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Test: Tony Hawk: RIDE

Toller Controller, schwaches Spiel
 Tony Hawk: RIDE
Schon mit dem letzten Tony-Hawk-Produkt tat ich mich schwer, was in erster Linie an der starken Konkurrenz von skateWeitere Infos lag, aber auch daran, dass die Serie letztlich in den vergangenen Jahren schon alles erreicht und abgedeckt hat. Wie soll man so noch Innovation erschaffen? In diesem Jahr geht es mit Tony Hawk Ride auf zu neuen Ufern, denn mit dem handfesten und schwer belastbaren Controller, auf dem man sicher stehen kann, will der Meister persönlich für eine Revolution im Genre sorgen. Nun ist Tony Hawk sicher einiges gewohnt, aber so derb ist er sicher schon lange nicht mehr gestürzt, wie mit dem aktuellen Machwerk.

Technisch gut, funktional nicht

Ich habe mir lange den Kopf zerbrochen, wo und wie ich den Text um das neue Skateboard-Spiel anfange. Beginne ich mit etwas Positivem, um dann ein paar negative Aspekte folgen zu lassen und am Ende dann versöhnlich zu werden? Ich fange am besten mal mit dem größten Pluspunkt an: Der Controller ist sein Geld wert, er ist stabil und haltbar, er ist wirklich als Skateboard zu identifizieren und auch so zu benutzen. Und das war es dann auch schon mit dem Positiven, denn der Soundtrack, den ich als gelungen empfinde, ist nun einmal Geschmackssache, während der Controller technisch allen Anforderungen genügt.
Funktional ist das Ganze gewöhnungsbedürftig – und das ist noch milde ausgedrückt. Die Steuerung mit dem schicken Controller funktioniert nur zeitlich verzögert, was viele Sprünge und artistische Einlagen ganz einfach zur Qual werden lässt. Ich wollte ein Video mit den Aktionen einfügen, allerdings wären darauf auch die Flüche zu hören gewesen und die sind nicht jugendfrei. Eine Rezension mit einer USK-18-Einstufung hätte mir vermutlich zu Weltruhm verholfen.
Wie funktioniert nun der Controller? Das Ding steckt voller Sensoren, die alles Mögliche erfassen: Kipp- und Neige-Bewegungen und auch Grabs können umgesetzt werden, wenn man mit der Hand an die Seite des Boards fasst. Auf diese Weise sollte das Spiel dann gerade für Freunde des Sports wirklich einfach zu handhaben sein – wäre da nicht die bereits angesprochene Verzögerung und die Tatsache, dass viele der Steuerungsoptionen von der KI übernommen werden. Auf der leichtesten Stufe ist das zur Eingewöhnung noch verständlich, im schwierigsten Modus sind diese Funktionen ausgeschaltet und dann wird es wirklich übel: Ein echtes Skateboard steuert sich besser und einfacher. Durch die Rundungen auf der Unterseite des Boards und dann entsprechende Kippbewegungen soll sich die Spielfigur lenken lassen – aber das ist wirklich ungenau und kompliziert und anstrengend. Wenn es bei diesem Titel einen Spaßfaktor gibt, dann entfaltet er sich nur im freien Spiel auf der einfachsten Stufe, weil dann einfach rumprobiert werden kann, weil das Spiel dann nur die Casual- und Party-Gamer ansprechen wird, die allerdings über 100 Euro berappen müssen, um in diesen Genuss zu kommen.
So lobenswert die Idee des Meisters Tony Hawk auch ist, mit einem Skateboard in einem Spiel an den Start zu gehen, sie ist einfach lausig umgesetzt. Und wer nun denkt, dass er dann mit seinem normalen Controller einfach... – nein, entweder ihr nutzt das Skateboard oder ihr könnt Tony Hawk Ride nicht spielen.

Neuer Controller, alte Technik

So neu der Controller ist, so alt ist die Technik im Spiel selbst: Die Grafik ist ein Grauen, derart offensichtliche Clippingfehler habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Manchmal ist das auf den ersten Blick amüsant, wenn meine Spielfigur durch ein Hindernis fährt, um anschließend hinzufallen, wenn Gliedmaßen während der Fahrt in Wänden verschwinden. Amüsant ist das vor allem für meine Freundin, die das „echt lustig“ fand – für mich war es beschämend.
Mit einer Karriere will der Titel die Spieler ködern, aber die ist schnell erledigt und auch wenig innovativ. Atmosphärisch ist zudem auch nicht viel drin, der Modus wird – wie alles andere auch – sehr nüchtern und wenig informativ dargestellt, es gibt keine Geschichte, nichts, was das Geschehen in irgendeiner Form verbindet. Es gibt nur eine Reihe von Veranstaltungen, die absolviert werden müssen, um weitere Veranstaltungen freizuschalten. Und es gibt nur drei Varianten, wenn wir uns in das Getümmel stürzen – was auch sowohl für das Offline- als auch für das Online-Spiel zutrifft: Speed-Skating, Tricks absolvieren und bestimmte Routen abfahren und dort bestimmte Trick machen. Das war es dann auch schon, zumal es nur insgesamt zu viert online spielbar ist.
Die Enttäuschung zieht sich wie ein roter Faden durch den Titel, ein roter Faden, der dem Gameplay fehlt, so wie es eben auch an Spielbarkeit und Umfang mangelt.
Screen 1
Großer Karton für einen großen Controller...
Screen 2
...der aber den Titel nicht spielbar macht...
Screen 3
Das Skaten ist nur auf der einfachsten Stufe halbwegs spannend...
Screen 4
...wobei die Grafik durchweg enttäuschend ist

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Tony Hawk: RIDE

Packshot
Sportspiel
von Activision
USK-Freigabe ohne Altersbeschränkung
PS3November 2009
360November 2009

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