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Test: NBA Live 10
Die NBA auf gutem Niveau aber ohne Be-A-Pro
Trainer treffen mitunter seltsame Entscheidungen – haben sie Erfolg, dann machen sie alles richtig, im umgekehrten Fall sind sie das schwächste Glied in der Kette und fliegen als erste raus. Jetzt stelle man sich mal vor Rick Carlisle, der Coach des NBA-Teams der Dallas Mavericks, entschiede von einem Tag auf den anderen, Dirk Nowitzky einfach draußen zu lassen. Gewagte Maßnahme und wenn sie sich auszahlt, dann eine mutige, aber berechtigte Entscheidung. Wenn sich jetzt EA, als Trainer, nein, als Macher von NBA Live 10 entscheidet, den Be-A-Pro-Modus aus dem Spiel zu werfen, hat das eine ähnliche Tragweite. Funktioniert der Titel auch ohne seinen „Go-to Guy“?Wenn einer fehlt, dann...Mit Menschen ist das so wie mit Spielmodi – oder umgekehrt: Erst wenn sie nicht mehr da sind, vermisst man sie schmerzlich. So ist es dann auch bei NBA Live 10 mit dem Be-A-Pro-Modus, der im vergangenen Jahr noch seinen Siegeszug feierte und dem Spiel ein erhebliches Potential an Würze verlieh. Aber das Leben ist hart und manchmal muss man aufhören, wenn es am Schönsten ist: Wer sich auf eine umfangreiche Solo-Karriere gefreut hatte, der guckt in diesem Jahr in die Röhre. Dennoch stehen massig Modi zu Verfügung, die ebenfalls ihren Reiz haben. Es gibt wieder den Manager-Modus, bei dem wir ein Team durch die Höhen und Tiefen der NBA führen, wir können eine Saison spielen, wir dürfen auch einzelne Matches absolvieren und es gibt – parallel zur „Live Season“ bei FIFA 10 – das Pendant, bei dem die aktuellen Spielerleistungen und Formkurven per Online-Update in das Spiel eingespeist werden, um dann entweder nachträglich korrigiert zu werden und das bereits verlorene Spiel zu gewinnen oder um einfach mit den aktuellen Spielerwerten anzutreten und an der Flaute oder dem Höhenflug der Mavericks livehaftig teilzuhaben. Das funktioniert dann nicht nur auf Basis der Leistungsdaten einzelner Spieler, sondern auch die Taktik der Mannschaften wird bei den Updates angepasst.Außerdem mit am Start: Die FIBA-Lizenz, was das Nachspielen der Weltmeisterschaft ermöglicht – tolle Sache mit den Original-Spielern, für Fans ein Muss. Bevor es an das Gameplay geht, noch rasch ein Wort zum Online-Modus, der gut und solide funktioniert – und auch noch ein Bonbon parat hat. Beim Modus „Adidas Live Run“ ist es möglich, dass sich 10 Spieler online gegenüberstehen, ein virtuelles Basketball-Spiel mit menschlichen Gegnern und Team-Kollegen – und die selbst erstellten Spieler, die wir in mühevoller Kleinarbeit gebastelt haben, dürfen auch daran teilnehmen. Wenn es jetzt noch einen Be-A-Pro-Modus... ach ja, das hatten wir schon. Oder eben auch nicht. Die Problemzonen in der DefensiveWas das Gameplay anbelangt, so macht der Titel einen durchwachsenen Eindruck. In der Offensive ist das Timing bei den Sprungwürfen schwierig abzupassen – etwas mehr Zugänglichkeit würde da ganz sicher helfen. Zwar lässt sich der Schwierigkeitsgrad über diverse Schieberegler wieder perfekt anpassen, aber es fehlt die gesunde Mischung. Dazu kommt noch eine gute Gegner-KI, die ihre Defensiv-Hausaufgaben wirklich gemacht hat. Auf der anderen Seite ist genau die Defensive der Schwachpunkt im eigenen Spiel, weil die Möglichkeiten begrenzt sind und es beim „Steal“ oder „Block“ wieder eminent auf das Timing ankommt, das aber wirklich schwer umzusetzen ist. Insgesamt spielt sich das EA-Basketball zwar besser als im Vorjahr, leidet aber im Vergleich zur Konkurrent NBA 2K10 unter einem Mangel an Spielbarkeit. Oft ist es einfach nur hakelig, den Spieler auf dem Court zu bewegen, ein „Pick & Roll“ scheitert an Kleinigkeiten. Da nützen auch keine selbst erstellten Spielzüge, die können das ins Stocken geratene Gameplay auch nicht retten.Die Optik, die Akustik und der RestAuf den ersten Blick macht die Grafik einen wirklich guten Eindruck: Die Spieler haben einen hohen Identifikationsfaktor, die Hosen und Hemden flattern lustig vor sich hin und die Animationen können sich sehen lassen. Aber auch hier gibt es einen gewaltigen Pferdefuß, denn es gibt Clippingfehler, als wären die Spieler nur ein Haufen materieloser Geister. Da laufen die Akteure doch tatsächlich einfach wild durcheinander, das schmerzt einfach in den Augen und jeder mit nur ein wenig Gefühl für menschliche Anatomie rauft sich die Haare. Dazu kommt dann noch ein schnödes Zuschauerbild, das einfach nicht mehr zeitgemäß ist.Akustisch zieht EA vom Leder und breitet einen massiven Soundtrack vor dem Spieler aus. Dazu kommt das Publikum, das wenn schon nicht optisch, nun aber wenigstens akustisch voll auf der Höhe ist. Bei hohem Rückstand gibt es Pfiffe, irgendwann bleibt die Halle bleibt fast komplett still, bis auf quietschende Schuhe auf dem Parkett und die Schreie der Profis, die da unten ihre Arbeit verrichten. Zwei Kommentatoren begleiten jedes Spiel auf Englisch, die Bildschirmtexte gibt es im halbwegs passablen Deutsch. |
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von EA Sports
USK-Freigabe ohne Altersbeschränkung
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