Manch einer erinnert sich noch an den Arcadebrawler X-Men aus den frühen 90ern. Schon damals eigneten sich diverse Superhelden bestens für dieses Genre. Über einige Umwege kam man dann zu
X-Men Legends
, zwar weniger arcadelastig, dafür mit deutlichem Rollenspieleinschlag. Das Spielprinzip wurde beibehalten und der mittlerweile vierte Teil der Serie (zählt man die beiden Legends Teile dazu) steht bei uns auf dem Prüfstand. Macht dieses Konzept auch noch im Jahr 2009 Spaß?
Die große Koalition
Wer die Marvel-Comics kennt, dem wird diese Geschichte bekannt vorkommen. Es bahnt sich eine Revolution an, denn angesichts der riesigen Zahl an Mutanten und Superhelden, kommt die amerikanische Regierung zu dem Schluss, dass sich doch bitte alle Marvel-Charaktere registrieren mögen, was einer Aufgabe ihrer versteckten Identität gleichkommt. Doch nicht alle Betroffenen finden die Idee schlecht, Tony Stark aka Iron Man, der bereits seine Identität preis gab ist sogar dafür und mit ihm noch einige andere. Im Gegenzug scharrt Captain America seine Anhänger um sich, um eine Rebellion zu gründen. Es kommt wie es kommen muss, in Ultimate Alliance 2 werden wir nicht nur Superschurken einheizen, sondern einen ungewohnten Spielanteil damit verbringen, uns zunächst für eine der Seiten zu entscheiden und daraufhin die andere zu bekämpfen. Im Comic über mehrere Jahre erzählt, erhält der Spieler leider nur einige Anrisse des Konfliktpotenials. Stattdessen wendet sich die Geschichte später dann doch hin zu einem belanglosen Bösewicht, der das derzeitige Chaos ausnutzt um heimlich seine Privatarmee aufzubauen, die wir dann natürlich bekämpfen müssen.
Die Geschichte hat insgesamt ein großes Problem: Es wird zu wenig erklärt und zu viel übergangen. Zum Beispiel scheint Nick Fury mehrmals die Seiten zu wechseln, was immens wichtig für die Story ist, aber kaum bis gar nicht verständlich gemacht wird. So wird der marvel-unerfahrene Spieler mehr mit Verständnisschwierigkeiten zu kämpfen haben als mit Schurken, während der Comicfan die zahlreichen Plotlöcher bemängelt.
Die Masse machts nicht immer
Ultimate Alliance 2 ist schon wie seine Vorgänger ein ausgebauter Brawler. Das bedeutet, dass es zum Fortschreiten in einer Mission nötig ist, eine immense Gegnerschar zu verhauen. Die unterscheiden sich in einfaches Fallobst in Form von Soldaten bis hin zu mächtigen Kampfrobotern und Bossen. Insgesamt ist die Gegnerabwechslung aber dennoch zu niedrig, vor allem gen Ende wird das Kämpfen mehr zum lästigen Beiwerk um in der Story voranzukommen. Vor allem die unzähligen Bosse gleichen sich mit der Zeit immer mehr. Auch bei den Missionen erleben wir nicht viel Abwechslung, meist geht es nur darum eine Festung zu stürmen oder anderen Helden zu helfen. Da ist es auch nicht so dramatisch, dass wir in gut zehn Stunden durch sind, für viel länger fehlt eh die Motivation.