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Test: Darkstar One
Kann die Konsolenumsetzung der vier Jahre alten Space-Opera noch immer überzeugen?
Es gab eine Zeit, in der düsten wir mit unseren aufgemotzten Raumjägern durch den Orbit und jagten in Spielen wie Privateer, Freespace oder Freelancer allerlei feindliches Gesocks. Es gab eine Zeit, in der wurden für solche Titel riesige Budgets spendiert und mit ihnen wie in der Wing Commander-Reihe aufwendige Film-und Zwischensequenzen produziert. Diese Zeiten sind leider lange vorbei und die vereinzelten aktuellen Vertreter versinken in der Mittelmäßigkeit. 2006 kam auf dem PC einer der letzte guten Titel des Genres heraus und nannte sich Darkstar One. Vier Jahre später kommt nun aus heiterem Himmel eine Umsetzung für die Xbox 360. Kann die überarbeitete Fassung das Genre wiederbeleben?Vom dunklen SternAchtung: Bei Broken Alliance handelt es sich trotz des Untertitels um eine aufpolierte Portierung der vier Jahre alten PC-Version und nicht etwa um ein komplett neues Spiel. Demnach ist die Geschichte auch schnell zusammengefasst, PC-Veteranen können diese Stelle auch überspringen: Weltraumkadett Kayron muss einen schweren Schicksalsschlag überwinden, denn sein Vater kam auf mysteriöse Weise ums Leben. Allerdings hinterließ er seinem Sohn sein selbst gebautes Raumschiff Darkstar One, das mit Hilfe von Artefakten aufgerüstet werden oder gar seine Gestalt wechseln kann. Es gilt also für Kayron herauszufinden, was mit seinem Vater geschah und in welchem Zusammenhang sein Tod mit diesem Prototypen steht.Die Story bietet einiges an Potential, wird aber leider nur durchwachsen erzählt. Hauptgrund dafür sind die altbackenen und hölzernen Zwischensequenzen, die den Plot voran treiben sollen, aber sehr gestellt wirken und kaum Atmosphäre erzeugen. Ein Problem, mit dem auch schon die PC-Version seinerzeit zu kämpfen hatte, leider finden sich die amateurhaften Sequenzen aber auch in dieser Umsetzung. Die Stärken des Titels liegen dafür in anderen Bereichen. Da wäre z.B. die enorme Komplexität des Spieluniversums. Egal ob ausgedehnter Schmuggel, intergalaktische Kopfgeldjagd oder Artefaktsuche in Asteroidenfeldern – abseits der Hauptgeschichte lässt sich in den Weiten des Weltraums viel erleben. Intelligent wurde dabei gelöst, dass wir in einige Sektoren des Spiels nur gelangen können, wenn wir uns im Plot voran arbeiten. Somit wurden Hauptspiel und Nebenmissionen gut miteinander verbunden, man fühlt sich zu keiner Zeit im Spiel alleingelassen, stets deutet ein roter Faden auf den Spielfortschritt hin. Die verschiedenen Missionen selbst werden teils einfallsreich und spannend inszeniert Shoot’n SlayEine weitere Stärke des Titels waren die packenden Raumkämpfe. Auch in der Konsolenumsetzung wurden diese größtenteils packend umgesetzt, wenngleich sie auch ein wenig zu oft und willkürlich auftreten: Betreten wir ein neues Sternensystem, stehen die Chancen gut, dass wir sofort in eine Piraten-Patrouille rennen.Gesammeltes Geld stecken wir direkt in den Ausbau unseres Schiffes: neue Kanonen, eine stärkere Panzerung oder ein verbesserter Antrieb sind möglich. Mit den gefundenen Artefakten können wir unser Schiff zudem in der Form vergrößern und gar verändern. So mutiert unser anfänglich kleiner Flitzer mit der Zeit zu einem kaum besiegbaren Kampfjäger, leider zu Lasten des Schwierigkeitsgrads und damit der Spannung. Denn im späteren Verlauf können wir an unser Schiff Geschütze basteln, die eigenständig auf Feinde feuern. Drei bis vier von ihnen gleichzeitig montiert und wir müssen uns um Gegner eigentlich keine Sorgen mehr machen, unser Schiff erledigt das von selbst. Im einfachen Schwierigkeitsgrad spielt schließlich noch eine schwache KI mit, die auch gerne mal einfach nur Kreise um unser Schiff zieht und sich so als leichtes Ziel gibt. Die PC-Steuerung wurde gut auf die Konsole portiert, die Lenkung des Schiffs per Analogstick funktioniert einwandfrei und per neuem Pop Up-Menü können wir mit wenigen Klicks die wichtigsten Einstellungen vornehmen. ZeitreiseDie grafische Präsentation war bereits vor vier Jahren auf dem PC altbacken, umso ernüchternder ist es da, dass sich die Konsolenumsetzung bis auf die aufpolierte HD-Grafik kaum von der Ur-Version unterscheidet. Das macht sich nicht nur in den bereits kritisierten Zwischensequenzen bemerkbar sondern auch in etwaiger Polygonarmut diverser Raumobjekte. Zusätzlich hatten die Entwickler sichtlich Schwierigkeiten eine vernünftige Menüskalierung auf HD-Niveau hinzubekommen. So erscheinen manche Texte viel zu groß, wohingegen andere winzig klein dargestellt werden.Darkstar One warb zwar auch schon seinerzeit mit 300 befliegbaren Sonnensystemen, diese sehen sich aber größtenteils ziemlich ähnlich, so dass wir uns öfters recycelt vorkommen. Dafür stimmt’s aber beim Sound. Nicht nur die musikalische Untermalung wirkt meist passend, auch die Schuss- und Effekt-Geräusche wurden ordentlich vom Original übertragen und sogar nochmal ein wenig überarbeitet und verfeinert. Der Titel ist übrigens komplett in Deutsch. |
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