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Test: Tekken 6
Die Japaner lieben es, und wir?
Die Japaner beherrschen das Genre der Beat’em ups und die Japaner sind heiß auf Tekken 6. Dieses Jahr beherrschte vor allem dieser Titel die fernöstliche Szene, nicht etwa Streetfighter 4 oder das hierzulande bald erscheinende Blaz Blue. Also muss ja etwas dran sein an dieser Fortsetzung, wir prügelten mit. Heihachi Michima is dead?Tekken bedeutet King of iron fist und auch im diesmaligen Turnier gilt es wieder den besten Kämpfer der Welt zu küren. Doch nicht ohne Grund: im anschaulichen Intro wird uns näher gebracht, dass der blutrünstige Drache Azazel erweckt wurde und nun Chaos verbreitet. Das können die insgesamt 40 auswählbaren Prügler natürlich nicht zulassen, unter ihnen meist bekannte wie Nina Williams, Jin Kazama oder Paul, aber auch ein paar neue wie der Soldat Lars oder das Robotermädchen Alisa.Zur Auswahl stehen diverse Modi, darunter die üblichen Verdächtigen: Training, Survival oder Arcade. Wer die Serie kennt, wird wissen, dass es sich lohnt den Arcademodus mit so ziemlich jedem Charakter durchzuspielen um anschließend ein individuelles Abschlussfilmchen genießen zu dürfen. Doch die Entwickler hielten es für angebracht nach fünf Teilen ein wenig mit den alten Gewohnheiten zu brechen und ließen die begehrten Filmchen zumindest hier aus. Stattdessen bekämpfen wir mit unserem Wahlkämpfer einige aufeinander folgende Gegner und Ende. Alternativ bildet das Herzstück dieses Tekken-Teils der so genannte Kampagnenmodus. Veteranen werden diese Spielart noch aus dem dritten Teil der Serie herleiten können, damals gab es die erfrischende Tekken Force, in der wir mit einem der Kämpfer in bester Brawl-Manier zahllose Gegner vermöbelten. Ähnlich funktioniert auch das Revival, auch hier kämpfen wir uns linear durch zig Gegner, die Steuerung ist jedoch derart schwammig, dass uns kaum verschiedene Kombos gelingen. Stattdessen dreschen wir mit immer denselben Angriffen auf die Feinde ein, was schnell den Spielspaß verdirbt. Hinzu kommen langweilige Areale und eine grafische Präsentation, die an PSOne Zeiten erinnert. Betrachtet man die Kampagne als ungeliebtes Stiefkind, was dem sonstigen Spiel keinen Abbruch bereitet, könnte man diesen völlig vermurksten Modus einfach links liegen lassen. Die Tragik ist jedoch, dass die Kampagne als Nadelöhr für fast sämtliche freischaltbaren Extras dient. Denn hier bekommen wir mit Abstand am meisten Punkte, um unsere Charaktere zu individualisieren, doch das Schlimmste ist die Modus interne Arena. Dort können wir nämlich besagte Filme erlangen, müssen uns dafür jedoch dem völlig übermächtigen Endboss Azazel stellen. Dieser verwendet derart unfaire Angriffe, dass es meist viele frustreiche Anläufe braucht, ihn zu bezwingen. Everybody’s DarlingDoch genug aufgeregt, wenden wir uns den eigentlichen Duellen zu. Das Kampfsystem machte über die Jahre eine meist sinnvolle Entwicklung, so auch im sechsten Teil. Jedem Charakter wurden neue Angriffe spendiert und ein verbessertes Juggle-System sorgt für lang anhaltende Kombos. Doch nicht nur Profis kommen auf ihre Kosten, als Einsteiger ist es gewohnt einfach ins Spiel zu kommen und erste Erfolge zu verbuchen. Wer jedoch mal im Trainingsmodus die Angriffslisten der verschiedenen Kämpfer aufruft, kann die eigentliche Komplexität dieses Titels erahnen. Dennoch, Tekken 6 kommt nicht ganz an Genrerivale Virtua Fighter 5 heran, dafür fehlt ihm noch dessen intuitive Beweglichkeit im Gelände und Feinschliff bei den Animationen. Prügelfreunde finden einige Möglichkeiten sich zu messen, sei es online oder lokal. Erfreulich: Im Versus steht auch ein Teammodus zur Verfügung bei dem sich bis zu 16 Kämpfer gegenüberstehen. Ähnlich wie in King of Fighters erhält der Sieger einer Runde etwas Energie zurück, während der Verlierer zum nächsten Charakter wechselt. Auch online werden die üblichen Matches geboten. Wer nur so prügeln will, findet bei der Mitspielersuche was er will, wer gerne im Ranking zockt, wird ebenfalls fündig. Die Onlinepartien waren aufgrund des dürftigen Netcodes jedoch bis vor kurzem stellenweise unspielbar. Die Entwickler nahmen die Kritik der Fans jedoch auf und lieferten einen Patch, der sich vor allem den Lags widmet – mit Erfolg, nun laufen die meisten Duelle flüssig. GenerationswechselDer technische Sprung zur aktuellen Generation war zu erwarten und ist (bis auf die Kampagne) gelungen. Die Kämpfer wirken wesentlich plastischer als noch im Vorgänger und die Arenen sind größtenteils abwechslungsreich, stellenweise sogar skurril. Wenn man auf einer von Schafen besetzten Heide kämpft und es im Hintergrund jodelt, gerät man schon ins Schmunzeln. Doch keine Angst, bis auf kleinere Satiren hier und da bleibt das Spiel erwachsen.Beim Sound gibt es nichts zu meckern, Veteranen erkennen sofort die serientypischen Geräusche, samt einiger Auffrischungen sowie japanischer Originalsprecher, die lediglich untertitelt wurden. In diesem Genre meckert aber keiner über eine fehlende Lokalisierung. |
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