser Effekt sieht klasse aus. Leider ist die Enhanced Edition nur auf Englisch und besitzt keine deutschen Untertitel wie die HD-Fassung, deren Sprachausgabe auch nur dort vorhanden ist. Ich habe hier dieses tödliche HuhnGuybrush Threepwood ist jung, kann zehn Minuten die Luft anhalten und sein größter Wunsch ist es, ein furchterregender Pirat zu werden. Letzteres ist der Aufhänger zu einer skurrilen Geschichte, mit allerlei verrückten Einfällen und legendären Konversationen. Wer mehr über die eigentliche Geschichte erfahren will, dem sei hier nochmal der Retrotest ans Herz gelegt.Die Steuerung des Remakes hat man ganz an den Controller angepasst. Die Verben gibt es immer noch, verstecken sich aber hinter einem Menü, das per Schultertaste aufgerufen werden kann. Gleiches gilt für das Inventar. Die Verben wie „Benutze“ oder „Ziehe“ kann man auch per Steuerkreuz auswählen. So richtig gelungen ist die Bedienung jedoch nicht. An Stellen, an denen man etwas schneller reagieren muss - beispielsweise die Stelle mit den Grogkrügen -, fällt auf, wie umständlich es ist, stets von einem Menü ins andere zu wechseln. Neu ist die dreistufige Hilfefunktion, die man per X-Knopf aufrufen kann. Sie haben Guybrush und Stan getötet, ihr Schweine!!!Okay, okay. Ganz so schlimm wie es die Überschrift vermuten lässt, ist es nicht. Aber welcher Designer Guybrushs neue Frisur verbrochen hat, der gehört gesteinigt. Als meine Freundin zum ersten Mal den Möchtegernpiraten in der neuen Optik sah, fragte sie mich, was ein Punker auf Mêlée Island™ verloren hätte. Mr. Threepwood hat neuerdings eine Art Undercut, der sehr gewöhnungsbedürftig aussieht. LeChuck hat man ebenfalls neu interpretiert, dessen Aussehen ist jedoch wirklich gelungen. Bei fast allen anderen Charakteren ist man deutlich behutsamer gewesen und hat diese überwiegend einfach nur in ein HD-Kostüm gesteckt.So auch den Gebrauchtwarenhändler jeglicher Art namens Stan. Hier hat man dafür bei der englischen Synchronstimme daneben gegriffen. Die Schnarchnase hinterm Mikrofon hört sich absolut nicht wie ein wild gestikulierender Verkäufer an, der Stan eigentlich ist. Hey, das kenn ich!Um wirklich das alte Feeling aufkommen zu lassen, hat man sich optisch sehr nah am Original bewegt. Die Verbesserungen, die man z.B. am Steg der Scumm-Bar sehen kann, passen perfekt zum ursprünglichen Design. Am genannten Ort scheint jetzt ein riesiger Mond übers schick animierte Wasser und am Kai liegen mehrere Schiffe, die das Piratenfeeling geradezu greifbar machen. Leider hat man ebenfalls die spärlichen Animationen der Charaktere übernommen. Na ja, evtl. hätte eine Änderung diesbezüglich wirklich was kaputt gemacht.Aus den Boxen darf man in der SE jedem Piraten zuhören, denn diese ist komplett vertont und das hervorragend, mit dem kleinem Abstrich, dass die Stimmen allesamt englisch sind. Nichtsdestotrotz macht es einen Heidenspaß den Sprechern zuzuhören, bis halt auf Stan. Die kultigen Beleidigungsduelle oder die besonders gut klingende Erzählerstimme sind dabei nur zwei Beispiele. Dem Soundtrack hat man ein Orchester spendiert. Die Musikstücke gehören wohl zum Besten, was je in der virtuellen Welt zu hören war und haben absoluten Ohrwurm-Charakter. |
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