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Test: Deathsmiles - Deluxe Edition
Feuchter Traum aller japanophilen Shoot'em up Fans oder doch eher ein Alptraum aus der Arcadesteinzeit?
Erinnert sich noch irgendwer an Parodius? Im 1990 u.a. für das SNES veröffentlichten Shoot 'em up flog man mit einem Pinguin (u.a. abgedrehten Vehikeln) durch horizontal scrollende, knallbunte Level und schoss abgefahrene Gegner wie halbnackte Gogotänzerinnen oder fliegende Piratenkatzenschiffe ab. Das Spiel war eine Spin-off-Parodie auf die ebenfalls von Konami entwickelte Gradius/Nemesis-Reihe und staubte damals aufgrund der originellen Idee und des gelungenen Gameplays überall Topwertungen ab. Kann das heute wieder funktionieren?Lolitas im ErdbeergrusellandEntwickler Cave scheint das zu glauben und schickt das in Fernost sehr erfolgreiche Arcadespiel Deathsmiles als Portierung für die Xbox 360 ins Rennen, welches aufgrund seines Grafik- und Gegnerdesigns durchaus an Parodius erinnert. Die Story des Spiels klingt dabei wie der Aufhänger einer typischen Animezeichentrickserie: Eine Handvoll Mangamädels verschlägt es per Dimensionsloch ungewollt in die Parallelwelt Gilverado. Dort werden sie von einem freundlichen älteren Herren aufgenommen. Da die Mädels zudem magische Kräfte entwickeln, werden sie vom König des Landes als schnelle Notfalltruppe eingesetzt und sichern dank ihrer Tapferkeit lange den Frieden im Land. Als sich jedoch ein Dimensionstor direkt zur Hölle öffnet, aus dem ganze Armeen von Monstern strömen, müssen die Mädels ihre erbittertste Schlacht schlagen.Die GeschosshölleIn typischer Shoot 'em up-Manier steuert man einen der vier Girly-Charaktere durch acht meist von links nach rechts scrollende Stages. Dabei stehen Besuche auf nächtlichen Friedhöfen, vernebelten Sümpfen, feurigen Vulkanschloten, tiefen Märchenwäldern und spukigen Schlössern auf dem Programm. Die handgezeichneten, eher bunten Grafiken des Spiels sind dabei ebenso charmant wie für 3D-gewohnte Spieler gewöhnungsbedürftig. Bis auf ein paar Zoomeffekte ist das Spiel 2D-pur und hätte so auch fast auf einer Playstation 1 laufen können, wären da nicht die geschätzt 1 Milliarde Geschosse pro Bildschirmzentimeter. Ob die Xbox die Masse an Geschossen schlicht nicht darstellen kann und deswegen oft langsamer wird oder ob es Absicht der Entwickler war, damit man überhaupt als Normalsterblicher noch den Hauch einer Chance hat, sich durch die winzigen Lücken in den Geschossteppichen hindurchzuwursteln ist eine bisher ungeklärte Frage. Zumindest ist nicht der ganze Körper, sondern nur ein herzförmiger innerer Bereich der Spielfigur verwundbar und die Kollisionsabfrage auch ziemlich großzügig.Einsammelbare Extrawaffen sucht man indes vergebens. Lediglich ein stets präsenter Sidekick in Form eines kleinen Begleiters (Mini-Drachen, Elfe etc.) fliegt immer neben der Spielfigur her und ballert fleißig mit. Zudem kann die Spielfigur per Tastendruck auch entgegen der Flugrichtung ballern, um von hinten kommende Gegner abzuwehren. Als letzte Notrettung stehen noch begrenzt Smartbombs zur Verfügung, die alle Gegner in einer bildschirmfüllenden Explosion von der Mattscheibe putzen und den Lebensbalken von Endgegnern dahinschmelzen lassen. Letztere sind wie bei eigentlich jedem Shoot 'em up das Highlight eines jeden Levels: zweiköpfige Megadrachen, wahnsinnige Riesenrindviecher, halb im Boden verbuddelte Riesenköpfe oder der letzte Endgegner namens Tyrannosatan (yeah, das wäre doch mal ein cooler Name für eine Deathmetal Band, oder?). So was können sich echt nur japanische Entwickler im LSD-Rausch ausdenken. Die Deluxe EditionDank unendlich Continues und drei wählbaren Schwierigkeitsgraden vor jeder Stage kriegen aber auch Anfänger das Ende dieses Bullet Hell-Shooters ohne Probleme nach jeweils etwa einer halben Stunde pro Stage zu sehen. Sonderlich umfangreich ist Deathsmiles demzufolge also nicht. Dafür ist der Wiederspielwert dank 2-Spieler Koopmodus (offline und online) und Highscoreranglisten ziemlich hoch.Die Deluxe Edition enthält einige zusätzliche Spielmodi wie z.B. den original Spielhallenmodus im verpixelten Retrolook oder den Black Label Modus. Letzterer bietet mit der sonst nur in Zwischensequenzen auftauchenden Hexe Sakura einen weiteren spielbaren Charakter und eine neue Stage in Form einer Eishöhle sowie einen weiteren Schwierigkeitsgrad, der bezeichnenderweise Level 666 heisst. Nur für absolute Profis oder Bildschirmmasochisten geeignet! Außerdem liegt der Packung noch eine CD mit dem gelungenen Rock-Synthie-Soundtrack des Spiels und eine weitere mit Desktopmotiven, Bildschirmschonern und Gameplaytrailern bei. |
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