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Test: BlazBlue: Calamity Trigger
Lange mussten Fans warten, nun gibt's die Prüglerperle auch hier
Fast ein Jahr mussten europäischer Spieler auf diese Beat‘em Up Perle warten, nun ist es endlich da. Neben Street Fighter 4 und Tekken 6 gehört auch BlazBlue zu den beliebtesten Automatenprüglern in Fernost. Ich wagte mich in das „neue“ Spektakel der Guilty Gear -Macher, ging mit Sang und Klang unter und tauchte schließlich wieder auf.Wenn das Unglück losgelassen…Storys und Beat‘em Ups vertragen sich nicht unbedingt und ich kann mich an keinen Vertreter des Genres erinnern, den ich vor allem wegen der ergreifenden Geschichte spielte. Einige Charakterhintergründe sind ganz nett, vielleicht noch ein paar schicke Rendervideos, wenn wir das Spiel geschafft haben, mehr braucht es aber nicht unbedingt.Blaz Blue Calamity Trigger versucht, jedem Charakter eine eigene fesselnde Hintergrundgeschichte zu verpassen. Der Versuch verdient Beachtung, das Resultat ist jedoch ernüchternd. Wir erfahren zwar einiges über jeden der insgesamt 12 spielbaren Charaktere, die Infos wurden aufgrund starrer Dialoge und teils arg überspielter Handlungsstränge aber derart lahm inszeniert, dass Spieler zumindest hier noch mit Buttonmashing-Orgien zum Ziel kommen – dem raschen Überspringen der wirklich zahlreichen Dialogboxen. Wäre BlazBlue ein Rollenspiel, hätte es jetzt bereits arge Wertungsprobleme zu befürchten, aber zum Glück juckt mich dessen Geschichte kaum, schließlich will ich prügeln. Und letztendlich geht es hier auch nur darum, einen Typ namens Ragna the Bloodedge zur Strecke zu bringen. Dieser hat sich nämlich zum Feind der Welt erklärt, woraufhin sich elf Kopfgeldjäger auf die Reise machen, ihm zu zeigen wer der Chef in der Hütte ist, natürlich nicht ohne auf dem Weg etwaige Konkurrenz auszuschalten. Der Storyanteil überwiegt im Hauptmodus deutlich den der Kämpfe, eigentlich hat jeder Kämpfer nur vier Duelle zu bestreiten, die restliche Zeit wird mit Reden verbracht. Übrigens, nur 12 Figuren? „Ist ja ein Witz“ schreit der Marvel vs. Capcom -Fan aus der Ecke. Nein ist es nicht, denn anders als bei der Konkurrenz, spielt sich jeder des Dutzends komplett eigenständig. Während also Streetfighter-Jünger nur Nuancen zwischen Ryu, Ken oder Akuma feststellen können, gleicht bei BlazBlue wirklich keiner dem anderen. Unter ihnen anfängerfreundlichere wie der Sub Zero-Verschnitt Jin Kisaragi oder eben Bösewicht Ragna, aber auch völlig abgedrehte wie einen blubbernden Schleim oder ein Katzenmädchen mit Plüschkrallen. …ist das Chaos nicht weitWer das Kampfsystem in SF 4 bereits zu anspruchsvoll fand, bekommt hier erst recht ein Brett serviert. Trotz nur vier Angriffstasten ist bei BlazBlue weit mehr möglich, als es den Anschein hat. Das fängt schon damit an, dass wir auch in der Luft blocken und dashen können. Zusätzlich gibt es zwei verschiedene Blockarten, den normalen und den Schildblock, der nur begrenzt verfügbar ist, dafür aber einen Chip-Schaden nimmt. Mit Hilfe des Schilds ist es uns zudem möglich, uns aus langen Combos des Gegners zu befreien und ihn wegzustoßen. Wer schließlich mit dem Bewegungsrepertoire zurecht kommt, steht vor einer riesigen Komboleiste, manche davon überaus anspruchsvoll aber zugleich verheerend.Zum Angreifen gibt es unterschiedlich starke Angriffsknöpfe. Das ist zwar weniger als bei SF4, doch die Kombinationsmöglichkeiten sind ausgeprägter. Gepaart mit individuellen Super-Angriffen ist es mit viel Training möglich, nahezu die gesamte Energieleiste des Gegners mit einem Angriff zu dezimieren. Training ist jedoch ein gutes Stichwort, denn ohne sehen wir keine Sonne gegen versierte Kontrahenten. Leider gibt der entsprechende Trainingsmodus für Anfänger nicht genug her, so ist es hier nicht möglich, einzelne Comboabfolgen anzuzeigen oder zu erlernen. Ein guter Spieler in BlazBlue zu werden funktioniert nur durch viele, viele Matches gegen den Computer oder besser noch gegen andere (stärkere) Spieler. Dass das mit viel Frust einhergeht liegt auf der Hand und wird Genreeinsteiger eher abschrecken. Beat‘em Up-Veteranen werden jedoch glücklich und können sich in zig verschiedenen Spielweisen austoben. Was das (Anime-)Herz begehrtFür Multiplayerspaß wurde gesorgt: Die Standardmodi stehen zur Auswahl, lokal wie online. Zusätzlich bietet der Titel auch ein Rankingsystem, das zwar eher simpel ist, im Nachfolger, der bereits in Kürze in Japan erscheint, jedoch nochmals ausgebaut wird. Erfreulich ist, dass die Online-Duelle nur selten mit Latenzproblemen zu kämpfen haben.Grafisch bietet BlazBlue ein Fest. Gegen den Trend entschieden sich die Entwickler bewusst für klassische 2D-Technik und liefern ein Effektfeuerwerk, dass seines Gleichen sucht. Selten waren 2D-Charaktere so hübsch animiert und selten sahen Hintergründe so stimmig aus. Man muss den japanischen Stil allerdings mögen, denn hier bekommt man die volle Ladung Manga/Anime-Grafik. Auch der Sound passt zum Ambiente, Schlag- und Trittgeräusche klingen stimmig und die Musik wechselt im Nu von atmosphärisch zu rockig. |
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