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Test: NHL 10
Klasse Nachfolger für ein perfektes Spiel
Im vergangenen Jahr hat mich NHL 09 wirklich umgeworfen, was für den Nachfolger die Messlatte freilich sehr hoch ansetzt. Ganz sicher gehe ich auch noch etwas kritischer an den Test heran, denn wenn es im vergangenen Jahr 91 Punkte und einen Award gab, dann muss ich in diesem Jahr vorsichtig sein, um nicht die Wertungsskala zu sprengen. Was soll man bei einem richtig guten Spiel noch verbessern? Ist NHL 10 nur ein Update oder wieder ein richtig guter Titel, bei dem auch Besitzer des Vorgängers ohne Zögern zugreifen können?Was gibt’s Neues?Ich will diesen Testbericht nicht unnötig in die Länge ziehen: Wer das Drumherum kennen lernen will, der befasst sich mit der Rezension von NHL 09, dann weiß er, was in NHL 10 geht, was so passiert und wie viel Spaß der Titel machen kann. Die 10-Version des Eishockey-Titels ist im Grunde genommen nur ein großflächiges Update, was zum einen daran liegt, dass man das Eis nicht kälter machen kann als es ist und zum anderen hat EA im vergangenen Jahr schon ein verdammt gutes Spiel abgeliefert.Was gibt es also Neues? Der Dynasty-Modus heißt nun Be-A-GM (General Manager), aber wir übernehmen immer noch ein Team über einen Zeitraum von bis zu 25 Jahren. Die anderen Manager sind zwar nicht immer ganz so helle, wie man es erwarten dürfte, aber es reicht aus, um Spielspaß zu haben – die perfekte KI gibt es eben noch nicht. Neu ist hingegen, dass wir im „Season“-Modus auch deutsche, schwedische, finnische, tschechische und russische Teams aus und in den dazugehörigen Ligen spielen können. Das wird die Kufenfreaks in diesem Land freuen, denn so toll die NHL auch ist, die lokale Verbindung ist oft wichtiger. Es gibt einen umfangreichen Online-Modus, der wieder voll überzeugen kann, sogar noch stabiler läuft als im vergangenen Jahr. Prachtstück ist hier wieder der Be-A-Pro-Modus für das Online-Spiel, weil es einfach Spaß macht, mit seinem eigenen Namen auf dem Trikot in der virtuellen Welt Karriere zu machen. Ganz neu dabei ist auch der „Kämpf um den Pokal“-Modus, bei dem es um den Gewinn des Stanley Cups geht und bei dem legendäre Finalpartien nachgespielt werden dürfen. Auch die Playoffs können jetzt separat angesteuert werden, um das Drama der Ausscheidungsspiele ohne vorherige Saison zu genießen. Eine feine Sache ist die Funktion „Spielzug erstellen“, mit der ganz neue taktische Finessen im Spiel offenbart werden – und jetzt können die selbst erstellten Spielzüge auch online genutzt werden, was bei geschickter Ausnutzung für einige Überraschungen sorgen dürfte. Es macht – immer noch – einen WahnsinnsspaßIn Sachen Gameplay haben sich auch ein paar Kleinigkeiten gewandelt: Es gibt jetzt das Spiel an der Bande, wo der Spieler sich abstützen kann und damit den Puck schützt, um ihn in einem geeigneten Moment am Gegenspieler vorbei zum Mitspieler zu schieben. Das sieht zwar in der Theorie nicht nur klasse, sondern auch realistisch aus, spielt sich aber sehr hölzern. Gleiches gilt auch für die Kämpfe, die jetzt zwar aus der Ego-Perspektive (Fight Night lässt grüßen) schön inszeniert wurden, aber seltsamerweise unvermittelt in den Spielpausen entstehen. Ein weitgehend friedliches Eishockeyspiel – die Checks gehören nun mal dazu – und wenn der Schiedsrichter zum Bully pfeift, dann geht plötzlich und wie auf Kommando das große Gerangel los. Spaß machen die Kämpfe, sorgen aber einerseits für Strafminuten, andererseits wirkt das alles nicht homogen im Spiel platziert. Etwas schwieriger ist es jetzt die Bullys zu gewinnen, was dem Spiel noch einen Hauch mehr Realismus verleiht. In die gleiche Kerbe schlagen da die verbesserten Zwischensequenzen und die Zuschauer, die nun deutlich individueller als noch im vergangenen Jahr rüberkommen. Hier ist trotzdem noch Luft nach oben – wenn es die Rechenpower der Maschinen zulässt. Letztlich dauert es immer noch etwas, bis man alle Feinheiten des Spiels in der Steuerung erlernt hat, aber so kommt man dann eben auch in den vollen Genuss aller Finessen. Dennoch ist das Spiel einsteigertauglich, lässt aber genug Platz nach oben. In der Akustik gibt es noch immer die beiden soliden Kommentatoren, die wie immer nur in Englisch daher kommen – aber auch das ist gut so, einen deutschen Eishockey-Kommentator möchte ich gar nicht hören. Die Sprüche der zwei kennen 09-Besitzer aber schon, hier täte auch mal etwas Frischfleisch in Gestalt von neuen Kommentaren oder auch neuen Sprechern gut. Die Bildschirmtexte wurden allerdings wieder eingedeutscht. Schließlich bleibt noch ein umfangreicher, krachender Soundtrack, der das Spiel abrundet. Wer nicht auf kreischende Metal-Gitarren steht, kann das aber – wie vieles andere und auch den Schwierigkeitsgrad – perfekt auf seine Bedürfnisse einstellen. |
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