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Test: Brütal Legend
Glam-Rock-Poser oder True-Metal-Fan?
Tim Schafer ist einer der ganz kreativen Köpfe der Entwicklerszene und kann in einem Atemzug mit Peter Molyneux oder Ron Gilbert genannt werden. Als leitender Programmierer bei LucasArts entstanden unter ihm Klassiker wie Day of the Tentacle , Vollgas oder Grim Fandango . Als sich die Schmiede gegen die Entwicklung von Adventures stellte, verließ Schafer die Firma, gründete Double Fine und ließ als erste Veröffentlichung das von Kritikern hochgelobte Psychonauts vom Stapel. Leider erwies sich der innovative Titel als kommerzieller Flop. Der neueste Streich nennt sich Brütal Legend und diesem könnte es ähnlich gehen, da das Thema wieder weit vom Mainstream entfernt ist.Eine echte RaritätBevor es überhaupt losgeht, wird man von US-Schauspieler Jack Black begrüßt, der Hauptakteur Eddie Riggs spricht und weitestgehend verkörpert, und in einen Plattenladen entführt. Dort findet sich die sagenhafte Platte von Brütal Legend, die auch gleich als Hauptmenü dient. Vorder- und Rückseite, zwei LPs und diverse andere Ansichten der Platte dienen sämtlichen Einstellungen. Allein dafür hätte der Titel eigentlich einen Innovativpreis verdient, denn das Menü ist wirklich klasse gemacht.Der beste Roadie aller ZeitenEddie Riggs liebt seinen Job und er liebt Heavy Metal. Eddie ist Roadie, der Mann im Hintergrund, der Mann im Schatten. Er sorgt dafür, dass auf der Bühne alles reibungslos läuft. Sein Dasein fristet er bei einer Band, die zwar mit harten Tönen auftrumpft, aber diese göttlichen Klänge mit Sprechgesang und Scratcheinlagen verschandelt. Bei einem Auftritt der Kapelle kommt Eddie ums Leben und landet in einer Welt voller Stahl und Stolz.Doch dieser Stolz schwindet. Glam und Glitter Rock macht sich breit. Die einstigen Metalheads fristen ihr Dasein als Sklaven in Steinbrüchen und hämmern dort mit ihren Stiernacken Steine klein. Nur eine kleine Schar Anhänger der einzig wahren Musikrichtung halten den Widerstand aufrecht. Mit Eddie betritt ein neuer Anführer der Rebellion die Bühne und zeigt dem unorganisierten Haufen wie man Posern so richtig den Hintern versohlt. Eine neue IkoneDie Story ist wirklich klasse und mit Eddie Riggs hat sie einen Hauptdarsteller, der definitiv zu den coolsten Charakteren der Videospielgeschichte gehört. Absolut lässig und immer einen flotten Spruch auf Lager schnetzelt er sich durch die Monsterhorden. Brütal Legend in ein Genre einzuordnen fällt dabei sehr schwer, denn mit Hack & Slay hat das Spiel nur zum Teil etwas zu tun.Zu Beginn hat Eddie eine Axt und die Gitarre Clementine, beides extrem tödliche Waffen. Mit diversen Kombos wird aus der 3rd-Person-Perspektive ordentlich aufgeräumt. Da wird z.B. auf Knien rutschend eine Feuerspur hinterlassen oder per Klampfensolo Gesichter geschmolzen. Kurz nach der Einführung kommt auch schon der Teufel ins Spiel. Der Beelzebub ist ein Auto, mit dem sich die Welt von Brütal Legend frei erkunden lässt. Diese ist zwar bei weitem nicht so groß wie beispielsweise in GTA IV, lässt jedoch genügend Freiraum für Entdeckungen, darunter Drachenstatuen, alte Relikte, Aussichtsplattformen etc. |
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