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Test: Kane & Lynch 2: Dog Days
Wie ein Spiel vor die Hunde geht
Mein Humor ist nicht jedermanns Sache, und selten schafft es ein Film oder ein Spiel, dass ich vor dem Bildschirm mal lache. Bei Kane & Lynch war das so. Kein Wunder, dass ich mich auf den Nachfolger Kane & Lynch: Dog Days freute, meine virtuellen Waffen geputzt und die Controller geölt habe, um mich dem zweiten Teil des Action Spektakels hinzugeben. Aber diesmal, ja, diesmal - ach, Alter, es gab einfach ein paar Probleme...Fast alles wie immerZwei kantige Kerle, deren einzige Qualifikation es ist, mit diversen Schießprügeln umgehen zu können – das sind Kane & Lynch, daran ändert sich auch in der Fortsetzung der Geschichte nichts. Und zum Start der Solo-Kampagne geht es auch schon gleich krachend los. Da wird keine Zeit vergeudet, da fliegt das Blei durch die Luft wie ein Schwarm Mücken, der vermutlich ebenso lästig, aber eben nicht tödlich ist. Im Gegensatz zum Vorgänger legen wir diesmal nicht mit Kane Hand an die Waffen, was den Spielspaß aber zunächst nicht ausbremst, zumal wir kaum Luft zum Atmen haben. Der Einstieg in die Solo-Kampagne ist heftig und wer sich beim vierstufigen Schwierigkeitsgrad im Ton vergreift und gleich auf „Extrem“ loslegt, der schluckt schon mal gleich eine Menge Metall. Auch auf „Leicht“ geht es aber knackig zur Sache, weil das Zielsystem wie beim Vorgänger hakelig und weit entfernt von der Perfektion ist. Das ist in den Feuergefechten nervig, weil die Gegner recht anspruchsvoll und platziert schießen.Was die Geschichte anbelangt, so stolpern die beiden Anti-Helden in Shanghai in ein diffuses Durcheinander aus Bandenkrieg und Schuldablagerungen, was nur notdürftig dafür sorgt, dass der Spieler Interesse am Schicksal der Handlungsträger zeigt. Am Ende geht es vornehmlich um eine Sache: Ballern, was das Zeug hält. Halt doch mal still, du IdiotAm Gameplay hat sich demnach nichts geändert: Ein gradliniger Shooter ohne Kompromisse wartet auf den Spieler. Waffen liegen überall herum, können aufgesammelt werden und die Munition lassen die Gegner bei ihrem Ableben auch noch fallen. Aber weil man nicht unendlich viele der „blauen Bohnen“ mit sich herumtragen kann, muss man immer Ausschau halten, wo es Nachschub gibt. Mit einem Druck auf das Digi-Kreuz gibt es eine optische Hilfe, bevor eine der beiden Waffen trocken liegt. Praktisch.Weniger praktisch ist die Einführung der „Mobile Cam“ im Stile eine Amateur-Videos á la Blair Witch Project. Sie soll das Geschehen des 3rd-Person-Shooters authentisch einfangen – aber was in Film und Fernsehen funktioniert, muss nicht im Spiel klappen. Mal abgesehen vom logischen Fehler, dass niemand das Ding in der Hand hält, sondern die Kamera auf Kanes Schulter montiert sein muss, ist das Gewackel, das vor allem in den Zwischensequenzen extrem überdimensionierte Formen annimmt, einfach nur lästig. Von Atmosphäre-Gewinn keine Spur, in erster Linie ist dieses „Feature“ einfach nur nervig, lässt sich aber zum Glück auch ausschalten. Es fehlen Humor und PixelDas Schlimmste am K&L-Nachfolger ist jedoch, dass der trockene Humor nicht mehr so locker rüberkommt, wie es noch beim Vorgänger der Fall war. Alle Dialoge wirken bemüht und verkrampft, das K&L-Gefühl des ersten Teils will einfach nicht mehr aufkommen. Die Ladebildschirme, die mit Lynchs Telefonaten unterlegt wurden, haben Pickel-Charakter: schnell wegdrücken, bevor man sich schämt. Das liegt unter anderem auch an der mitunter lustlos wirkenden Synchronisation, die im ersten Teil deutlich stimmiger wirkte. Immerhin gibt es die englische Tonspur auf der DVD – Untertitel werden allerdings sowohl bei der englischen als auch der deutschen Tonspur eingeblendet.Aber so ist das eben, wenn Produkte an den deutschen Markt angepasst werden oder angepasst werden müssen, was sich dann auch in der Optik widerspiegelt: Sex und übertriebene Gewalt sind in der USK18-Fassung als ganz grobe Pixel-Quadrate zu sehen. Darüber kann man streiten, aber ein Atmosphäre-Verlust ist das ganz sicher. Auch wenn hier die Zensur der Urheber ist und nicht die Entwickler, so gucken Action-Fans ganz klar auf das Viereckige. Schade. Dumme Sache, dass die Grafik des Spiels ohnehin nicht überzeugen kann, so muss man sich fast über die Quadrate freuen, weil sie so schön gradlinig sind. Und noch ein Atmosphäre-Killer: Die Umgebung ist weitgehend immun gegen Projektil-Einschläge – es sei denn, Dinge müssen zerstört werden. Autos fliegen also nicht in die Luft, Türen und Wände bleiben massiv, Zivilisten stehen blöd in der Gegend rum und bleiben dabei auch im Kugelhagel unverletzt. Das Ganze ist so blöd, dass ich mich nach zehn Minuten gefragt habe, was dieser Sequel überhaupt soll. Zu guter Letzt gibt es noch eine gute Nachricht: Es gibt drei Multiplayer-Modi, die Spaß machen, sowie einen Koop- und einen Arcade-Modus. Das reicht aber bei weitem nicht aus, um Kane und Lynch aus dem Mittelmaß zu hieven. |
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Kane & Lynch 2: Dog Days

3D-Shooter
von IO Interactive, Square Enix
USK-Freigabe nicht unter 18 Jahren
von IO Interactive, Square Enix
USK-Freigabe nicht unter 18 Jahren
| PC | August 2010 | |
| PS3 | August 2010 | |
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