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Test: Ninety-Nine Nights II

Gegner im Überfluss, Spielspaß im Mittelmaß
 Ninety-Nine Nights II
Wenn wir uns jetzt alle mal in einen Kreis setzten und darüber überein kämen, dass Ninety-Nine NightsWeitere Infos ein großartiges Spiel ist, dann fiele mir der Einstieg leichter. Wenn wir dann alle derselben Meinung wären, dann setzten wir uns in mein kleines Büro, spielten Ninety-Nine Nights II und schrieben dann an meinem Schreibtisch alle zusammen den kritischen Nachbericht. Da wir aber nicht im Konjunktiv leben, muss der geneigte Hack’n’Slay-Fan diesen Text lesen und wird dann zum selben Schluss kommen wie ich. Wenn er alles gelesen hat. Alles! Nichts auslassen!

Wie bitte? So lange soll das dauern?

Um es gleich vorweg zu nehmen und den Blauäugigen die Blindenbinde abzunehmen: Die Spieldauer ist nicht mit dem Titel gleichzusetzen. Wir metzeln nicht 99 Nächte lang, sondern rund 20 Stunden, ehe wir den Abspann sehen.
Dass die Fortsetzung des ersten Teils nicht konsequent die Charaktere übernimmt, darf zunächst als willkommene Abwechslung betrachtet werden. Mit fünf verschiedenen Figuren dürfen wir uns in die Schlacht gegen Horden von Feinden werfen, wobei das finale Ziel ist, den Herrn der Nacht in die Schranken zu weisen und wieder Licht auf die Welt scheinen zu lassen. Zunächst ist allerdings nur der Krieger Galen spielbar, die weiteren Charaktere Sephia und Zazi sowie Levv und Maggni müssen im Verlauf der Handlung freigeschaltet und können dann vor jeder Mission ausgewählt werden. Ein durchgängiger Erzählstrang ist dabei aber vor allem nicht zu finden, wenn die Charaktere zwischendurch gewechselt werden. Teilweise sehen wir so Zwischensequenzen doppelt, teilweise liegt ein Held plötzlich im Sterben und wir wissen nicht einmal warum, weil wir uns auf andere Spielfiguren konzentriert haben. Was die Hintergrundgeschichte anbelangt, so ist das alles gradlinig, überschaubar, aber leider eben auch sehr verwirrend.

Wer X sagt, muss auch Y sagen

Weniger verwirrend als die Handlung ist das Gameplay, das man als reines Hack’n’Slay bezeichnen kann – ohne Schnörkel und Extras. Das bedeutet, dass wir uns im Kampf auf die Tasten X und Y konzentrieren können, B kommt nur dann zum Einsatz, wenn wir mit der Spezialfähigkeit eines Charakters Türen öffnen wollen und A nur dann, wenn wir springen. Die Sache mit dem Sprung ist allerdings in einigen Situationen derartig schwammig gelöst, dass es grausame Frustmomente gibt, wenn wir von einer Plattform zur nächsten hüpfen wollen. Auch sind die einzelnen Figuren unterschiedlich stark, was das Metzeln mit Maggni zu einem leichten Unterfangen werden lässt, Galen spielt sich da wesentlich anspruchsvoller – auch auf dem leichtesten von drei Schwierigkeitsgraden. Ebenfalls verhunzt wurde das Blocken von Angriffen, bei denen sich der Held mitunter dreht und dann plötzlich mit dem Rücken zum Geschehen stehend, mächtig den Hintern versohlt bekommt. Zudem kann es bei den Massen an Feinden mal passieren, dass der Charakter zu Boden geworfen wird und nur schwer wieder aufstehen kann, weil permanent neue Angriffe auf ihn einschlagen.

Ganz ruhig und nicht zappeln

So schön die Keulen, Schwerter, Feder und Messer schwingenden Orgien gegen die gigantischen Horden von Gegnern auch sind, sie mutieren rasch zu einem lustlosen Training der Daumen-Muskulatur. In Fachkreisen nennt sich das Button-Smashing, was zum Genre zwar passt, aber ein wenig mehr Vielfalt hätte dem Spiel gut getan. So richtig atemberaubende Kombos werden mit den zwei Buttons nicht abgerufen, zudem gibt es auch kein Online-Tutorial, um mal nachzusehen, was wir denn wie anrichten können. Da nützt auch das Aufleveln des Charakters nichts, die Bewegungen bleiben durchweg gleich. Immerhin können wir noch ein paar individuelle Kampftechniken und Zaubersprüche zur Ausrüstung hinzufügen, so dass zumindest in diesem Punkt für Vielfalt und somit auch für Abwechslung gesorgt ist. Immerhin, denn gerade bei den Boss-Kämpfen haben die Entwickler mit Ideenlosigkeit nur so um sich geworfen, da wurde viel Potential verschenkt: Außer Ausweichen und Zuschlagen gibt es da nicht viel zu tun, zumal das Ganze auch in der Optik noch Wünsche offen lässt. Zwar sind die einzelnen Missionen auch mal mit einer kleinen Denkaufgabe versehen, um versteckte Bereich betreten zu können, doch das ist die Ausnahme.
Als sich die DVD zum ersten Mal im Laufwerk drehte, da rief ich dem Kerl auf dem Bildschirm zu, er solle es doch ruhiger angehen lassen und nicht so zappeln. Natürlich hat Galen mich nicht gehört. Faktisch sind die Animationen aber nicht mehr zeitgemäß, das ist kantig und hektisch, die Hintergrund- und Umgebungsgrafiken sind an vielen Stellen matschig und mitunter gibt es heftiges Tearing. Da helfen auch kein Blut und durch Schwerthiebe halbierte Gegner, es schneiden nicht nur aktuelle Konkurrenz-Titel besser ab, sondern auch der Vorgänger, was selbst zum Preis von 29,95 sehr beschämend ist. Und, ja, es gibt einen Koop-Online-Modus.
Screen 1
Viel Feind, viel Ehr - wie es bei Hack'n'Slay eben so ist...
Screen 2
Ein wenig Zauber ist auch mit dabei...
Screen 3
In erster Linie geht es aber um die brachialen Kämpfe...
Screen 4
...und um Massen, Massen, Massen von Gegnern...
Screen 5
Die Charaktere sind teilweise weiblich und...
Screen 6
...teilweise männlich, mehr Vielfalt geht da nicht...

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Ninety-Nine Nights II

Packshot
Hack&Slay
von Konami
USK-Freigabe nicht unter 18 Jahren
360September 2010

Alle Infos zum Spiel   Preisübersicht

will ich habenhabe ich angespielt
besitze ichbin Profi (durchgespielt)

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