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Test: Metro 2033: The Last Refuge
Wenn ehemaliger Stalker-Entwickler ein Spiel zu einem Roman machen, dann lernt man seine U-Bahn mit ganz anderen Augen zu sehen.
Was wäre, wenn man morgens die U-Bahn betritt und aufgrund eines verheerenden Ereignisses könnte man sie die nächsten 70 Jahre nicht mehr verlassen? Wie würde man im Untergrund überleben und welchen Gefahren müsste man sich stellen? Um dieses Szenario dreht sich nicht nur der Roman Metro 2033, sondern auch das auf Basis dieser Vorlage entwickelte, gleichnamige Spiel.Leben unter TageMan schreibt das Jahr 2033. Die Welt liegt durch die Auswirkungen eines Atomkriegs vor 20 Jahren in Schutt und Asche. Die wenigen Überlebenden haben sich vor der Strahlung, der giftig gewordenen Atmosphäre und blutrünstigen Mutanten in Bergwerksschächte, Luftschutzbunker und dergleichen zurückgezogen und hoffen auf bessere Zeiten. So auch die Bewohner Moskaus, die in ihrem „Metro“ genannten U-Bahnsystem Schutz gefunden haben und dort unter kärglichsten Bedingungen ihr Leben fristen. Neben den widrigen Umweltbedingungen, stets knappen Ressourcen und den immer wieder eindringenden Mutanten haben sich zudem im Laufe der Zeit verschiedene politische Gruppierungen gebildet, die sich teils auch untereinander bekriegen.Der Spieler schlüpft nun in die Rolle des 20 jährigen Artjom, der sein bisher relativ ereignisloses Leben in einer abseits gelegenen U-Bahnstation verbracht hat und sich auf eine gefahrvolle Reise durch die Unterwelt Moskaus begeben muss, um die Menschen der großen Hauptstation Polis vor den geheimnisvollen „Schwarzen“ zu warnen; einer neuen Mutantenart die Menschen bei Kontakt verrückt werden lässt. Nur Artjom kann diese Aufgabe bewältigen, da er aus irgendeinem Grund immun gegen die geistigen Attacken der Schwarzen ist. Der Tunnel ruftDie Entwickler von 4A Games setzen sich zu einem Teil aus ehemaligen S.T.A.L.K.E.R. -Entwicklern zusammen, was man dem Spiel bei der grafischen Gestaltung auch ansieht. Wer allerdings glaubt, Metro 2033 wäre wie Stalker ein Open-World-Shooter-RPG-Mix, wird enttäuscht werden. Metro ist ein sehr linearer, klassischer Egoshooter bei dem man das Wort „Schlauchlevel“ durchaus wörtlich nehmen kann. Allerdings ist es auch kein reines Dauerfeuerspektakel, sondern nimmt sich zwischendurch viel Zeit die spannend inszenierte Geschichte zu erzählen, meistens in den Stationen in denen sich die Menschen angesiedelt haben. Hier wird der Handlungsverlauf in Dialogen vorangetrieben und man kann bei den diversen Verkaufsständen seine Vorräte auffüllen. Als Währung dient im Spiel Militärmunition aus der Zeit vor dem Krieg, die deutlich hochwertiger und effizienter ist als die selbstgemachte der Metrobewohner. Mit der sog. „Mun“ erwirbt man neue Waffen, Geschosse, Medipacks und Filter für die Gasmaske, welche man für die Ausflüge an die Oberwelt dringend benötigt. Abseits dessen gibt es in den Menschensiedlungen wirklich allerhand zu sehen. Wer kurz innehält, kann so manch interessantes Gespräch belauschen und jede Menge liebevolle Details in den improvisierten Behausungen entdecken. Allerdings wirkt die ganze Szenerie auch nur dann glaubhaft, wenn man nicht allzu lange an einem Ort bleibt. Tut man es doch, fällt schnell auf, dass die NPCs in einer ständigen Endlosschleife gefangen sind, was aber natürlich bei anderen Spielen auch meist nicht anders ist. Solange man aber in Bewegung bleibt, wirken die kleinen Mikrokosmen erstaunlich lebendig. Da guckst du in die RöhreDie eigentliche Action beginnt sobald Artjom die gut geschützten Lager verlässt um seine Reise fortzusetzen. In den Tunnels und Katakomben warten zahlreiche Gefahren. Da wären zum einen die wolfsähnlichen Mutanten die oft in Wellen angreifen. Hier zählt vor allem gutes Zielvermögen und ein schneller Abzugsfinger. Oft wird man von den Mutanten regelrecht überrannt und man kommt sich vor wie im neuesten Teil von Serious Sam . Die andere Hauptbedrohung stellen verfeindete Menschen dar, bei denen etwas mehr Taktik gefragt ist. Diese gehen recht geschickt in Deckung und benutzen natürlich auch Schusswaffen und Granaten, so dass hier eher umsichtiges aus der Deckung feuern zum Erfolg führt. Zu guter letzt begegnet man in den Tunneln hin und wieder seltsamen Geistererscheinungen in alptraumhaften Scriptsequenzen, über die hier aber aus Spoilergründen nichts weiter gesagt werden soll. Etwa ein Drittel des Spiels verbringt man dann auch an der Oberfläche, welche dank des nuklearen Winters einer Eislandschaft gleicht. Besonders hier versprüht das Spiel eine ungemein dichte Atmosphäre. Auch durch die melancholische Musikuntermalung ist die Hoffnungslosigkeit dieser postapokalyptischen Welt fast mit Händen greifbar. Eines muss man russischen Entwicklern einfach lassen: sie kriegen es stets aufs neue hin ihre Spielwelten so verfallen und schmutzig-realistisch hinzukriegen wie sonst keiner. Und gerade das trägt sehr zur gelungenen Endzeitstimmung bei. Leider ist das Spiel mit seinen 6-7 Stunden Spielzeit nicht besonders umfangreich und bietet darüber hinaus auch keinen Multiplayermodus. Der Wiederspielwert ist wegen der Linearität auch eher gering. |
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