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Test: Prison Break: The Conspiracy
Erwartungsgemäß lasche Franchiseversoftung oder doch ähnlich packend wie die Serie?
Nicht nur in den USA wurde die Serie Prison Break schnell zum Hit, auch in Deutschland gibt es mittlerweile zahlreiche Fans. Sinnig, dass es nun auch eine spielerische Umsetzung zum Thema gibt. Prison Break ereilt beim Versuch jedoch das gleiche Schicksal wie schon vielen Lizenzspielen vor ihm.Opposing ForceWer die Serie nicht kennt, wird sich vermutlich kaum für dieses Spiel interessieren. Folglich richtet sich der Titel auch eher an Fans, die die Geschichte bereits kennen. Doch selbst für Serien-Unerfahrene gibt es eine kleine Einleitung in die Geschehnisse um Serien-Protagonist Michael Scofield, der seinen unschuldig inhaftierten Bruder Lincoln Burrows befreien möchte und sich deshalb selbst in das Gefängnis Fox River einweisen lässt. Dieser tüftelt schließlich einen raffinierten Plan aus, wie die beiden zusammen fliehen können. Auch im Spiel sitzen wir in Fox River ein, jedoch hier nicht aus der Sicht von Michael Scofield sondern Undercover-Agent Tom Paxton, der von der ominösen „Company“ - welche für Burrows Todesurteil verantwortlich war - beauftragt wird, Michael Scofield zu beobachten und dessen Fluchtversuch zu vereiteln.Das Konzept mit den vertauschten Seiten klingt zunächst interessant, wurde jedoch nur durchwachsen umgesetzt. Es ist oft schwer der bösen Seite Sympathie abzugewinnen, hier ist es nicht anders. Protagonist Paxton besitzt kaum Charakter und auch wenn er sich im Laufe der Spielgeschichte immer öfter Fragen stellt, ob sein Handeln für die Company nun richtig ist, fiebern wir nie wirklich mit ihm mit. Dazu kommt außerdem, dass sich die Story ab der zweiten Spielhälfte zu schnell entwickelt und sich am Ende fast selbst überschlägt. Entsprechend kurz ist das Abenteuer auch nur, nach ca. acht Stunden sehen wir die Credits, haben jedoch noch zu viele offene Fragen. Außerdem wurden zwar die Hauptcharaktere der Serie, wie der Mafiaboss John Abruzzi oder Psychopath T-Bag in unsere Spielgeschichte eingebaut, spielen hier aber nur Nebenrollen. Ein wenig zu viel VertrauenPrison Break spielt sich wie eine Mischung aus Metal Gear Solid und ShenMue . Klingt zunächst gut, die Umsetzung sieht aber anders aus. Das Spiel setzt sich aus einigen Stealth-Einsätzen zusammen. Von verschiedenen Insassen oder Wärtern bekommen wir regelmäßig Aufträge etwas zu besorgen oder jemanden auszuschalten, das Ziel erreichen wir aber meist nur, indem wir uns durch Gänge schleichen, Wachen und Kameras ausweichen und über Gerüste klettern. Gepaart wird so manche Sequenz mit Quicktime-Momenten, die stellenweise äußerst unfair gestaltet sind und erst bei mehrmaligem Versuch gelingen. Hier und da gibt’s auch mal Minispielchen in denen wir z.B. Türschlösser knacken, was der Abwechslung zu Gute kommt.Auf der anderen Seite leben wir den Knastalltag, können mit anderen Insassen interagieren oder diese verprügeln. Zum Training unserer Muskeln hauen wir außerdem regelmäßig auf Sandsäcke ein oder heben Gewichte. Die Steuerung ist aber sowohl in den Schleichmissionen als auch bei den Prügeleinlagen recht schwammig ausgefallen, manche Eingaben verzögern, andere werden gar nicht registriert. Das baut einigen Frust auf, der aber zumindest durch die meist fair verteilten Checkpunkte entschärft wird. Trotzdem macht es wenig Spaß eine bestimmte Stelle immer und immer wieder zu wiederholen, nur weil das Spiel nicht so wollte wie wir. Hinzu kommt, dass wir z.B. bei misslungenen Schleichmanövern nicht einmal die Gelegenheit erhalten, unseren Fehler wieder auszubügeln und die Wache etwa ausschalten können. Strikt linear werden wir bei Auffliegen an den letzten Checkpunkt zurückgesetzt und müssen erneut unser Glück versuchen. Ich steh hier einfach mal so rum und warte bis einer kommtAuch technisch gelingt dem Titel leider nicht der Ausbruch aus dem Mittelmaß. Die Texturen sind verwaschen, Charakteranimationen teils unnatürlich und Hintergründe detailarm. Die Atmosphäre der Serie wurde nur dürftig eingefangen, der Gefängnishof beispielsweise ist leer und vereinzelte Insassen stehen nur so rum und warten darauf, dass man sie anspricht. Insgesamt wirkt alles zu leblos.Immerhin kann der Sound größtenteils überzeugen, denn viele – wenn auch nicht alle - der Originalsprecher der Serie wurden auch bei der deutschen Version verpflichtet und sprechen in ihrem üblichen Serienstil. Auch die musikalische Untermalung werden Serienkenner wiedererkennen. Bitter stößt dafür auf, dass die Charaktere oftmals nicht lippensynchron sprechen, was in dieser Generation eigentlich nicht mehr passieren dürfte. Zusätzlich zum Storymodus, bietet der Titel noch eine Versus-Variante der Prügeleien, in der wir uns - wenn auch nur lokal - mit einem Freund messen dürfen. Doch auch hier macht uns die Steuerung meist einen Strich durch die Spielspaß-Rechnung. |
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