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Test: Swarm

50 kleine Blaulinge zwischen Kreissägen, Bärenfallen und Starkstromleitungen...
 Swarm
Swarmies haben nichts zu lachen – unter Einsatz ihres Lebens (und das war nie zutreffender als hier) wuseln die kleinen blauen Alien-Gesellen durch Levels voller Todesfallen, um ihrer überdimensionalen Mama eine Freude zu machen. Die wünscht sich nämlich einen neuen Hut. Ich wurde die ganze Zeit den Verdacht nicht los, dass finstere Absichten hinter der Sache stecken müssen, aber wir wollen ja mal keine Vorurteile gegen Außerirdische haben...
Mehr Geschichte als die Sache mit dem Kopfschmuck ist aber tatsächlich nicht im Spiel, warum es trotzdem eine gewisse Prise fiesen Humor mitbringt, erfahrt ihr im weiteren Verlauf des Artikels.

Süß-doof

Die Helden des Spiels sind extrem minderbemittelt und noch dazu, passend zum Namen, echte Herdentiere. Sie laufen stets in die gleiche Richtung, springt einer, springen alle. Um in den zehn Abschnitten und zwei Bosskämpfen trotzdem einigermaßen vernünftig unterwegs sein zu können, wurden den Wichten diverse Moves mit auf den Marsch gegeben, die von Bildtafeln am Wegesrand ohne große Worte erklärt werden. So kann man die Charaktere z.B. zu einer kompakten Gruppe formieren, um schmale Stege zu überwinden, sie fürs Sammeln von Extras weiter auseinander schwärmen lassen, einen hohen Stapel bilden (Cheerleader sind ein Dreck dagegen) oder kurze Sprints starten, die als Anlauf für Sprünge und zum schnellen Erreichen bestimmer Bodenschalter dienen. Glaubt mir, gerade diese Fähigkeit wird zu eurem ständigen Begleiter. Die Swarmies sind notgedrungen stets in Eile und der dafür benötigte rechte Trigger muss sich auf eine echte Belastungsprobe einstellen. An manchen Stellen werden außerdem per Druck auf den B-Knopf Sonderaktionen wie das Werfen von Bomben auf markierte Ziele ausgeführt.
Die Steuerung funktioniert trotz vorherrschender Dummheit zuverlässig, nur beim lebenden Turm fand ich die Knuddelchaoten manchmal etwas zu träge. Durchs actionlastige Geschehen auf dem Screen sowie die spezielle Perspektive kann es außerdem zu Übersichtsproblemen kommen.

Die Kunst des Sterbens

Man startet stets mit 50 Figuren, was auch die maximale „Truppenstärke“ darstellt, Nester (meist verbunden mit Rücksetzpunkten) füllen Verluste auf. Und zu diesen kommt es pausenlos. Die armen Knubbel werden beispielsweise verbrutzelt, von Kreissägen zerstückelt, vergast, landen in Monstermägen oder plumpsen schlicht und ergreifend in bodenlose Abgründe. Das Spiel vergibt sogar Medaillen für alle möglichen brutalen Todesarten. Durch wiederholtes Erleben dieser Formen des gewaltsamen Dahinscheidens soll man das Sterben zur Perfektion bringen – es winken Achievements.
Während man auf den ersten Blick denken könnte, das Ziel bestehe darin, möglichst viele Knilche in Sicherheit zu bringen, ist es in gewisser Weise sowieso vorgesehen, immer wieder absichtlich einige der bedauernswerten Geschöpfe zu lynchen. Denn dadurch, wie auch durchs Aufklauben leuchtender Dinger, wird der unerlässliche Combo-Zähler am Laufen gehalten bzw. erhöht. Im Prinzip reicht nämlich zwar ein einziger Überlebender, um den Level abzuschließen, damit allein ist es aber nicht getan. Es müssen zum Freischalten des nächsten Gebiets strenge Punktevorgaben erfüllt werden. Mama will es so...
Davon abgesehen können so Plätze in der Onlinerangliste erobert werden. Neben Geschick erfordert das, trotz der allgemein reichlich chaotischen Zustände, ein wenig vorausschauendes Denken bzw. das Ausloten lohnender Schlenker und des optimalen Timings. Stellt euch bis dahin auf ein paar Fehlversuche ein. So gilt es unter anderem abzuwägen, wann man Swarmies für den Combo-Erhalt opfert. Ruckzuck steht man bei gemeinen Fallen ganz ohne übrig gebliebene Blaulinge da und die ganze Pflege des Zählers war für die abgehackten Füße. Ist der hohe Multiplizierer erstmal verloren, kann man dies oft kaum wieder wettmachen und fängt am besten direkt von vorne an. Außerdem sollte für wichtige Stellen eine ordentliche Gruppe übrig bleiben, weil z.B. besonders wertvolle Leuchtteile nur auftauchen, wenn die angezeigte Zahl Kerlchen über Platten läuft. Und nichts ist ärgerlicher, als wenn schwebende Objekte nicht zu ergattern sind, weil zu wenige Pappenheimer für eine ordentliche Räuberleiter antreten.

Lustiges Massensterben

Für einen XBLA-Titel macht Swarm optisch einiges her und brennt ein ziemliches Effektgewitter ab, bei dem nicht zuletzt die teils in Nahaufnahme zelebrierten Tode im Comic-Stil schick anzusehen sind. Da läuft schon mal ein einsamer Unterkörper kurz weiter oder zerplatzen Figuren am Bildschirm zu blauen Flecken. Auch das Umgebungsdesign bietet gute Ideen und insbesondere viele Gemeinheiten. Ich hätte mir nur noch ein bisschen „Drumherum“ gewünscht, beispielsweise kurze Zwischensequenzen. Den dafür nötigen Witz haben die Macher ja schon in diversen Videos zum Spiel bewiesen.
Im Levelauswahl-Bildschirm ist es übrigens zweimal abgestürzt, was wohl auch von anderen Spielern als gelegentlich vorkommender Fehler bemängelt wird.
Screen 1
Coole Karte - Mit jedem Level wächst Mamas so genannter Hut
Screen 2
Gehüpft wird nur gemeinsam
Screen 3
Vor lauter Effekten und Gefahren verliert man manchmal den Überblick
Screen 4
Reckt und streckt euch, kleine Swarmies
Screen 5
Autsch
Screen 6
Dank der Tafeln sind die Moves schnell kapiert
Screen 7
Nur wer genug DNA sammelt...
Screen 8
...darf gegen die beiden Bosse antreten

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Swarm

Packshot
Jump&Run
von Ignition
USK-Freigabe ab 12 Jahren
PS3März 2011 (PSN)
360März 2011 (XBLA)

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30.03.11
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Im Test: Swarm - Tod der Knuddelaliens

 
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